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Grevesmühlen Langes Warten auf schnelles Internet: Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg verzögert sich weiter
Mecklenburg Grevesmühlen

Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg verzögert sich weiter

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09:06 21.08.2021
Auf einer Baustellenabsperrung kündigt die Wemacom an: „Fertigstellung der Baumaßnahme bis zum Ende des Jahres 2020.“
Auf einer Baustellenabsperrung kündigt die Wemacom an: „Fertigstellung der Baumaßnahme bis zum Ende des Jahres 2020.“ Quelle: Jürgen Lenz
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Die Baustellenabsperrung ist museumsreif: „Fertigstellung der Baumaßnahmen bis zum Ende des Jahres 2020“, kündigt die für den Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg arbeitende Wemacom auf einer Baustellenabsperrung in Mallentin an. Nun heißt es vonseiten des Landkreises, „der weitaus größte Teil“ der Haushalte werde bis zum ersten Quartal 2022 angeschlossen sein.

Die Kreisverwaltung kündigt an: „Hierfür werden in den kommenden Wochen weitere Abstimmungsgespräche geführt.“ Dazu zieht der Kreis juristischen Beistand zurate. Er arbeitet mit einer Rechtsanwaltskanzlei zusammen. Das erklärte Ziel: „eine zügige und möglichst baldige Fertigstellung des schon so weit vorangeschrittenen Breitbandausbaus im Kreisgebiet.“ Der Kreistag werde laufend informiert.

„Weit vorangeschritten“ bedeutet nach Ansicht des Kreises, dass 99,6 Prozent des Trassenbaus abgeschlossen sind und von 18 619 Hausanschlüssen 15 715 vorbereitet wurden. 1046 Anschlüsse befänden sich im Anschaltprozess.

Wemacom nennt Corona als eine Ursache

Bei der Unterzeichnung des Vertrags zum Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg wurde schriftlich vereinbart, dass bis Ende 2020 alle förderfähigen Haushalte in Nordwestmecklenburg über einen Glasfaseranschluss verfügen sollen – und damit über schnelles Internet. Später hieß es: Spätsommer 2021. Doch mittlerweile hat die Wemacom mitgeteilt, dass der angepeilte Gesamtfertigstellungstermin 30. September 2021 nicht gehalten werden kann.

Das Unternehmen führt das auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück. Sie hätten unweigerlich zu Leistungseinbrüchen und Ressourcenengpässen geführt. Wegen zeitweiliger Grenzschließungen sei es Arbeitern aus dem Ausland nicht möglich gewesen, nach Deutschland einzureisen.

Unternehmen hält sich bedeckt

Außerdem hätten der Bau von Hausanschlüssen und Arbeiten an der Verkabelung in Gebäuden ausgesetzt werden müssen, um das Risiko zu vermeiden, dass sich Mitarbeiter und Kunden anstecken. „Hinzu komme der immer noch fortwirkende Ausfall bei den von der Wemacom an externe Auftragnehmer vergebenen Hausanschlussleistungen, für welche sich wegen der erforderlichen Fachlichkeit nur äußerst eingeschränkt Ersatzkapazitäten finden ließen“, heißt es in einem aktuellen Bericht der Kreisverwaltung an den Kreistag.

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Die Wemacom selbst hält sich zum Ausbau des Breitbandnetzes auf Anfragen bedeckt. Nach ihrer Auskunft können bereits Kunden im Internet surfen. Wo sich die Haushalte befinden, teilte das Unternehmen nicht mit.

Von Jürgen Lenz