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Grevesmühlen Bürgermeisterkandidaten beziehen Stellung
Mecklenburg Grevesmühlen Bürgermeisterkandidaten beziehen Stellung
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12:09 20.05.2019
Stephan Korn (KWG) und Lutz Götze (SPD) werben mit Plakaten um Stimmen bei der Bürgermeisterwahl in Schönberg. Quelle: Jürgen Lenz
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Schönberg

 Der derzeitige Schönberger Bürgermeister Lutz Götze (SPD) will am 26. Mai wieder in das höchste politische Ehrenamt der Stadt gewählt werden. Stephan Korn stellt sich ebenfalls der Direktwahl durch die Bürger. Er gehört der Kommunalen Wählergemeinschaft an, die sich im Februar dieses Jahres gründete. Die OZ befragt beide Kandidaten nach ihren politischen Positionen und persönlichen Qualifikationen.

Das sind die Bewerber

Lutz Götze gehört seit 1994 der Schönberger Stadtvertretung an. Von 2009 bis 2012 war er amtierender Bürgermeister. 2014 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Das Mitglied der SPD ist Rentner. Geburtsjahr: 1950.

Stephan Korn gehört seit 2014 der Schönberger Stadtvertretung an. Seitdem ist er erster stellvertretender Bürgermeister. Das Mitglied der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG) arbeitet als Versicherungsfachmann. Geburtsjahr: 1979.

Lutz Götze:

Was qualifiziert Sie für das Amt des Bürgermeisters?

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Seit 1994 bin ich ununterbrochen Mitglied der Schönberger Stadtvertretung. Die Entwicklungen, welche die Stadt in dieser Zeit genommen hat, sind mir vertraut in jeder Hinsicht. Mein Credo war und ist es, dass es für mich keine Parteigrenzen gibt, wenn es um die Zukunft der Stadt und um die Lebensbedingungen unserer Menschen geht. Ich meine, dass ich das in der zu Ende gehenden Wahlperiode unter Beweis stellen konnte. Meine Erfahrungen in der Kommunalpolitik, meine Art und Weise, sachlich mit den Abgeordneten zusammenzuarbeiten, meine Art und Weise der Zusammenarbeit mit der Verwaltung, dem Kreis und Vertretern der Landesregierung sehe ich als ein Plus für die Funktion des Bürgermeisters. Darüber hinaus war und werde ich für alle Bürger immer ansprechbar sein, wo auch immer ich bin. Außerdem bin ich nicht mehr berufstätig, muss also für meinen Lebensunterhalt nicht mehr arbeiten und habe somit die Zeit, die diese Funktion unbedingt erfordert.

Was hebt Sie von Ihrem Mitbewerber ab?

Abheben ist in dieser Beziehung nicht der richtige Ausdruck. Ich formuliere es so: Was unterscheidet uns. Die SPD in Schönberg, zu der ich gehöre, hat konkrete Ziele für die nächste Wahlperiode in ihren Flyern, die jeder Haushalt erhalten hat. Diese Ziele sind auch meine Vorstellungen. Auf anderen mir bekannten Informationen vermisse ich konkrete Zielstellungen, konkrete Inhalte, was in Schönberg gestaltet werden soll. „Zukunft gestalten“ ist eine rein rhetorische, inhaltslose Aussage. Wie die Zukunft aussehen soll, bleibt auf diesen Materialien weitestgehend nebulös. Für was sich der Wähler entscheidet, muss ihm überlassen sein. Das bestimmt er mit seiner Stimme am Wahltag.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Stadt Schönberg in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

Kurz auf einen Nenner gebracht sage ich: Ansiedlung von Gewerbe, Ausweisung von Wohnbauflächen, Neugestaltung unserer Schullandschaft und Schaffung von Plätzen zur Kinderbetreuung. Gut, das sind vier Punkte, aber man kann diese Vorhaben, für die grundlegenden Beschlüsse gefasst wurden, nicht voneinander trennen. Wenn ich will, dass unsere Stadt eine Zukunft hat, dann muss ich auf diese Punkte zuerst setzen.

Welche drei Themen sind Ihnen außerdem wichtig?

Die Ortsteile haben wir in den letzten Jahren weniger im Visier gehabt, wohl auch, weil da weniger Entwicklungspotenzial vorhanden ist, aber diese – vor allem nach der Fusion mit der ehemaligen Gemeinde Lockwisch – dürfen nicht aus dem Raster fallen. Sauberkeit in der Stadt und endlich Veränderungen bei den baufälligen Gebäuden in der Stadt zu erreichen, ist mir ebenfalls wichtig. Gleichsam wichtig ist mir, auch zukünftig mit allen politischen Parteien und Gruppierungen in der Stadtvertretung und in der Stadt sachlich und vernünftig zu kooperieren.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Stadt vergrößern?

Das geht in erster Linie nur über zwei Möglichkeiten: höhere Einnahmen an Gewerbesteuer (deshalb den Schwerpunkt auf Ansiedlung von Gewerbe und Industrie) und über die Erhöhung der Einwohnerzahlen (deshalb Wohnbauflächen ausweisen). Damit einhergehend muss auch die Infrastruktur angepasst werden. Wir haben in den letzten fünf Jahren mehr als fünf Millionen Euro an Fördermitteln erhalten. Das ist zwar nicht allein meinem Handeln zu verdanken, aber so mancher Besuch bei Ministerien in Schwerin war diesbezüglich nicht umsonst. Das würde ich beibehalten, angesichts unserer Vorhaben intensivieren. Ebenfalls sehe ich noch Chancen, über das Finanzausgleichsgesetz noch mehr für die Kommunen tun zu können. Auch ein Bevölkerungszuwachs durch Zusammenschluss mit anderen Gemeinden könnte letztendlich dazu beitragen, mehr Einnahmen erzielen zu können.

