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Bad Doberan Zurück zu den Wurzeln
Mecklenburg Bad Doberan Zurück zu den Wurzeln
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17:52 13.06.2019
Peter Gebauer, Anita Schulz und gegenüber Michaela Zerbel auf der Bank im Garten vor der ehemaligen Stellmacherei, dem heutigen Wohnhaus von Michaela Zerbel Quelle: Foto: Anke Kisters
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Miekenhagen

Miekenhagen ist ein ehemaliges Gutsdorf. Mit seinen 65  Metern über dem Meeresspiegel liegt es für mecklenburgische Verhältnisse nahezu alpin. 60 Menschen leben im Ort. Wenn man in den Ort hinein fährt, führt der Weg über die einzige größere Straße, den „alten Kastanienweg“. Der Pfad war früher mit Kastanien bewachsen, daher der Name. Das Dorf säumen viele Einfamilienhäuser mit wunderschönen Gärten, und teilweise mit Teichen, in denen sich Fische vom Koi bis zum Goldfisch tummeln.

Eines dieser Häuser bewohnt Familie Schulz. Anita Schulz wurde 1947 hier geboren und wohnt, nachdem sie 33 Jahre in Rostock lebte, nun schon seit 2001 erneut in Miekenhagen. Sie erinnert sich: „Meine Eltern hatten früher hier – wie viele andere – eine neue Bauernwirtschaft. Die Ländereien des Gutes wurden aufgeteilt und die Leute in der Stadt mussten ernährt werden. Es gab viele Neubauern hier, die als Flüchtlinge nach Miekenhagen kamen und eine neue Bauernstelle erhielten. Einige waren der Aufgabe jedoch nicht gewachsen und gingen nach 1947 in den Westen. So existierten viele leerstehende Häuser, die an die Äcker angebaut wurden. Das förderte der Staat, damit wieder mehrere sesshaft wurden und das Land bewirtschafteten. So sollte die Stadt ernährt werden.“

Erinnerung an Feste im Gutspark

Anita Schulz ging hier zur Schule und besuchte ab der 9. Klasse das Internat in Satow. Der Fußweg dorthin sei fürchterlich gewesen und lehmig dazu. In Satow am See befand sich das Internat. Alle Kinder mussten zur Schule laufen. „Bei uns am Haus ging der Landweg entlang. Die Dorfbewohner sollten damals den Miekenhäger Weg nutzen und nicht die Allee entlanggehen. Ab der Chaussee gibt es ihn noch. Hier ist er übergepflügt. Unsere Freizeit verbrachten wir im Gutspark. Es gab auch einen Tennisplatz.“ Auf der freien und ebenen Fläche spielten die Kinder Völkerball. Erntefeste und Kinderfeste wurden dort auch gefeiert.

Einige sind zugezogen und verbringen ihren Lebensabend in Miekenhagen. Neuhinzugezogene haben unterschiedliche Gründe, hier zu leben – für viele spiele die Ruhe des Ortes eine große Rolle. Ohne Auto käme man jedoch manchmal nicht weg.

Michaela Zerbel ist der Meinung, dass Nachbarschaftshilfe in einem so kleinen und abgelegenen Ort umso wichtiger sei. „Als wir einmal eingeschneit waren, kam jeder mit jedem ins Gespräch. Ich fuhr mit Skiern los, um etwas zu besorgen. Jeder ist für jeden da. Das ist für die Dorfgemeinschaft äußerst wichtig.“ Genau diese Gemeinschaft macht das Dorf und den Zusammenhalt stark. Mittlerweile hat hier jeder ein Auto. „Ohne dem geht es nicht mehr“, so die Bewohner Miekenhagens unisono.

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Anke Kisters

Michaela Zerbel hat sich mit ihrer Familie ein kleines Paradies geschaffen – in Miekenhagen leben sie und ihre Tiere in „Freiheit“. Als sie hierher zogen, gab es auf dem Grundstück nur Wiese.

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