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Bad Doberan Zweite Seebrücke: Standort steht fest
Mecklenburg Bad Doberan Zweite Seebrücke: Standort steht fest
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16:41 08.06.2018
Die Bebauung der Seebrücke im Ostseebad Sellin/Rügen im Stil der Bäderarchitektur mit dem dahinter liegenden Schiffsanleger könnte als Vorbild für das Kühlungsborner Projekt herhalten. Allerdings werden in Kühlungsborn West das Gebäude und der Anleger mehrere hundert Meter weit vom Strand entfernt sein. Quelle: Söllner Frank
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Kühlungsborn

Das Ostseebad Kühlungsborn (Landkreis Rostock) ist dem Bau einer zweiten Seebrücke – im Ortsteil West – ein Stück nähergekommen. Die Stadtvertretung beschloss in einer Sondersitzung extra zu diesem Thema schon einmal den Standort. Die Seebrücke soll in der direkten Verlängerung der Hermannstraße gebaut werden. Damit entschieden sich die Stadtvertreter gegen den historischen Standort ein paar hundert Meter weiter westlich in der Verlängerung der Kolonnaden. Dort wurde um 1900 vor dem damaligen Kurhaus-Hotel eine Seebrücke gebaut, die aber in den 1940er Jahren in einem kalten Winter durch heftigen Eisgang zerstört und später nicht mehr aufgebaut wurde.

„Wir sollten uns für die Verlängerungsachse der Hermannstraße entscheiden, weil wir dort eigentlich nur an die vorhandene Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung anschließen brauchen und auch der Konzertgarten West in das Ensemble einbezogen werden kann“, sagte Stadtpräsident Uwe Ziesig (parteilos) vor der Abstimmung und verwies auf die Empfehlungen eines Gutachtens des renommierten Planers und Wasserbauingenieurs Bernd Opfermann.

So geschah es. Die 13 anwesenden Stadtvertreter fassten den Standort-Beschluss einstimmig und beauftragten den Bürgermeister, jetzt die Inkommunalisierung der für den Bau benötigten Strand- und Wasserflächen einzuleiten. Sie müssen aus der Hoheit des Landes in den Besitz der Kommune übergehen.

Damit wurden – und werden – wichtige rechtliche Voraussetzungen für den gewünschten Bau einer zweiten Seebrücke geschaffen. „Wir haben jetzt – was den Standort angeht – für die künftige Rahmenplanung Klarheit und ein möglicher Investor weiß nun, wo er bauen kann. Jetzt müssen wir uns in einem nächsten Schritt über das Wie verständigen“, so Ziesig.Über den Bau der zweiten Seebrücke am Strand von KühlungsbornWest wird seit 2007 immer mal wieder gesprochen. Zwischenzeitlich gab es Entwurfsplanungen und 2015/16 schien es gar, als wolle ein privater Investor im großen Stil loslegen. Doch herausgekommen ist bisher nichts Greifbares. Das soll sich jetzt ändern.

Architekturbüros sollen angeschrieben werden

„Die Stadtvertretung muss sich nun in den kommenden Monaten darüber klar werden, was wir auf einer solchen Brücke wollen und was nicht. Dann werden wir – in Form eines kleinen Wettbewerbs – mehrere Architektenbüros anschreiben und sie um Vorentwürfe bitten. Das sollte möglichst bis Ende dieses Jahres geschehen“, umreißt CDU-Fraktions-Chef Lars Zacher den weiteren Gang der Dinge.

Er persönlich – aber auch viele weitere Stadtvertreter-Kollegen, wie er aus Gesprächen weiß – können sich eine Seebrücke vorstellen, die 350 bis 500 Meter hinaus ins Meer führt und in ihrem hinteren Teil zwei Plattformen hat. Auf der einen könnte eine „Erlebnisgastronomie möglichst im Stil der Bäderarchitektur und etwas für die Kinder“ gebaut werden, die andere, dahinter liegende, solle als Schiffsanleger – auch für größere Schiffe – konstruiert werden. Als Vorbild könne man sich die schöne Seebrücke in Sellin/Rügen (siehe Foto) anschauen. „Aber nicht zum Nachbauen, sondern als Anregung. Wir wollen etwas eigenes haben, das ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für Kühlungsborn sein wird. Und nicht wie in Sellin fast auf dem Strand steht, sondern weit draußen im Meer“, so Zacher.

Stadt sucht Investor

Nachdem darüber Klarheit bestehen wird, was gebaut werden soll, werde es eine europaweite Ausschreibung geben, um einen privaten Investor zu finden. „Das wird aber diesmal keine unendliche Geschichte werden. Finden wir zeitnah einen, ist es optimal. Wenn nicht, wird die Stadt diese Seebrücke selbst bauen“, so der CDU-Fraktionschef. Diese Meinung ziehe sich quer durch die Fraktionen.

Der Wunsch nach einer zweiten Brücke werde von Jahr zu Jahr stärker. Es kommen immer mehr Gäste – auch Tagesgäste – nach Kühlungsborn. Die sich bisher aber vor allem im Ortsteil Ost mit den Anziehungspunkten Seebrücke, Hafen und Strandstraße tummeln würden. „Wir müssen den Ortsteil West attraktiver machen und das alles entzerren“, so Zacher.

Werner Lutz

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