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Grevesmühlen Brenzliges Spezialtraining für Feuerwehrleute
Mecklenburg Grevesmühlen Brenzliges Spezialtraining für Feuerwehrleute
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00:00 07.12.2015
Das Einsatz- szenario ändert sich ständig. Auch die Schwierigkeitsstufe kann eingestellt werden.“Oliver Woest, Wehrführer in Herrnburg
Herrnburg

Normalerweise trainieren die Atemschutzträger der Feuerwehren Nordwestmecklenburgs ihre Einsätze an der Kreisfeuerwehrschule in Warin. Dort laufen sie in voller Ausrüstung, also mit Sauerstoffflasche auf dem Rücken und einer Atemschutzmaske auf dem Kopf, durch eine Art Käfig.

Dass es auch anders geht, wurde den Feuerwehren des Amtes Schönberger Land nun in Herrnburg gezeigt. Frank Oertel und Kollegen aus der Nähe von Chemnitz waren mit einer mobilen Brandsimulationsanlage angereist. Auf einem LKW-Anhänger können damit die unterschiedlichsten Brände simuliert werden, erzählte Oertel. „Man kann nahezu realistisch trainieren. Mit der Anlage erreichen wir bei Deckenbränden zum Beispiel Spitzenwerte von bis zu 600 Grad Celsius.“

Bis auf die Feuerwehr Grieben nutzten alle Feuerwehren des Amtes Schönberger Land die seltene Gelegenheit, um am Freitag und Sonnabend in der mobilen Brandsimulationsanlage ihre Atemschutzträger zu trainieren — insgesamt 70 Brandschützer.

In der Regel gehen die Feuerwehrleute zu zweit in solch einen Container. Es sei denn, ein Brandschützer hat noch keine Erfahrung, dann gibt es auch Dreiertrupps. Jörg Lauter und David Steinbrück von der Feuerwehr Schönberg waren eines der ersten Teams, das in die für sie neue Brandsimulationsanlage ging. Sie mussten einen Treppenhausbrand bekämpfen, ein Feuer in einem Wohnzimmer und vieles mehr.

„Das Einsatzszenario ändert sich ständig. Auch das Level, also die Schwierigkeitsstufe kann eingestellt werden. Je nachdem, wie fit die Atemschutzträger sind“, erklärte Herrnburgs Wehrführer Oliver Woest. Wie in einem richtigen Haus kämpften sich Lauter und Steinbrück von oben nach unten. David Steinbrück war nach der rund 20-minütigen Übung tief beeindruckt. „Der Container ist sehr realistisch. Das muss man echt sagen“, so der Schönberger Brandschützer. „Realistischer, als wenn wir an der Kreisfeuerwehrschule in Warin durch den Käfig laufen.“ Doch die Übung brachte die Beiden auch mächtig außer Atem. „Also dafür muss man wirklich gut trainiert sein“, sagte Steinbrück mit Schweißperlen auf der Stirn.

Markus Wesenberg nahm die Übung der beiden Blauröcke aus Schönberg anschließend genau unter die Lupe und wertete sie mit den Teilnehmern aus. „Damit sie es beim nächsten Mal besser machen“, so der Feuerwehrmann von der Stützpunktwehr Herrnburg.

Einige Trupps mussten ihren Einsatz allerdings auch abbrechen. Teils waren sie an ihre körperlichen Grenzen gestoßen, teils hatte die Ausrüstung Mängel. „Im Ernstfall könnte das schlimm ausgehen“, sagte Amtswehrführer Michael Stange, für den solche Übungen deshalb ganz wichtig sind. „Dabei können und müssen die Einsatzkräfte ihre Grenzen kennenlernen und realistisch einschätzen, wie fit sie sind, damit nichts schief geht und niemand gefährdet wird.“

Vor allem kleinere Wehren kommen in der Regel nicht so häufig zum Einsatz bei Bränden mit großer Hitzeentwicklung, sind also nicht so geübt mit der rund vier Kilogramm schweren Sauerstoffflasche auf dem Rücken und der Atemschutzmaske vor der Nase. Besonders für sie sei das Training an diesem Wochenende wichtig, meinte Stange. Generell könne er sagen, dass es bei ländlichen Feuerwehren die größten Probleme mit Atemschutzträgern gebe. „Mindestens vier Atemschutzträger sollten tagsüber da sein. Notwendig ist aber die doppelte Anzahl. Das können viele Wehren aber gar nicht gewährleisten.“

Es war die erste Übung mit einem mobilen Brandschutzcontainer im Amt Schönberger Land. Ermöglicht wurde sie durch eine Entscheidung des Amtsausschusses, der grünes Licht gab und das nötige Geld zur Verfügung stellte.



Steffen Oldörp

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