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Bad Doberan Oldtimer auf der Rennbahn: So schön war die letzte Schwanenrallye in Bad Doberan
Mecklenburg Bad Doberan Oldtimer auf der Rennbahn: So schön war die letzte Schwanenrallye in Bad Doberan
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14:17 13.07.2019
Ellen und Gerhard Busch haben außer ihrem Opel Super 6 aus dem Jahr 1937 noch zwei weitere Oldtimer. Quelle: Cora Meyer
Bad Doberan

Viel Zeit, Geld und vor allem Liebe steckt in den Oldtimern, die ihre Besitzer am Wochenende auf der Bad Doberaner Rennbahn präsentierten.

Fast fünf Jahre hat Hartmut Lönnies seinen 55er Cadillac restauriert. „Allein ein Jahr habe ich mit der Suche von Ersatzteilen in den USA und den Niederlanden verbracht.“ Das Verdeck des Cabriolets wurde in Schweden speziell angefertigt. In dem Farzeuht stecken seinen Angaben zufolge 1700 Arbeitsstunden Einen Wert von 200 000 Euro hat das Auto inzwischen. Für Hartmut Lönnies fast zu viel: „Ich habe Angst, auf der Straße damit zu fahren, weil ich immer fürchte, dass der Wagen Schaden nimmt.“

Die haben Ellen und Gerhard Busch nicht. Sie machen mit ihrem Opel immer mal wieder eine kleine Ausfahrt. Sie kommen jedes Jahr zur Schwanenrallye. „Es ist immer schön“, sagt Ellen Busch. „Man trifft Leute, die man kennt. Und die Erbsensuppe ist lecker.“

Mit der Erbsensuppe ging es los

„Mit der hat vor zwanzig Jahren alles angefangen“, sagt Organisator Wolfgang Scheil. „Die IG Oldtimer in Börgerende hat uns gebeten, zu einem Treffen Erbsensuppe in einer Feldküche zu machen.“ Daraus sei eine Freundschaft entstanden – und die Idee zu einem eigenen Oldtimertreffen in Bad Doberan. In diesem Jahr findet es zum letzten Mal statt. „Das wissen viele“, sagt Wolfgang Scheil. Deshalb seien mehr Besucher gekommen als im letzten Jahr.“ An der Orientierungsfahrt über die Dörfer haben sich am Samstagvormittag etwa 100 Fahrzeuge beteiligt. Er sei sehr zufrieden. Die Eröffnungsrede hielt Justizministerin Katy Hoffmeister, die auch in Bad Doberan wohnt. „Sie ist mit dem Bürgermeister Jochen Arenz standesgemäß in einem Trabi vorgefahren“, sagt Wolfgang Scheil. „Mit einem eigenen Oldtimer war wieder der ehemalige Bürgermeister unserer Partnerstadt Bad Schwartau in Schleswig-Holstein, Gerd Schuberth, dabei.“

Auf der Rennbahn in Bad Doberan waren Fahrzeuge aus den vergangenen 100 Jahren zu sehen. Einige zeigen wir hier.

Leidenschaft für Technik

Seit fünf Jahren kommt Mathias Breul nach Bad Doberan. „Leider ist es jetzt das letzte Mal.“ Er ist mit zwei Dnepr-Motorrädern aus Klein Trebbow bei Schwerin nach Bad Doberan gekommen. „Die mit dem Baujahr 1971 habe ich in einer Scheune gefunden“, sagt der Automechaniker. Mit Freunden zeltet er auf dem Gelände – direkt neben den Fahrzeugen. Auf Campingstühlen sitzen sie unter einem Pavillon.

Klaus-Jürgen und Rita Hinrichs haben es sich auf der Ladefläche ihres LKW S400 Z-1 bequem gemacht. Sie kommen aus Rosdorf bei Wismar, fahren am Abend nach Hause. Klaus-Jürgen Hinrichs ist eigentlich Bauingenieur. „Ich habe mich aber seit frühester Jugend für Technik interessiert.“ Sein Fahrzeug wurde 1962 in Werdau gebaut. Danach sei es unter anderem für den VEB Kraftverkehr in Potsdam und den Zirkus Frank unterwegs gewesen, bevor Hinrichs es in Jübeck bei Flensburg fand. „Er war damals völlig durchgerostet. Wir haben ihn bis auf die letzte Schraube auseinandergenommen.“ Jetzt sei der LKW wieder im Originalzustand.

Tina Brunner aus Sachsen ist mit ihrem Mann und den vier Kindern auf der Durchreise nach Zingst. „Er will sich einen Trabi aufbauen“, sagt sie. „Wir sind nur schmückendes Beiwerk. Aber für die Kinder ist es toll.“

Ohne Frauen geht es nicht

Ein Schmuckstück ist auch Katrin Lepzien aus Rostock. Passend zum Wartburg Coupé ihres Manne trägt sie ein weißgepunktetes grünes Kleid im Stil der 60er Jahre. Das Auto stammt aus der selben Zeit, die Farben sind auch die gleichen. Oldtimer seien vor allem die Leidenschaft ihres Mannes, sagt sie. „Aber als Frau trägt man so ein Hobby gerne mit.“

Das tut auch Ellen Busch. Sie hat tatkräftig bei der Restaurierung des alten Opel geholfen. „Anders geht es gar nicht. An bestimmte Teile kommt man nur mit kleinen schmalen Fingern ran. Und auch sonst braucht man immer noch eine zusätzliche Hand.“ Der Opel ist eines der ältesten Fahrzeuge auf dem Platz. „Daran ist alles original“, sagt der gelernte Automechaniker Gerhard Busch. „Nur die Sitze sind neu gepolstert.“ Zu Hause in Parkentin hat das Paar noch zwei weitere Oldtimer: ein Mercedes Coupe von 1968 und einen Horch „Sachsenring“. „Mit dem kommen wir am morgen,“ sagt Ellen Busch.

Cora Meyer

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