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Grevesmühlen Tempo-30-Zonen für die Randgebiete gefordert
Mecklenburg Grevesmühlen Tempo-30-Zonen für die Randgebiete gefordert
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12:45 10.06.2019
Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler im Gespräch mit Anwohnern im AWG-Viertel. Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Soviel steht fest: „An Schildermangel leidet Grevesmühlen nicht.“ Ginge es nach Bürgermeister Lars Prahler würden etliche Schilder in der Stadt verschwinden. „Aber leider haben die Stadt und der Bürgermeister in Sachen Verkehrsschilder ziemlich wenig zu sagen.“ Hintergrund dieser Aussage waren die vielen Gespräche, die das 47-jährige Stadtoberhaupt bei seinem Rundgang durch die Stadtteile geführt hat. An insgesamt sechs Stationen im gesamten Stadtgebiet stellte er sich den Fragen der Anwohner. Und ein Problem beschäftigt sie alle: Das Tempo der Fahrzeuge in den Wohngebieten. „Eine Spielstraße einzurichten, macht nur in den wenigsten Fällen wirklich Sinn“, so Lars Prahler. „Weil dann beispielsweise Gehweg und Straße nicht mehr getrennt wären.“ Tempo-30-Zonen sei da schon die bessere Lösung. „Aber auch hier gilt: Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises entscheidet, wo Autos wie schnell fahren dürfen.“ Und da klaffen behördliche Vorschriften und subjektives Empfinden der Anwohner bisweilen kilometerweit auseinander.

Straßenverkehrsbehörde des Landkreises entscheidet über Tempo und Beschilderung

Die Karl-Marx-Straße in Grevesmühlen. Quelle: Michael Prochnow

Zumindest im Wohngebiet zwischen Bahnhofstraße, Bürgerwiese und Breitscheid-Straße soll das Thema Tempo-30-Zone in den Ausschüssen zur Sprache kommen und gegebenenfalls ein Antrag an den Landkreis gestellt werden. Dann würden in dem Bereich die Vorfahrtsschilder wegfallen, die Straßen wären allesamt gleichrangig und die Anwohner zufrieden – wenn es denn so kommen sollte. „Versprechen können wir nichts, aber ich bin mir sicher, dass die Ausschüsse mit den neuen Stadtvertretern eine vernünftige Lösung finden werden“, so Lars Prahler.

Vorerst keine weiteren Straßensanierungen in Grevesmühlen

Eine Absage erteilte das Stadtoberhaupt den Anwohnern in Sachen Straßensanierung in Grevesmühlen. Jegliche Pläne, die Straßen in den Wohngebieten zu erneuern, liegen vorerst in den Schubladen. Allein in der Kirchstraße und den angrenzenden Bereichen wird in diesem Jahr gebaut. Ansonsten werden erst einmal nicht passieren. „Der Grund für meine Entscheidung ist ziemlich einfach“, so der Bürgermeister. „Der Landtag hat beschlossen, die Straßenausbaubeiträge aufzuheben, mit denen wir bislang rund 75 Prozent der Kosten auffangen konnten. Das Problem ist nur, dass das Gesetz noch gar nicht in Kraft getreten ist. Wenn wir also jetzt eine Straße sanieren, dann würden wir Ausbaubeiträge verlangen, und das versteht der Bürger nicht. Deshalb machen wir erst einmal gar nichts.“

Zu wenig Parkplätze in den Wohngebieten im Osten der Stadt

Dabei gebe es eine Menge zu tun. Allein die Wohngebiete im Osten der Stadt, angefangen beim Ploggenseering über den Wasserturm bis zum Grünen Ring sind in den 1970-er und 1980-er Jahren entstanden. Die Betonstraßen sind marode, die Bürgersteige reine Stolperfallen. „Natürlich muss dort etwas passieren“, so Prahler. „Aber das Problem mit den Straßenausbaubeiträgen bleibt, wir können im Moment als Kommune nicht handeln, da wir nicht wissen, wie wir den Straßenbau finanzieren sollen.“ Und nicht nur die Straßen sind sanierungsbedürftig, ein weiteres Problem sind die Parkflächen. Die Wohngebiete wurde in einer Zeit

Grevesmühlens Bauamtsleiter Holge Janke notiert sich die Anregungen der Bürger. Quelle: Michael Prochnow

geplant und gebaut, als nicht einmal jede Familie ein Auto hatte. Zudem standen die meisten Fahrzeuge in der Garage. Heute gehören nicht selten zwei Fahrzeuge zu einer Wohnung. Im Wasserturm wird die Situation noch dadurch verschärft, dass, seitdem die Lehrer der Regionalen Schule Parkgebühren zahlen sollen, sie auf die Wohngebiete ausweichen. „Von 7 bis 14 Uhr traut sich schon niemand mehr, sein Auto wegzufahren aus Angst, dass dort einer der Lehrer sein Fahrzeug abstellt“, sagt einer der Anwohner. Angesichts der knappen Parkflächen sei das ziemlich ärgerlich.

Apropos Ärger: Den gibt es seit etlichen Jahren in der Rehnaer Straße in der Südstadt. Die Linden, die dort stehen, sorgen nicht nur für jede Menge Laub und reichlich Schatten, sondern mit ihren Wurzeln auch dafür, dass Gehwege und Grundmauern beschädigt werden. So berichten Anwohner davon, dass die Wurzeln bis in die Keller dringen würden. Die Gehwege sind durch das Wurzelwerk an zahlreichen Stellen um einige Zentimeter angehoben worden, für allem für ältere Menschen sei das eine große Gefahr, so die Hausbesitzer. In den nächsten Wochen will Bauamtsleiter Holger Janke sich die Schäden in den Kellern ansehen.

Der Gehweg in der Rehnaer Straße ist durch die Wurzeln eine reine Stolperfalle geworden. Die Anwohner kritisieren den Zustand seit Jahren. Quelle: Michael Prochnow

Michael Prochnow

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