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Bad Doberan Wieder mussten viele los zur Arbeit
Mecklenburg Bad Doberan Wieder mussten viele los zur Arbeit
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16:10 26.12.2018
Das Festmahl kommt: Herdenmanagerin Carola Maaß und „Fütterer“ Dietmar Frederick am Dienstagmorgen bei der Arbeit. Quelle: Thomas Hoppe
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Bad Doberan/Kröpelin

 Weihnachtsfeiertag, hundertfaches Muhen, scheinbar genüssliches Wiederkäuen und ein paar gepfiffene Signale im Rinderstall – der Treiber kommt. Vor den Ställen der Agri-Kultur-Milchviehanlage in Kröpelin leuchtet auch ein Weihnachtsbäumchen. „Den haben die Leute vom Büro geschmückt“, sagt Herdenmanagerin Claudia Maaß und stiefelt über den großen Hof der Anlage für gut 2000 Tiere dem „Fütterer“, wie die 38-Jährige sagt, entgegen. Und Dietmar Frederick kurvt sogleich mit seinem Strautmann Selbstfahrer-Futtermischwagen heran. Selbstfahrer? „Den gibt es jetzt tatsächlich auch als autonomes Fahrzeug, ohne Fahrer“, antwortet der gelernte Landwirt prompt. Doch noch wird der 46-Jährige Familienvater aus Börgerende hier zum Steuern der selbstfahrenden Maschine – im Gegensatz zu Modellen, die nur angehängt werden – gebraucht. Natürlich auch zu Weihnachten. „Kühe haben halt keinen Urlaub“, wirft Claudia Maaß ein und betont: „Sie geben 365 Tage im Jahr Milch“.

Neben dem Fütterer, dem Treiber und ihr hätten noch drei Melker sowie ein Kälber-Experte Feiertagsschicht. Um fünf hatte ihre Arbeit begonnen, jetzt gibt es quasi als Festmahl für weitere Tiere Gras- und Maissilage sowie eine Schrotvormischung. „Gesamtgewicht 8000“ steht auf dem Display im Cockpit, wo der Mann hinterm Steuer die richtige Futtermischung kontrollieren kann.

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„Es sind doch allerhand, die feiertags zur Arbeit los müssen. Das wird immer gar nicht so gesehen“, gibt Dietmar Frederick noch mit auf den Weg und nimmt im Strautmann Kurs auf einen Stall. Der ist rundherum offen und Claudia Maaß erklärt das: „Die Kühe lieben Temperaturen von minus 5 bis 5 Grad. Ab 15 Grad beginnt der Stress. Deshalb sind die Ställe alle offen – bei Sturm, Wind und Regen schützen automatische Jalousinen. Dadurch ist für optimales Klima gesorgt“. Mit dem Neubau der Anlage sei letztlich auch die Milchleistung der Tiere gestiegen und die Kühe seien weniger krank, erläutert die Gesundheitskontrolleurin und Verantwortliche für das Fruchtbarkeitsmanagement im Betrieb. „Bei uns kommt der Tierarzt nur zum Kaiserschnitt“, sagt die resolute Single-Frau aus Alt Karin, die schon manches Kalb bei „Schwergeburten“ rausgezogen hat.

WSD-Mitarbeiter Robert Holdack Quelle: Thomas Hoppe

Festtags-Tagesbereitschaft beim Mecklenburger Wach- und Sicherungsdienst WSD hat diesmal in der Region Doberan der Kröpeliner Robert Holdack. Der gelernte Maurer arbeitet hier seit acht Jahren und hat in dieser Zeit vier-, fünfmal zu Weihnachten Dienst gehabt: „Bis jetzt war es immer ruhig“, ist der 37-Jährige froh. Auch seine Frau, eine Tankstellenmitarbeiterin, hat heute ihren Job zu machen. „Unsere drei Kinder kennen das und Heiligabend hatten wir ja alle unsere Ruhe. Kollegen waren dagegen die ganze Nacht unterwegs“, sagt Robert Holdack.

Unweit von seinem Büro führt da gerade Manuela Lacasa eine Reisegruppe vom Molli zum Münster. „Ich arbeite sonst im Jahr acht Monate in England und verbringe den Winter in Berlin. Irgendwo müssen die Taler ja herkommen“, begründet die Reiseleiterin ihren Festtagseinsatz, zumal sie wegen des Brexits erwägt, 2019 auf der Insel ein Haus zu mieten.

In der Molli-Straße haben Tien Luong-Dinh und Huong Nguyen ihr China-Thai-Bistro an beiden Feiertagen geöffnet. „Vor allem wegen einiger Stammkunden, die bereits vorbestellt hatten“, erklärt der Mann. Allein am Dienstag verlassen bis zum frühen Abend gut 40 Gerichte seine Küche.

Thomas Hoppe

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