Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Aus für Töpferhaus beschlossen
Mecklenburg Grevesmühlen Aus für Töpferhaus beschlossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:23 05.11.2015
Mit Sorge blickt die Leiterin der Familienbegegnungsstätte in Dassow auf den Töpferhaus, das laut einem Mehrheitsbeschluss der Stadtvertretung abgerissen werden soll. Hannelore Stuppy kündigt Widerstand an. Quelle: Jürgen Lenz
Anzeige
Dassow

Das „Töpferhaus“ genannte Nebengebäude des alten Rathauses in Dassow (Nordwestmecklenburg) wird abgerissen. Das hat eine Mehrheit der Stadtvertreter am Dienstagabend beschlossen. Dafür stimmten neun Abgeordnete, dagegen waren Bürgermeister Jörg Ploen (SPD) und die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Anne Brauer (SPD-Fraktion). Das Pikante der Entscheidung: Dassow hat in den vergangenen Jahren mehrere Zehntausend Euro für Sanierungsarbeiten am Töpferhaus ausgegeben – ebenfalls nach Beschlüssen der Stadtvertretung.

„Ich finde es empörend, dass so mit Geld umgegangen wird“, sagt Hannelore Stuppy, Leiterin der im alten Rathaus untergebrachten Familienbegegnungsstätte. Sie ist entschieden gegen den Abriss, schätzt, dass für Sanierungsarbeiten, Pläne und Kostenschätzungen bereits rund 60 000 Euro ausgegeben wurden. Die Leiterin der Familienbegegnungsstätte sagt zudem: „Wir haben hier im alten Rathaus kein Nebengelass, wo wir etwas lassen können.“ Auch sei wegen der enormen Nachfrage von Kursteilnehmern ein größerer Raum fürs Töpfern nötig – der im Töpferhaus geschaffen werden könnte.

Anzeige

50 000 Euro wird der Abriss laut einer Kostenberechnung kosten, eine Sanierung hingegen 33 000 Euro, ein Teilabbruch mit Herstellen einer Außenterrasse inklusive Sonnensegel noch weniger: 28 000 Euro. Warum trotz höherer Kosten ein Abriss? Vor dem Hintergrund der bisherigen Kosten für Sanierungsarbeiten an dem mit Schwamm befallenen Gebäude sagte Monika Döbler<TH>(SPD) am Dienstagabend: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Es gehe um ein „Fass ohne Boden“. Maik Oldenburg (Wählergemeinschaft Ostseestrand, WGO) sagte: „Es muss einmal ein Ende sein. Es geht da Geld rein, Geld rein, Geld rein.“ Thomas Badermann (CDU) sagte über den Abriss und mögliche weitere Sanierungskosten: „Der Abriss kostet erst mal mehr Geld, unterm Strich wird aber weniger Geld gezahlt.“ Karl-Hermann Hey (WGO) argumentierte, die drei Varianten für das Töpferhaus würden nur anzeigen, wie viel Geld die Stadt Dassow zusätzlich zu dem rausschmeiße, was sie bereits rausgeschmissen habe. Hey forderte: „Wir müssen das Ding verschwinden lassen oder eine vernünftige Nutzung haben  - und die haben wir schon seit Jahren nicht gefunden.“n Abriss gar nicht leisten.“



Lenz, Jürgen

04.11.2015
04.11.2015