Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Bothmer als Kulisse für einen spannenden Roman
Mecklenburg Grevesmühlen Bothmer als Kulisse für einen spannenden Roman
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:37 27.03.2019
Schloss Bothmer Quelle: Helmut Strauss
Anzeige
Boltenhagen/Berlin

Liebe, Gesellschaft, Kultur und ein Blick in die Vergangenheit, das alles bietet der Roman „Vom Himmel zum Meer“. Es ist der zweite Roman der Autorin, der in der Nähe von Berlin lebt und die sich auf einer Reise mit ihrer Familie spontan in den Klützer Winkel verliebt hat. Und auch deshalb finden sich in dem Buch Orte und Gebäude aus der Region wieder.

OZ: Wenn ich richtig informiert bin, war die Inspiration zu Ihrem ersten Buch die Liebesgeschichte Ihrer Großeltern, was hat Sie zur Idee des zweiten Romans gebracht?

Die Autorin Lisa Marks heißt eigentlich Kerstin Sgonina und lebt bei Berlin. Quelle: Sebastian Fuchs

Kerstin Sgonina alias Lisa Marcks: Auch in „Vom Himmel zum Meer“ findet sich ein wenig Familiengeschichte, wenn auch nur am Rand: Mein Ururgroßvater leitete gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Waisenhaus. Anhand seiner Aufzeichnungen habe ich die Einrichtung, in der meine Hauptfigur Agnes aufwächst, entworfen. Doch am Anfang des Schreibens stand die Figur selbst, Agnes Martin, die weder ihr Geburtsdatum noch ihren wahren Namen kennt. Ich habe mich gefragt, ob jemand, dem so etwas widerfährt, dennoch zu einem tatkräftigen und optimistischen Menschen heranreifen kann. Früh war mir klar, dass die Geschichte zur Zeit der Cholera in Hamburg spielen soll, dann aber weiter an die Ostsee geht. Als ich mit meinem Mann und meinen Kindern einmal dort herumfuhr – von Hamburg aus kommend über Landstraßen in Richtung Boltenhagen, haben wir das Schloss Bothmer entdeckt. Ich wusste damals schon, dass meine Hauptfigur Agnes ein altes, romantisches Herrenhaus finden würde, das eher einem englischen Landsitz gleichen sollte als einem Schloss mit Türmchen und Burggraben. Als wir dann ausstiegen und auf das Schloss zuliefen, wusste ich: Das ist es!

Und so sind sie quasi durch Zufall auf die mecklenburgische Ostseeküste beziehungsweise Boltenhagen gekommen?

Das beantwortet hoffentlich meine erste Antwort schon. Nachdem wir uns das Schloss Bothmer angesehen haben, fuhren wir weiter. Wir wollten am gleichen Tag noch zurück nach Berlin, aber vorher noch Sand unter den Fußsohlen spüren und dem Rauschen der Wellen lauschen. So fuhren wie weiter nach Boltenhagen, wohin wir mit mehr Zeit im Jahr darauf zurückgekehrt sind, weil es uns so gut gefiel. Natürlich ist es dort gerade im Sommer sehr trubelig, aber trotzdem entspannt. Und der Strand ist einfach unvergleichlich: so lang, so weiß, so feinsandig. Und trotz der vielen Besucher liegt nicht Handtuch an Handtuch. Wenn man Lust hat, kann man immer weiter- und weiterlaufen.

Und darum geht es in dem Roman

Hamburg 1892: Die junge Waise Agnes tritt eine Stelle als Gesellschafterin der Pfarrerswitwe Tilly Bevenkamp an. Doch dann bricht die Cholera aus, und die Frauen fliehen in Tillys altes Elternhaus an die Ostseeküste. Eines Tages entdeckt Agnes bei einem Spaziergang ein leer stehendes Herrenhaus mit einer herrlich ausgestatteten Küche. Einer, in der man anders als in der Kate die wunderbarsten Köstlichkeiten zaubern könnte . . . Sie hat jedoch die Rechnung ohne den Besitzer, den attraktiven Adligen Benjamin von Reiker, gemacht. Kategorisch verweigert er ihr den Zutritt zu dem Haus. Aber gelingt es ihm auch, ihr den Zutritt zu seinem Herzen zu verbieten?

„ Vom Himmel zum Meer“, Autorin Lisa Marcks, Verlag Goldmann Verlag, 2019

ISBN 3641235790, 9783641235796, Länge 416 Seiten

Was verbindet Sie mit dieser Region?

Ich habe die deutsche Ostseeküste tatsächlich erst recht spät in meinem Leben entdeckt, nämlich mit Anfang dreißig. Vielleicht fasziniert sie mich auch deswegen so: Zum einen hat sie etwas Fremdes, Exotisches für mich, zum anderen wirkt sie aber auch sehr vertraut. Ich liebe die Weite und habe das Gefühl, dass sich die Geschichten in meinem Kopf dort sehr viel besser entwickeln können. Sie haben Platz, ich kann meine Gedanken schweifen lassen, mir scheint dort immer sehr viel mehr möglich, als wenn ich mich in der Großstadt befinde.

Ist es eine rein fiktive Handlung, oder gibt es geschichtliche Vorlagen, an denen Sie sich orientiert haben?

