Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Bad Doberan: Diese Schönheiten gab es im Kornhaus zu sehen
Mecklenburg Bad Doberan Bad Doberan: Diese Schönheiten gab es im Kornhaus zu sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:38 09.11.2019
Yvonne Badzio zeigte den Besuchern, wie ihre Schmuckstücke entstehen. Quelle: Cora Meyer
Anzeige
Bad Doberan

„In jedem Stück steckt ein Teil meiner Seele“, sagt Yvonne Badzio. Sie bietet Schmuck, Bretter und Schilder aus Holz auf dem Kunsthandwerkermarkt im Bad Doberaner Kornhaus an. „Ich glaube, die Leute spüren das.“ Am Anfang eines Schmuckstücks steht ein 30 Zentimeter dicker Baumstamm. „Den lasse ich dann vom Tischler in Bretter zerteilen. Anschließend muss das Holz mindestens zwei Jahre trocknen.“ Dann lässt Yvonne Badzio das Holz hobeln – und fängt mit Bohrer, Säge und Schleifpapier an zu arbeiten. „Ich gucke, was das Holz in Form und Farbe so hergibt. Danach entscheide ich, was daraus wird. Vor 20 Jahren begann sie, mit dem Werkstoff zu arbeiten – erst nur für die Verwandschaft, inzwischen verkauft sie auf Kunsthandwerkermärkten in ganz Mecklenburg. „Ich habe mir alles selbst beigebracht“, sagt die Neustrelitzerin.

Seife, Stoffe und Schmuck

Autodidaktin ist auch Rebekka Drüeke. „Ich nähe schon immer“, sagt die Güstrowerin. Ursprünglich war sie Klimatologin. Inzwischen hat Rebekka Drüeke ihr Hobby zum Beruf gemacht. Im Kornhaus bietet sie Hüte, Mützen, Schals, Capes und anderes aus Naturstoffen an. „Ich lege Wert darauf, dass keine oder nur wenige Kunstfasern drin sin.“ Und das tun auch immer mehr Kunden. „Die Leute fragen häufiger danach. Und nehmen eher etwas mit, wenn es aus Baumwolle ist.“ Rebekka Drüeke hat viel Erfahrung: Von April bis Oktober steht sie jede Woche auf zwei Kunsthandwerkermärkten, im November wird es weniger. „Und dann gibt es natürlich Märkte an den Adventswochenenden.“ Dazwischen wird produziert: Allein 100 Armstulpen hat sie im Angebot. Außer Rebekka Drüeke und Yvonne Badzio bieten noch 12 weitere Künstler ihre Waren im Kornhaus an. Auf zwei Etagen schlendern zahlreiche Besucher von Stand zu Stand. Beim 8. Kunsthandwerkermarkt im Kornhaus gibt es unter anderem Keramik, Illustrationen, Karten, Schmuck und Seifen.

Besucher finden Inspiration

"Wir wollen zu Hause ein bisschen Basteln und sind auf der Suche nach Ideen." Katharina Ammon, Besucherin Quelle: Cora Meyer

Katharina Ammon hat schon einiges gefunden, was ihr gefällt. „Aus Schmökerlaune“ ist sie mit ihrem Sohn und ihrer Mutter aus Kröpelin ins Kornhaus gekommen. Zur Vorweihnachtszeit geht Katharina Ammon häufiger auf Kunsthandwerkermärkte, wenn es die Zeit erlaubt. Auch, um sich inspirieren zu lassen. „Wir wollen zu Hause ein bisschen basteln und sind auf der Suche nach Ideen“, sagt sie. Und die drei haben auch schon welche gefunden: Peer würde sich daheim gerne im kunstvollen Anmalen von Steinen versuchen. Aber schon im Kornhaus kann er kreativ werden – allerdings mit anderen Materialien: Im Obergeschoss bot die Jugendkunstschule an beiden Tagen nachmittags offene Workshops für Kinder und Erwachsene an. „Wir sind bisher jedes Jahr dabei“, sagt die Leiterin Sabine Kripfgans. In diesem Jahr basteln die Teilnehmer Papierengel und arbeiten mit Wachstechnik. „Da gibt es zwar Vorlagen“, sagt sie. „Aber wer etwas eigenes machen will, kann das auch tun. Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren gut angenommen.“

Die erfahrenen Kunsthandwerkerinnen haben Unterschiede zwischen den Märkten festgestellt. „Die Region ist entscheidend“, sagt Yvonne Badzio: „In Neustrelitz muss ich mich gar nicht hinstellen“, sagt Yvonne Badzio. „Hier ist das Interesse größer.“ Das sagt auch Rebekka Drüeke. Sie kommt aus Güstrow. Dort sei kein Bedarf. „Ich weiß nicht, woran es liegt“, sagt Rebekka Drüeke. „Vielleicht wohnt am offenen Meer ein offenerer Menschenschlag. Deshalb komme ich gern an die Küste.“

Mehr zum Thema:

Zulauf ist noch größer: Das Kornhaus ist ein Haus für alle

„Keine kapitalistische Sache, sondern Kunstförderung“

Von Cora Meyer

Freiwillige pflanzten am Wochenende im Wald in Bad Doberan Buchen und Weißtannen. Diese Sorten kommen besser mit dem Klimawandel zurecht als die Fichten, die dort bislang standen.

09.11.2019

Vor 600 Jahren bestätigte der Papst die Gründung der ältesten Universität im Ostseeraum. Das Finale der Jubiläumsfeiern wurde am Freitag auf dem Uni-Platz eröffnet. Ein Gesandter des Papstes wird am Dienstag erwartet.

09.11.2019
Bad Doberan Neues Projekt am Schulzentrum gestartet Lernen, wie Demokratie im Alltag funktioniert

Mit über 500 Schülern wurde am Freitagmorgen in der Sporthalle West in Kühlungsborn ein neues Schulprojekt gestartet. Im Mittelpunkt steht die Demokratie. Geleitet werden die Workshops in den Klassen von Lehramtsstudenten der Universität Rostock.

09.11.2019