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Grevesmühlen Anwohner protestieren gegen Baugebiet und Straßenlärm
Mecklenburg Grevesmühlen Anwohner protestieren gegen Baugebiet und Straßenlärm
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17:52 16.04.2019
Karin Bestmann hält die Mappe in der Hand und diskutiert mit den anderen Anwohnern das weitere Vorgehen. Die Interessengemeinschaft möchte nicht, dass der gesamte Verkehr der geplanten Baugebiete durch die Straße des Friedens führt. Quelle: Dirk Hoffmann
Rosenhagen

Mehrere Anwohner sind gekommen. An diesem Abend haben sie wie so oft in den letzten Wochen und Monaten ein Thema, das sie beschäftigt: vier geplante Baugebiete. Außerdem keine gesonderte Zufahrt. Was kommt da alles auf uns zu, fragen sich die in Rosenhagen lebenden Bürgerinnen und Bürger.

„Es ist eine völlig unangepasste Bebauung“, meint der seit seiner Geburt in Rosenhagen lebende Gert Burde (68) mit Blick auf die zuerst geplante Umsetzung des Bebauungsplans Nr. 17. Vorgesehen sind hier 15 Gebäude, von denen einige eine Länge von 27,50 Metern haben. Laut Satzung sind hier für den Hauptbaukörper und für die Seitenflügel eine maximale Traufhöhe von sieben Meter zulässig. Für den Hauptbaukörper ist eine maximale Firsthöhe von 9,50 Meter zulässig. Außerdem dürfen die Dachaufbauten der zum Ferienhausgebiet zwei gehörenden Gebäude die festgesetzte maximale Gebäudehöhe des Hauptbaukörpers um bis zu einem Meter überschreiten. „Dazu sollen sie auch noch auf dieser Anhöhe gebaut werden. Dann würden sie alles um sich herum um mehrere Meter überragen“, so Erwin Mittmann, der 2011 von Unna in dieses mecklenburgische Kleinod an der Ostsee umzog.

Auch die in dem vor einigen Jahren entstandenen Ferienhausgebiet 21 (54 Häuser) regelmäßig Urlaub machenden Menschen hätten vermutlich ihre helle Freude daran, wenn ihnen jetzt die freie Sicht genommen wird, so Mittmann weiter. Für ihn ist es unvorstellbar und einfach nicht nachzuvollziehen, in welchen Dimensionen hier gebaut werden soll. „Es macht uns krank. Alles wird plattgemacht. Es muss Schluss sein damit“, so der in Rosenhagen geborene Hartmut Heesen (55).

Laut Satzung sind im Bebauungsplan Nr. 17 im Ferienhausgebiet eins (sechs Gebäude) maximal zwei Ferienwohnungen, im Ferienhausgebiet zwei (fünf Gebäude) maximal fünf Ferienwohnungen und im Ferienhausgebiet drei (zwei Gebäude) maximal vier Ferienwohnungen je Gebäude bzw. zwei Ferienwohnungen je Doppelhaushälfte zulässig. Im Ferienhausgebiet vier sind maximal 16 Ferienwohnungen/-Hotelzimmer und in den beiden Wohngebieten (jeweils ein Gebäude) maximal je zwei Wohnungen zulässig. In den ausgewiesenen Sondergebieten darf laut Satzung die Anzahl der Betten für Feriengäste insgesamt 175 Betten nicht überschritten werden.

Verstehen kann Dassows amtierende Bürgermeisterin Annett Pahl die Bedenken der Anwohner durchaus. Auf der anderen Seite habe man sie aber auch immer mit eingebunden, waren sie nach dem Entwurf 2016 im Beteiligungsverfahren mit angehört und die Bebauung reduziert worden. „Es soll ein Hofensemble entstehen“, erklärt Pahl. Gebaut wird es um die alte Scheune, wo ein Appartementhotel in der Planung ist.

Auch die Annahme, dass hinter vorgehaltener Hand die Umsetzung des Bauvorhabens längst begonnen hat, stimmt nach Pahls Aussagen so nicht. Es handelt sich lediglich um Maßnahmen für die äußere Erschließung, die aufgrund des im Sommer 2018 erfolgten Abwägungsbeschlusses rechtlich gesehen durchgeführt werden können.

Um den nach der Auslegung 2017 beschlossenen B-Plan umzusetzen, muss nach Darstellung von Pahl noch ein Satzungsbeschluss erfolgen. Eine entsprechende Empfehlung hatte am vergangenen Donnerstag der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Tourismus der Dassower Stadtvertretung gegeben. Diese wird jetzt am 14. Mai in ihrer Sitzung darüber befinden. „Erst wenn die Satzung beschlossen ist, kann sie auch veröffentlicht werden,“ so Annett Pahl.

Neben diesem nach Ansicht der Anwohner zu großen Baugebiet umtreibt sie die Sorge, dass dann der gesamte Verkehr durch ihre Straße des Friedens fließt. Sie rechnen mit weitaus mehr als den täglich 500 Kfz, die ein von der Stadt 2017 in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten angibt. Das haben sie in einer der vorherigen Stadtvertretungen und dann jetzt mit einem erneuten Anschreiben an Dassows amtierende Bürgermeisterin deutlich gemacht. „Der Bauausschuss hatte sich danach noch einmal mit dem Thema befasst. Bis zum 1. Mai können noch Stellungnahmen abgegeben werden. Danach wird es dann eine Einwohnerversammlung dazu auch noch einmal geben“, so Pahl. Dort könnte es hitzig zugehen. Denn in dem Antwortschreiben der Interessengemeinschaft vom 9. April unter Federführung von Karin Bestmann an die amtierende Bürgermeisterin heißt es wie folgt: „Wir als betroffene Anwohner widersprechen nochmals in aller Form, dass der komplette An- und Abfahrtverkehr aller vier Baubereiche allein über die Straße des Friedens geführt werden soll. Die entsprechend Ihrem Gutachten allein für den B-Plan 17 zu erwartenden 500 Kfz pro Tag stellen eine unerträgliche Verkehrs- sowie Lärmbelastung für uns Anwohner dar. Das Gutachten attestiert auch, dass die nur 3,50 m breite Straße des Friedens in keiner Weise geeignet ist, dieses hohe Verkehrsaufkommen zu verkraften.“ Stattdessen sollte in diesem Zusammenhang über eine neue Straße östlich der Ortschaft nachgedacht werden. Das halten die Anwohner für sinnvoll und haben das in dem Antwortschreiben als Alternative aufgezeigt.

Dirk Hoffmann

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