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Mecklenburg 150 Millionen aus Schwerin: Diese Rostocker Großprojekte sind jetzt sicher
Mecklenburg 150 Millionen aus Schwerin: Diese Rostocker Großprojekte sind jetzt sicher
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06:59 15.05.2019
So könnte der neue Stadthafen aussehen – mit dem neuen Landesmuseum und einer Brücke über die Warnow. Quelle: Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung
Rostock

Die Schweriner Landesregierung erfüllt Rostocks große Träume: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) haben sich am Mittwoch auf ein 150-Millionen-Euro-Pakt für die Hansestadt geeignet. Die Bundesgartenschau 2025, der Neubau des Volkstheaters und auch das geplante Archäologische Landesmuseum am Stadthafen sind damit abgesichert.

Monatelanger Streit um Kosten

Hintergrund: Seit Monaten hatte es um die drei Großprojekte Streit zwischen Schwerin und Rostock gegeben. Nachdem die geplanten Baukosten für das neue Landesmuseum von ursprünglich 20 auf fast 80 Millionen Euro explodiert waren, zog Ministerpräsidentin Schwesig die Reißleine – und stoppte sämtliche Planungen. Auch vom Schweriner Koalititionspartner CDU hatte es massive Kritik an den Mammut-Bauten in Rostock gegeben. Die Landesregierung müsse das gesamte Land im Blick haben und könne nicht nur an der Warnow investieren, hatte Schwesig erst vor wenigen Wochen der OZ gesagt und einen „Gesamtplan für Rostock“ statt immer neuer Forderungen aus dem Rathaus zur Bedingung für Landeshilfen gemacht.

Diese Pakt scheint nun größtenteils zu stehen. Nach OZ-Informationen wird das Landesmuseum doch noch gebaut – an der Warnow. Allerdings soll das Vorhaben abgespeckt werden und maximal 40 Millionen Euro kosten. Die Hansestadt wird sich mit 15 Millionen Euro beteiligen und die notwendigen Aufschüttungen am Fluss sowie die Außenanlagen des Museums bezahlen. Das Museum wird allerdings nicht mehr rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2025 fertig sein, kann aber in seiner Entstehung für die Gartenbauausstellung genutzt werden, heißt es aus der Staatskanzlei.

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Auch die Bundesgartenschau 2025 ist gerettet: Das Land hat zugesagt, aus eigenen Mitteln und aus Geldern des Bundes rund die Hälfte der geplanten 120 Millionen Euro für die Umgestaltung des Stadthafens zu übernehmen. Von dem Geld soll unter anderem eine Brücke über die Warnow gebaut werden und ein Stadtstrand angelegt werden. Allerdings muss Rostock auch bei der Buga abspecken: Die Pläne für einen Sport- und Freizeitpark auf einer alten Deponie am Warnowufer lassen sich nicht realisieren – aufgrund der Bodenverhältnisse.

Der größte Posten im Millionen-Pakt ist aber das Volkstheater: Für mehr als 100 Millionen Euro soll die neue Spielstätte ebenfalls in der Nähe des Stadthafens gebaut werden. Schwesig und Methling einigten sich nun erstmals auf eine verbindliche Finanzierung: Das Land beteiligt sich mit 51 Millionen Euro an dem Neubau.

„Ein guter Tag für Rostock

Für Oberbürgermeister Roland Methling ist der Pakt mit dem Land die Krönung seiner im Juli endenden Amtszeit: „Wir haben Sicherheit für drei große Vorhaben, die Rostock und das Land voranbringen werden“, sagte er der OZ. „Rostock ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum unseres Landes. Deshalb ist es für das gesamte Land wichtig, dass sich Rostock gut entwickelt“, so Schwesig. Die Buga sei eine riesige Chance für die gesamte Region. Und weiter: „Wir haben uns beim Archäologischen Landesmuseum geeinigt. Das Volkstheater bereichert das kulturelle Leben in Rostock und im ganzen Land. Deshalb machen wir den Weg frei für den Neubau“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig.

Weitere Projekte in Arbeit

Die drei Großprojekte, die nun abgesichert sind, sollen aber nur der erste Schritt sein: Schwesig und Methling teilten bereits mit, dass über weitere gemeinsame Vorhaben in der Hansestadt bereits verhandelt wird. So planen Rostock und das Land den Bau eines Start-Up-Centers für junge, innovative Firmen an der Warnow. Und: Auch für eine neue Kinderklinik – das so genannte Eltern-Kind-Zentrum – sind erste Weichen gestellt worden. Das Krankenhaus für kleine Patienten wird am Klinikum Südstadt entstehen. „Das Geld ist da, das Projekt wird nur noch durch bestimmte Kreise der Uni-Medizin gebremst“, so Methling.

Andreas Meyer