Es gibt einen historischen Rahmen, den ich gründlich recherchiert habe: die Cholera-Epidemie von 1892 etwa, die wie aus dem Nichts über die Hamburger hereinbrach. Aber auch Berichte über die Sommerfrische zu Kaiserzeiten, in denen es Badekarren gab und Männer und Frauen nicht am selben Strand ins Wasser durften. Neben der fiktiven Geschichte von Agnes erhält der Leser einen Einblick in die Gepflogenheiten jener Zeit und wie man sich das Leben damals an der Ostseeküste vorstellen kann. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, diese faszinierende Ära nachfühlbar zu machen.

Gibt es dieses „Herrenhaus“ tatsächlich, beziehungsweise gibt es eine Vorlage für das Gebäude im Roman?

Das Schloss Bothmer nahe Boltenhagen trifft genau das, was ich für meinen Roman wollte: ein nach englischem Vorbild erbautes Schloss, das von einer weiten Parkanlage umgeben ist. Der echte Bauherr befand sich im Dienst des englischen Königshauses und hat sein Haus fertig tatsächlich nie zu Gesicht bekommen, aber das nur am Rande. Die Familie von Reiker, der das Herrenhaus in meinem Roman gehört, ist nämlich rein fiktiv, und das Herrenhaus ist zu dem Zeitpunkt, an dem Agnes es entdeckt, ja auch schon halb verfallen. Ich habe mich also stark inspirieren lassen, mir aber gleichzeitig auch die Freiheit genommen, das Haus und seine Besitzer gedanklich so zu gestalten, wie es mir gefiel. Die dortige Umgebung ist wunderschön, sanft hügelig und immer mit einer Ahnung von Meer in der Luft. Zudem liegen Lübeck und Wismar nicht weit entfernt, was für meine Geschichte wichtig war. Die Reisen nahmen damals ja noch erheblich mehr Zeit in Anspruch als heute.

Wie lange haben Sie an diesem Roman gearbeitet?

Ich entwickle meine Geschichten intuitiv und von der Hauptfigur ausgehend: Mir kommt eine Figur in den Sinn, dann entsteht das Drumherum, wo und wann sie lebt, was sie tut, was sie möchte, was sie liebt. So kommen immer mehr Stränge zusammen, es bildet sich das Herz der Geschichte. Und erst wenn alles gedanklich fertig ist und alle Eckpunkte notiert, beginne ich auch mit dem Schreiben. All das hat bei „Vom Himmel zum Meer“ etwa ein Jahr in Anspruch genommen.

Sie leben mit Ihrer Familie in Berlin, wie oft sind Sie an der Küste?

Tatsächlich lebe ich mittlerweile außerhalb Berlins, im sogenannten Speckgürtel. Auch hier gibt es glücklicherweise Weite, die ich so schätze (beim Arbeiten schaue ich auf die Bäume und Blumen in unserem Garten). Ich versuche, mindestens einmal pro Jahr ans Meer zu fahren. Mit zwei Kindern im Grundschulalter packt man (beziehungsweise ich) nicht mehr spontan für ein Wochenende die Sachen und rauscht los. Was natürlich sehr schade ist.

Ihr Buch wird unter anderem in der "Strandbude 20" in Boltenhagen verkauft, mit welchem Satz sollte der Händler dieses Buch einem Kunden in Boltenhagen anbieten?

Das ist schwierig! Ich muss meine Bücher ja glücklicherweise nicht selbst verkaufen. Freuen würde ich mich allerdings, wenn sich meine Leser gut unterhalten fühlen und im besten Fall das Boltenhagen vor ihren Augen für einen Augenblick vergessen. Wenn sie eintauchen in die Zeit um die Jahrhundertwende – in der eine Dienerschaft, aus Berlin oder Hamburg mitgebracht, Erfrischungen reichte und die Sonnenschirme über die Herrschaften hielt, die wiederum so festlich gekleidet über die Dünen wanderten, wie man sich heute wohl nicht einmal mehr für einen Opernbesuch herrichten würde. Eine Zeit aber natürlich auch, in der eine junge, patente Frau einigen Schwierigkeiten ausgesetzt war, wenn sie aus dem, was sie zu tun liebt (in diesem Fall kulinarische Köstlichkeiten zu zaubern), ein kleines Unternehmen macht.

Wird es Lesungen in Norddeutschland geben?

Bisher ist keine Lesung geplant, aber das kann sich natürlich noch ändern. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, mein Buch dem dortigen Publikum persönlich vorzustellen.

Vielen Dank!

Michael Prochnow

Beamte der Polizeiinspektion Wismar wurden am Mittag des 25. März alarmiert. Es gab es Verdacht, dass ein Schüler im Besitz einer illegalen Schusswaffe war. Fündig wurden die Polizisten nicht.

25.03.2019

In der Regionalen Schule in Wahrsow führen die Schüler der Musik-AG am 4. April das Musical „Ausgetickt? Die Stunde der Uhren“ auf. Die Kinder und Jugendlichen proben seit Monaten.

25.03.2019

Die Werte des Grundwassers im Bereich des Zweckverbands Grevesmühlen sind im grünen Bereich. Doch der Verbandsvorsteher schlägt Alarm, denn die Werte seien langfristig in Gefahr. Die Landwirtschaft sei vor allem die Ursache dafür.

25.03.2019