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Grevesmühlen Beschluss zum Schulcampus vertagt
Mecklenburg Grevesmühlen Beschluss zum Schulcampus vertagt
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16:16 02.10.2018
Die Regionale Schule „Am Wasserturm“ in Grevesmühlen aus der Vogelperspektive. Auf der sogenannten Bürgermeisterwiese (rechts) könnte ein Schulcampus entstehen.
Die Regionale Schule „Am Wasserturm“ in Grevesmühlen aus der Vogelperspektive. Auf der sogenannten Bürgermeisterwiese (rechts) könnte ein Schulcampus entstehen. Quelle: RONALD GROSS
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Grevesmühlen

Von dieser Entscheidung hängt alles ab – und die Zeit rennt: Bis zum 15. Oktober hat die Stadtverwaltung Grevesmühlen die Möglichkeit, Anträge zu stellen, um in das sogenannte EFRE-Förderprogramm, ein europäischer Fonds für Regionale Entwicklung, zu rutschen. An erster Stelle der Prioritätenliste: das Projekt Schulcampus. Als zu fördernde Summe, so entschieden es die Stadtvertreter am Montagabend in einer Sondersitzung, werden knapp 25 Millionen Euro eingereicht. Das sind mehr als die Hälfte weniger, als mit der Machbarkeitsstudie für den Schulcampus errechnet worden war. Ein externes Unternehmen stellte diese in der vergangenen Woche vor und hatte unterm Strich mehr als 51 Millionen Euro für Neubau und Sanierungsmaßnahmen vorhandener Schulgebäude stehen. Zwei Varianten wurden verglichen, die sich in Summe und Neubaufläche nur minimal unterscheiden. Eine Entscheidung, welche Variante favorisiert wird, trafen die Stadtvertreter am Montagabend nicht. Das Thema kommt Ende Oktober oder Mitte Dezember noch einmal auf die Tagesordnung, zunächst wird darüber in den Ausschüssen diskutiert.

Ohne Fördermittel kein Schulcampus

So viel steht fest: Fließen keine Fördermittel, zerplatzt der Traum eines Schulcampus wie eine Seifenblase. Nötig sei dieser, so betonte es Bürgermeister Lars Prahler am Montagabend noch einmal, „weil Grevesmühlen als Mittelzentrum mit dem, was wir haben, nicht zukunftsträchtig ist.“ Insbesondere sei die Regionale Schule „Am Wasserturm“ und die Grundschule „Am Ploggensee“ genannt. Erbaut wurden die Einrichtungen in den 1970er Jahren und am Standard habe sich kaum etwas geändert. Mit steigenden Schülerzahlen wird der Platz knapp. Der Wunsch nach einer Aula, zusätzlichen Sporträumen und besseren Essensmöglichkeiten sei gerechtfertigt. Doch 51 Millionen Euro sind mal nicht eben in der Haushaltskasse und ein Kredit über diese Summe sei illusorisch. Aber: „Wir stehen am Anfang unserer Bemühungen und sollte nicht schon die Segel streichen“, so Lars Prahler.

Was wird aus dem Hort an der Grundschule „Fritz Reuter“?

Mit der zu beantragenden Fördersumme könnten neben einem Neubau auf der sogenannten Bürgermeisterwiese, der Freifläche an der Grund- und der Regionalen Schule, vor allem kurzfristige Sanierungen und Umbaumaßnahmen realisiert werden. Auf der Dringlichkeitsliste stehen die energetische Sanierung und die Instandsetzung des Dachs der Ploggenseeschule sowie die Schaffung eines zweiten, außen liegenden Rettungsweges an der Wasserturmschule. Zunächst hinten runterfallen würde nun allerdings der Hortbau an der Reuterschule. Dabei sei gerade der für Ralf Grote (CDU) und Stefan Baetke mit das Wichtigste. „Wir würden uns freuen, wenn dort im kommenden Herbst die Bagger rollen“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Doch für das 3,5 Millionen Euro teure Projekt liege kein Fördermittelbescheid vor, verdeutlichte Lars Prahler. Kurzum: Die Hortsituation wird sich vorerst nicht entspannen.

Ein Etappendenken sieht Hans-Joachim Schönfeldt (SPD) als angebrachter. „Wir wissen eigentlich nicht, wohin wir steuern. Die Planungen an der Reuterschule hätten wir schon längst voranbringen können. Wenn wir so weitermachen, dann wird aus Campus 2030 irgendwann 2040 oder 2050“, kritisierte er. Die Machbarkeitsstudie schätzte er als deprimierend ein. „Die Förderschule ist so schlechtgemacht worden, dass Eltern, die ihre Kinder jetzt dort haben, Angst haben müssen, ihre Kinder hinzuschicken“, nimmt er Bezug auf die Argumente des externen Unternehmens, dass das Gebäude unter anderem wegen brandschutztechnischer Mängel, fehlender Barrierefreiheit, der geringen Durchfahrtsbreite für die Feuerwehr und der auf dem Schulhof befindlichen Toiletten als Lerneinrichtung nicht mehr nutzbar sei. Solch ein düsteres Bild zu malen sei der falsche Weg, argumentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Roland Anderko in Richtung des SPD-Stadtvertreters. „Wir wollen etwas tun und der jetzt eingeschlagene Weg ist der richtige.“

Das soll noch gefördert werden

Die Prioritätenliste für das EFRE-Förderprogramm ist geschrieben: Grevesmühlen hofft neben der Förderung des Projekts Schulcampus auch auf Geld für die Neugestaltung der Wismarschen Straße und für das Naherholungszentrum am Vielbecker See und Ploggensee.

EFRE steht für Europäischer Fond für regionale Entwicklung. Gefördert werden 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Mindestbauvolumen muss 100 000 Euro übersteigen und das Projekt bis 2023 umgesetzt sein.

 

Jana Franke

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