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Bad Doberan Wiesen werden zum Kräuter-Schlaraffenland
Mecklenburg Bad Doberan Wiesen werden zum Kräuter-Schlaraffenland
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06:00 29.10.2019
Wiesenbärenklau, Spitzwegerich, Beinwell, Weißdorn und Giersch: Kräuterpädagogin Rosita Sell (3.v.l.) lädt regelmäßig zu Führungen ein. Quelle: Sabine Hügelland
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Kägsdorf

Wenn Rosita Sell ihren Blick über eine Wiese schweifen lässt, sieht sie nie Unkräuter. Denn die Kägsdorferin ist ausgebildete Kräuterpädagogin – deshalb sind es für sie in erster Linie nützliche und gesunde Pflanzen. Eine Gruppe Urlauber, die im Kühlungsborner Travel Charme Ostseehotel eine Gourmet-Woche buchten, nahmen jetzt an einer ihrer Kräuterführungen teil und staunten, was alles auf einer „normalen“ Wiese an Essbarem zu finden ist.

„Was ist das für ein Wildkraut?“, fragt Rosita Sell und zupft eines direkt vor ihren Füßen aus. Die Teilnehmer begutachten das kleine Pflänzchen – aber niemand findet heraus, dass es sich um Gundermann handelt. Nur „das habe ich massenhaft in meinem Garten“ war zu hören, denn Gundermann breitet sich gern ungefragt aus. „Es ist ein wichtiges, Vitamin-C-haltiges Wildkraut und gehört in jeden Garten“, erkärt die Fachfrau.

Mildes und feuchtes Wetter sorgt für viele Kräuter

Weit gehen muss sie zum Sammeln der wertvollen Nahrungsmittel nicht. „Ist der Stängel kantig rau, handelt es sich um Wiesenbärenklau – so einfach kann man sich das merken“, sagt Rosita Sell und zeigt das Kraut in die Runde. „Spitzwegerich gegen Erkältung, Beinwell für die Beine, Weißdorn für das Herz und der entzündungshemmende Giersch – dank des milden und feuchten Wetters findet man jetzt noch fast alle Wildkräuter aus dem Sommer. Das ist wirklich toll“, freut sie sich. „Giersch passt auch gut in eine Limonade.“

Toralf Warncke nascht ein, zwei Kräuter: „ Interessant, das werde ich mir merken“, sagt der Ostseehotel-Küchenchef und sieht wohl schon vor seinem inneren Auge den Rest der Speise, in der das Kraut einmal landen soll. „Stimmt“, sagt Warncke. „Der Wiesenbärenklau schmeckt ein wenig nach Spargel.“

„Jetzt haben wir zwölf Wildkräuter gefunden und für 14 Tage das Mittagessen gerettet“, sagt Kräuterpädagogin Sell. „Die Bitterstoffe in den Wildkräutern sind sehr wichtig für den Körper.“ Hotelmanager Tobias Wanitschek fotografiert die Kräuter sicherheitshalber – wie auch einige der Gäste. So kann beim Suchen verglichen werden: „Wir werden mit unseren Auszubildenden und Toralf Warncke im nächsten Jahr einen Kräuterkurs bei Rosita Sell absolvieren.“

Brennnessel-Nuss-Kuchen zum Nachtisch

Auch Karin Friedrich aus Doberan, die sich ebenfalls eine Woche Genuss gönnt, nimmt viel aus der Wanderung mit: „Wozu Brennnessel gut ist, weiß man ja – aber all die anderen Wildkräuter, das ist schon sehr interessant. Das werde ich umsetzen.“ Rosita Sell führt die Gruppe in ihren Garten, wo noch so einiges wächst, was essbar ist. Doch vor allem erwartete die Gäste ein Genuss, wenn auch anderer Art als im Hotel: Eine Suppe aus sieben Kräutern, Kräuterbutter und Kartoffelsalat. Als Nachspeise Naturjoghurt mit selbst gemachtem Hagebuttengelee und ihr äußerst schmackhafter Brennnessel-Nuss-Kuchen.

„Gute Butter kommt bei mir fast immer ran, deshalb ist es nur vegetarisch und nicht vegan“, erklärt Rosita Sell und stellt ein Glas mit Hagebutten auf den Tisch. „Die gibt es jetzt auch noch. Mann kann eigentlich alle Sorten sammeln.“ Hagebutten wirken entzündungshemmend und immunstärkend. „Bitte nur feste Früchte ernten. Man kann daraus Marmeladen, Tees, Mehl und anderes machen. Sie sind ideal, wenn man Rheuma hat“, sagt sie. „Noch besser sind die Kerne – die muss man kalt einweichen, bevor sie weiter verarbeitet werden können.“

Die Schalen werden getrocknet und dann zermahlen: „Das Mehl kann überall rein.“ Im November wird Rosita Sell noch zwei Führungen geben. Ende Februar geht es dann wieder los. Auch in Rerik bietet sie Führungen an. Gierschlimonade, Brennnesselsuppe, Kekse mit Lavendel und noch vieles mehr vernaschen ihre Gäste zu den Führungen.

Von Sabine Hügelland

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