Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Schweinepest: Das müssen Tierhalter in Nordwestmecklenburg beachten
Mecklenburg Grevesmühlen

Afrikanische Schweinepest: Das müssen Tierhalter alles wissen und beachten

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 09.01.2020
Ein Rotte überquert ein Feld bei Groß Walmstorf. Quelle: Michael Prochnow
Anzeige
Grevesmühlen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat bereits die polnisch-deutsche Grenze erreicht, es sei nur eine Frage der Zeit, bis der erste Fall in Mecklenburg-Vorpommern auftaucht, sagen Experten. Das Veterinäramt des Landkreises Nordwestmecklenburg hat jetzt eine Mitteilung herausgebracht, in der sie unter anderem die Auflagen für Tierhalter erläutert.

Warum ist die Schweinepest so gefährlich?

Darin heißt es: Die für den Menschen ungefährliche Viruserkrankung infiziert sowohl Wild- als auch Hausschweine. Die ASP ist von der Klassischen Schweinepest (KSP) nur schwer zu unterscheiden. Symptome sind hohes Fieber, Blutungen in der Haut, den inneren Organen und Lymphknoten sowie Lähmungserscheinungen. Vermehrtes Auftreten von Todesfällen, erfolglose antibiotische Behandlungen, verminderte Wurfgröße, Abmagerung und ggf. auch Verhaltensveränderungen können Hinweise auf ASP oder KSP sein. Die Übertragung erfolgt sowohl auf direktem Wege von Tier zu Tier als auch insbesondere über virushaltige Materialien. Einen Impfstoff gibt es noch nicht. Ein Ausbruch hätte weitreichende Auswirkungen auf den Handel, die Jagd und auf alle Hobbyschweinehalter.

Diese Schutzmaßnahmen empfiehlt das Veterinäramt

Deshalb gibt es Schutzmaßnahmen, die ab sofort greifen. Dazu gehören: Konsequente Hygienemaßnahmen auf dem Hof einhalten, wie zum Beispiel Kleidungswechsel, Zugangsbeschränkungen für Personen, Schadnagerbekämpfung, Reinigung und Desinfektion, Hunde vom Schweinestall fernhalten. Es ist verboten Speise- und Küchenabfälle (inklusive Wurstwaren und Schlachtabfälle) zu verfüttern, Futtermittel und Einstreu sind so zu lagern, dass Wildschweine hierzu keinen Zugang haben. Grünfutter sollte von Flächen stammen, zu denen Wildschweine keinen Zugang haben, der Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen ist strikt zu unterbinden, alle unklaren Krankheitsgeschehen im Bestand mit hohem Fieber bzw. erhöhter Sterblichkeit sind durch den Hoftierarzt abklären zu lassen.

Das sind die rechtlichen Hintergründe

Der Betrieb einer Freilandhaltung (Haltung von Schweinen im Freien ohne feste Stallgebäude, lediglich mit Schutzeinrichtungen zum Beispiel Hütten) bedarf der Genehmigung durch das Veterinäramt. Der Betrieb einer Auslaufhaltung (festes Stallgebäude vorhanden, Schweine haben die Möglichkeit, sich zeitweilig im Freien aufzuhalten) ist dem Veterinäramt schriftlich anzuzeigen. Jeder Schweinehalter muss in der Lage sein, seine Schweine notfalls unverzüglich aufstallen zu können. Das Veterinäramt kann ergänzende Auflagen, insbesondere zur Einzäunung und Untersuchung von Schweinen, anordnen.

Unabhängig von der Haltungsform sind in das zu führende Bestandsregister alle Zugänge und Abgänge von Schweinen unter Angabe des Namens und der Anschrift des bisherigen Besitzers bzw. des Erwerbers, das Datum des Zugangs bzw. Abgangs sowie alle Verendungen unverzüglich einzutragen. Darüber hinaus ist beim Zukauf von Schweinen immer die Übernahmemeldung beim MQD GmbH in Güstrow (Tel.: 038 43 / 75 10, www.mqd.de) zu veranlassen. Tote Tiere und Tierkörperteile sind über die SecAnim in Malchin (Tel.: 039 94 / 20 9 60) entsorgen zu lassen.

Die wichtigsten Nummern und Kontakte

Philipp Aldinger, Leiter des Veterinäramtes Nordwestmecklenburg. Quelle: Michael Prochnow

Alle Schweinehalter, die noch nicht beim Veterinäramt entsprechend registriert wurden, haben dieses unverzüglich nachzuholen unter den Telefonnummern 038 41 / 30 40-39 12 und -39 13 oder per E-Mail an n.kebschull@nordwestmecklenburg.de. Bei fachspezifischen Fragen steht Amtstierarzt Philipp Aldinger unter 038 41 / 30 40-39 00 zur Verfügung.

Lesen sie auch:

Von Michael Prochnow

Das Verwaltungsgericht in Schwerin hat den Eilantrag der Gemeinde Testorf-Steinfort abgelehnt. Die hatte gegen die Fortsetzung der Verwaltungsgemeinschaft geklagt, der Vertrag ist zum 1. Januar in Kraft getreten.

08.01.2020

Seit 2017 neuer Rekord: Bei der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ kamen insgesamt 9600 Euro zusammen – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Profitieren werden davon der Freibadverein und die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde.

08.01.2020

Beim achten Tanzfestival im Ostseebad Boltenhagen werden auf fünf Tanzflächen fast 30 Kurse angeboten. Von Tango Argentino über Discofox bis zum schnellen Lindy Hop haben die Tanzlehrer ein buntes Repertoire.

07.01.2020