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Bad Doberan Der Geruch des Wassers
Mecklenburg Bad Doberan Der Geruch des Wassers
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15:39 14.06.2019
Einmal im Monat wird die Qualität des Wassers im Wasserwerk Kühlung durch ein externes Unternehmen überprüft. Michael Knitter nimmt dann verschiedene Proben, in denen unter anderem untersucht wird, wie viele Pflanzenschutzmittel im Wasser sind. Quelle: Cora Meyer
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Wittenbeck

Michael Stritter dreht den Hahn auf. Frisches klares Wasser sprudelt hinaus. Der 39-Jährige füllt einen Becher, riecht daran, probiert einen Schluck und kippt es wieder weg. Denn zum Trinken ist er nicht ins Wasserwerk Kühlung gekommen. Michael Stritter kontrolliert die Qualität des Wassers, das in Bad Doberan und Umgebung verbraucht wird.

Gemessen wird an Ort und Stelle

„Bei der Geruchs- und Geschmacksprobe lässt sich unter anderem feststellen, ob Eisen im Wasser ist.“ Bei anderen Schadstoffen braucht er technische Hilfestellung. Michael Stritter stellt einen Metallkoffer auf den Boden der großen Halle im Wasserwerk. Darin liegen auf Schaumstoff vier Messgeräte. Vorsichtig lässt Michael Stritter Wasser in ein Plastikfläschchen laufen. „Sprudeln darf es nicht“, sagt er, „das würde das Ergebnis verfälschen. Das sind standardisierte Prozesse.“ Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, misst er die meisten Werte direkt vor Ort vor einer der sechs riesigen Filteranlagen. Michael Stritter nimmt aus einer von zwei blauen Kühlboxen zwei Messbecher und ein Plastikfläschchen. Nacheinander hält er jeweils einen der Messfühler in das Fläschchen. Das Ergebnis trägt er in ein Protokoll ein.

Mit Messwerten hatte es der Schweriner auch in seinem vorherigen Beruf zu tun. Er war Raumausstatter. „Da habe ich Gardinen und Teppiche ausgemessen.“ Über einen Freund sei er dann zu dem Unternehmen Aqua Service mit Hauptsitz in Schwerin gekommen. Dorthin bringt Stritter auch die Proben aus dem Wasserwerk bei Wittenbeck. „Sozusagen auf dem Heimweg.“ Ein Labor untersucht sie dort unter anderem auf Nitratrückstände.“

Um die Qualität des feuchten Nasses gewährleisten zu können, lässt der Zweckverband regelmäßig Proben nehmen und untersuchen.

Immer der Nase nach

Damit hat Michael Stritter nichts mehr zu tun. Aber: „Es ist essenziell, dass die Proben korrekt entnommen werden. Was dabei falsch läuft, können sie im Labor nicht mehr retten.“ Deshalb haben Probenentnehmer wie er eine spezielle Schulung hinter sich. „Sie dauert ein halbes Jahr und es gibt eine Abschlussprüfung. Aber das ist kein Hexenwerk.“ Die Mitarbeiter müssen regelmäßig akkreditiert werden. Besonders häufig kontrolliert wird ihre Nase. „Bevor wir rausfahren zu den Kunden, wird überprüft, ob wir in der Lage sind, den Geruchstest zu machen.“

Michael Stritter kennt sich aus im Wasserwerk Kühlung. Zielstrebig geht er durch den Eingang und steigt die Stufen in die Halle hinab. Zehn Grad Celsius herrschen hier – sommers wie winters. „Mit dieser Temperatur kommt unser Wasser aus dem Hahn“, sagt Frank Lehmann, Chef des Zweckverbandes Kühlung. Der ZVK lässt die Schweriner einmal im Monat ihre Messfühler ausstrecken. „Wir kontrollieren selbst außerdem jede Woche das Wasser.“ Alle Tests sind gesetzlich in der Trinkwasserverordnung genau festgelegt. Dort steht auch, was alles untersucht werden muss. „Das ist sehr umfangreich“, sagt Frank Lehmann. Unter anderem sind das Mikroorganismen, Sulfat und Kupfer.

Keine Alternative zum Grundwasser

Das Wasserwerk liegt in einer Trinkwasserschutzzone mit vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Deshalb muss außerdem kontrolliert werden, inwiefern Pflanzenschutzmittel in das Grundwasser gelangt sind. Michael Stritter füllt dazu eine braune Flasche bis zum Rand, steckt einen Korken darauf und stellt sie in eine blaue Kühlbox. Für das Labor.

„Wir arbeiten sehr gut mit den Bauern zusammen“, sagt Frank Lehmann. „Wenn wir erhöhte Werte eines Mittels feststellen, überlegen wir gemeinsam, was zu tun ist.“ Ob beispielsweise eine Substanz verboten werden muss. Auch deshalb will das Unternehmen demnächst das Grundwasser untersuchen lassen. Dafür gibt es Fördermittel vom Land. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Nitratbelastung. In dreien der 29 Brunnen wurden die Grenzwerte im Jahr 2017 überschritten. Deren Wasser wurde dann mit dem anderer Brunnen vermischt. „Wenn die Brunnen zu stark belastet sind, müssen wir sie stillegen“, sagt Frank Lehmann. „Eine Alternative zum Grundwasser gibt es im Einzugsbereich des Zweckverbandes nicht. Deshalb ist es wichtig, Proben zu nehmen, um rechtzeitig reagieren zu können.“

Nach etwa einer halbe Stunde ist Michael Stritter im Wasserwerk Kühlung fertig. Er klappt den Metallkoffer mit den Messgeräten zu. Gemeinsam mit den Kühltaschen mit den Proben stellt er sie in seinen Wagen und macht sich auf den Weg ins Labor.

Cora Meyer

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