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Bad Doberan Zweckverband macht elektro-mobil
Mecklenburg Bad Doberan Zweckverband macht elektro-mobil
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18:00 18.03.2019
Setzen künftig auch auf E-Mobilität: ZVK-Geschäftsführer Frank Lehmann (r.) und Kläranlagen-Meister Hannes Müller vor dem neuen Elektrofahrzeug. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

Der Zweckverband Kühlung will künftig auch bei der Ausstattung seines Fuhrparks mit der Zeit gehen. „Wir haben jetzt das erste Elektro-Auto im Einsatz“, sagt ZVK-Geschäftsführer Frank Lehmann. „Das Fahrzeug wurde zunächst für zwei Jahre geleast, um die Alltagstauglichkeit für unseren Betrieb zu testen.“ Von der Halbinsel Wustrow bis zum Ostseebad Nienhagen sowie von Satow über Neubukow und Kröpelin bis nach Schwaan reiche das „recht kompakte Einzugsgebiet“, so Lehmann: „Das dürfte mit E-Fahrzeugen zu bewältigen sein – die Ladung müsste schon einen ganzen Tag halten.“

Fällt der zweijährige Test positiv aus, soll der gesamte Fuhrpark Stück für Stück umgerüstet werden. „Aktuell ist der Energie-Aufwand des ZVK für Strom, Wärme und Kraftstoffe mit Emissionen von jährlich etwa 1275 Tonnen Kohlendioxid verbunden“, erklärt Frank Lehmann. „Der Fuhrpark hat hierbei noch einen Anteil von 17 Prozent.“ Durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen könnte der in den Nachtstunden anfallende, überschüssige CO2-neutrale Strom gespeichert werden und zur Senkung der Emissionen in diesem Bereich beitragen.

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Eigenerzeugte Energie deckt 75 Prozent des Strombedarfes ab

Denn auf der Kläranlage in Bad Doberan wird längst eigener Öko-Strom produziert. Seit dem Jahr 2006 wird hier eine sogenannte geschlossene Schlammfaulung betrieben. Dabei werden alle im Zweckverband anfallenden Klärschlämme – die Anlage in Schwaan ausgenommen – bearbeitet. Der Anteil der Eigenenergie-Erzeugung konnte so von 49,8 Prozent im Jahr 2010 auf aktuell rund 75 Prozent gesteigert werden.

Wird aktuell zu 75 Prozent mit eigenerzeugtem Strom betrieben: die Kläranlage in Bad Doberan. Quelle: Lennart Plottke

„Durch die Klärschlamm-Faulung wird die zu entsorgende Schlammmenge um etwa 35 Prozent verringert und zum Teil in Faulgas umgewandelt“, rechnet Lehmann vor. „Durch diesen Prozess werden die Kosten für die thermische Entsorgung des Klärschlamms um jährlich fast 200 000 Euro reduziert.“ Mit einem Blockheizkraftwerk würden aus dem anfallenden Faulgas pro Stunde bis zu 175 Kilowatt Elektroenergie erzeugt sowie die dabei entstehende Wärmeenergie für die Schlammbehandlung genutzt, macht der ZVK-Chef deutlich: „Der gesamte elektrische Energiebedarf der Anlage liegt in einem Bereich zwischen 1300 und 1450 Megawattstunden pro Jahr – das entspricht dem Strombedarf von etwa 400 Haushalten.“

118 000 Kubikmeter Klärgas wurden 2018 abgefackelt

Allerdings: „Eine Rückspeisung des Stroms in das öffentliche Netz ist unter anderem aufgrund bestimmter Vorschriften des örtlichen Netzbetreibers derzeit nicht möglich“, erklärt Frank Lehmann. „Im vergangenen Jahr mussten deshalb 118 000 Kubikmeter Klärgas über eine Fackel verbrannt werden – damit könnte der jährliche Elektroenergiebedarf von 75 Haushalten gedeckt werden.“

Deshalb soll es in diesem Jahr Umbaumaßnahmen im Bereich der Energie-Einspeisung geben, kündigt Lehmann an: „Wir nehmen dafür 85 000 Euro in die Hand – dadurch können wir dann auf der Anlage 90 Prozent des Stromes selbst produzieren.“ Insgesamt habe man künftig mehr Strom zur Verfügung, erklärt auch Hannes Müller, Meister auf der Doberaner Kläranlage: „Wir arbeiten noch energieeffizienter – und können gucken, in welchen Bereichen dieser Strom einsetzbar ist.“

Ab sofort zumindest auch in einem elektronisch betriebenen Firmenwagen. „Der Zweckverband Kühlung beansprucht für sich, ein modernes Dienstleistungsunternehmen zu sein“, sagt Geschäftsführer Frank Lehmann. „Durch den Einsatz von E-Fahrzeugen drückt sich das jetzt auch öffentlich noch sichtbarer aus.“

Lennart Plottke

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