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Grevesmühlen 9. Wismarer Stuhlparade lockt Besucher
Mecklenburg Grevesmühlen 9. Wismarer Stuhlparade lockt Besucher
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12:25 28.05.2019
Karin Auerbach, Leiterin der offenen Kaso-Werkstatt, in einem Raum voller Stühle, die im Verein aufgearbeitet wurden. Sie sind gegen Spenden erhältlich. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Stühle über Stühle. Mit weißen Beinen und bunten Polstern. Mit Geflecht als Lehne und Sitzfläche. Stühle aus den Fünfzigerjahren und älter. Ein besonderer Schaukelstuhl, Sessel, Kinderstühle und ein vom Poeler Künstler Joachim Rozal bemalter Stuhl. Die Sitzmöbel füllen drei Räume beim Kunstverein Kaso (Kreativ arbeiten und Soziales organisieren). Am Sonnabend, dem 1. Juni, sollen sie an die Leute gebracht werden. Dann findet von 10 bis 17 Uhr die 9. Stuhlparade des Vereins in der ABC-Straße statt.

Karin Auerbach präsentiert ein besonderes Möbelstück: ein Sessel mit zwei Rollen. Auch kleine Tische sind am 1. Juni zur Stuhlparade erhältlich. Quelle: Haike Werfel

Hunderte Stühle werden meterlang auf den Gehwegen beidseitig der Straße stehen. Meist Einzelstücke, aber auch 2er-Sets und Gruppen. „Wir wissen selbst nicht, wie viele es sind“, sagt Karin Auerbach, Leiterin der offenen Werkstatt. Mit 156 Stühlen fing’s an, in den letzten Jahren waren es zwischen 200 und 300. Jetzt vielleicht um die 500? „Wir lassen die Menschen schätzen. Wer am dichtesten ans Ergebnis herankommt, darf sich einen Stuhl aussuchen.“ Bis zum 31. Mai um 18 Uhr nimmt der Verein die Schätzwerte entgegen. Tags darauf wird um 11 Uhr der Sieger bekanntgegeben.

Es sind ausschließlich Holzstühle, die Kaso gespendet bekam und aufgemöbelt hat. Das war die Idee vor neun Jahren: Müll vermeiden und Ausrangiertes nicht wegschmeißen, sondern aufarbeiten und einer neuen Verwendung zuführen. Geschickte Frauen und Männer des Vereins haben die Stühle in den vergangenen Monaten repariert, abgeschliffen, gewachst, bemalt, die Polster mit neuen, teils gespendeten Stoffen bezogen. „Die Handwerkstechniken haben sie sich hier angeeignet. Wir machen es so gut, wie wir’s können, nehmen keinem die Arbeit weg“, betont Karin Auerbach.

Gegen eine Spende sind die Stühle am 1. Juni zu haben – ab mindestens fünf Euro. „Viele Besucher, zum Beispiel Studenten, freuen sich, für kleines Geld Stühle zu erstehen“, weiß Karin Auerbach. Für die meisten Sitzmöbel erwartet der Verein 25 Euro, für aufwendig reparierte um die 100 Euro, für die sehr alten Stücke und Sessel 150 bis 180 Euro. Die Einnahmen hat Kaso, der nach wie vor um seine Existenz fürchten muss, bitter nötig. Im kommenden Jahr läuft erneut die Förderung aus.

Nasrollah Rajabzada, gelernter Schneider aus Afghanistan, hat diesen Schaukelstuhl neu bezogen. Ein besonderes Sitzmöbel, denn es steht auf einem festen Gestell. Quelle: Haike Werfel

Der Verein betreut und beschäftigt Menschen, die seit Jahren ohne Job, psychisch krank oder gehandicapt sind oder als Geflüchtete nach Wismar kamen. Die meist Alleinstehenden nutzen das Angebot der offenen Werkstatt auch, um der Einsamkeit zu entfliehen. „30 bis 40 Menschen kommen täglich zu uns“, sagt Christa Clausen, die Vereinsvorsitzende. Zehn von ihnen hat das Jobcenter vermittelt. Es könnten durchaus mehr sein. Denn ein Anliegen von Kaso ist es auch, jene Menschen, die dazu in der Lage sind, wieder in Arbeit zu bringen. Von 44 Frauen und Männern fanden im zurückliegenden Jahr elf einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt, sieben eine geringfügige Beschäftigung und zwei junge Leute haben eine Ausbildung begonnen. Fünf Personen hat der Verein zum Bundesfreiwilligendienst vermittelt.

Wer sich nicht nur für Stühle interessiert, sondern auch für Keramik, kann am Tag der Stuhlparade einen Rohling aus Ton – Tasse, Teller oder Schüssel – bemalen. Aussuchen ist schon jetzt möglich. Im Kaso gebrannt, kann die Keramik Mitte Juli beim 14. Pöttermarkt vor St. Nikolai abgeholt werden – im Tausch gegen eine Kuchenspende.

Kaso-Vereinsvorsitzende Christa Clausen lädt Interessierte ein, Rohlinge aus Ton zu bemalen. Quelle: Haike Werfel

Haike Werfel

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