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Stadt zu fördern?

Die Förderung der Vereine, so wie es zurzeit gehandhabt wird, muss bleiben. Auch wenn wir es uns leisten, relativ viel Geld für Sport (Fußball, Palmberghalle, Badeteich) und für Kultur (Museum und anderes mehr) auszugeben und deshalb Stimmen zum Abbau mahnen, so meine ich, dass wir daran festhalten sollen, da dies die Dinge sind, die Schönberg lebens- und liebenswert machen. Es wird sicher nicht einfach sein, aber es muss doch einen Weg geben, um das Kino wieder in das kulturelle Leben der Stadt mehr einbinden zu können. Und ich träume immer noch davon, dass unsere Stadt eine Speisegaststätte erhält, in der man auch Feiern gestalten kann. Möglich wäre es schon gewesen, wenn der Eigentümer eines geeigneten Objektes zu seinem Wort gestanden hätte. Übrigens mit einem ganz normalen menschlichen Miteinander, einem Gruß auf der Straße, einem Lächeln, einer Hilfe für den Nachbarn und vielem anderem mehr kann jeder, auch ich, etwas für den Zusammenhalt der Bürgerschaft tun.

Stephan Korn:

Was qualifiziert Sie für das Amt des Bürgermeisters?

Beruflich analysiere ich die individuelle Situation meines Gesprächspartners und entwickele Lösungen für dessen Bedarf. Insbesondere die Offenheit, mit der ich auf Menschen zugehe, hat es mir ermöglicht, ein Netzwerk aufzubauen, mit dem Probleme lösbar werden. Mir ist es ein großes Anliegen, dass ich durch mein ehrliches Engagement sowohl Schönberg als auch alle angehörenden Ortsteile zukunftssicher weiterentwickeln kann. Ich bin bereit, jetzt und auch nachhaltig, Verantwortung zu übernehmen, denn ich werde in fünf Jahren an meiner eigenen Leistung gemessen werden und möchte bei positiven Ergebnissen die Ziele weiter verfolgen dürfen. Als Vater einer fünfköpfigen Familie stehe ich mitten im Leben und bin es gewohnt, Aufgaben anzupacken, umzusetzen, aber auch kompromissbereit zu bleiben.

Was hebt Sie von Ihrem Mitbewerber ab?

Mein hohes Engagement für die Einwohner der Stadt und der Ortsteile, meine gute Kommunikationsfähigkeit und der starke Willen, dass eine bürgernahe Politik mit gemeinsamen Zielen das Leben in Schönberg und Umgebung noch attraktiver macht. Als erster stellvertretender Bürgermeister habe ich vielschichtige politische Erfahrung gesammelt. Häufig wird an mich herangetragen, dass man mit unserer schönen Stadt Stillstand, Hinterzimmerpolitik und Gleichgültigkeit der politischen Gremien verbindet. Hier möchte ich mich ganz klar positionieren – ich stehe für aktives Gestalten, Transparenz und das Versprechen, die Belange und Sorgen der Bürger wahrzunehmen und mich für sie einzusetzen. Bereits jetzt konnte ich Menschen aus unterschiedlichsten Lagern für diese Idee begeistern. Gemeinsam gründeten wir eine neue politische Kraft, welche mit mir als Bürgermeisterkandidaten diese Aufgaben anpacken will. Viele wissen, dass ich einer von ihnen bin und mitten im Leben stehe. Als Bürgermeister werde ich für alle ansprechbar sein.

Was sind für Sie die drei größten Herausforderungen, die die Stadt Schönberg in den nächsten fünf Jahren zu meistern hat?

1. Ganz klar die Belange der Stadt vor einzelne Befindlichkeiten stellen. Gemeinsam neue Leitlinien erarbeiten, die eine innovative Zusammenarbeit befördern. 2. Die langfristige Verbesserung unserer Haushaltslage. Mit Struktur und planmäßig die anstehenden Aufgaben definieren, Lösungen finden und umsetzen. Wie zum Beispiel das wichtige Thema eines Schulneubaus und den sich daraus ergebenen Effekten. 3. Die Verbesserung der Kommunikation zwischen Amt und Stadt. Es muss uns gelingen, einen konstruktiven Weg zu finden. Aktuell häufen sich Anfragen von Bürgern und Stadtvertretern, die nicht beantwortet wurden.

Welche drei Themen sind Ihnen außerdem besonders wichtig?

Eine offene und bürgernahe Politik. Ein Jugendparlament und ein Seniorenrat. Ausbau der Infrastruktur für soziale und wirtschaftliche Belange. Derzeit sind circa 96 Prozent des Wohnraumes belegt. Hier sollten wir Baulücken nutzen und neue Ansiedlungen ermöglichen. Das Vereinsleben fördern. Mit gemeinsamen Aktionen Verbindungen schaffen. Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Wir haben da viele Ideen, die unser kulturelles Leben bereichern werden.

Wie wollen Sie den finanziellen Spielraum der Stadt vergrößern?

Großer Optimierungsbedarf und Ressourcen liegen in der Verbesserung der aktuellen Einnahmen- und Ausgabensituation. Durch Steigerung unserer Ansiedlungsattraktivität für kleine und mittelständische Unternehmen können finanzielle Mittel erzielt werden. Gleichwohl müssen wir die ausgewiesenen Wohnflächen beschleunigt erschließen. Ich sehe viel Potenzial in den Zahlen der letzten Haushaltsjahre. Man bedenke allein die Kosten für Planungen, die nicht zur Umsetzung gelangten. Diese Gelder hätten sinnvoller an anderer Stelle eingesetzt werden können. Ich möchte dazu eine ganzheitliche Planung mit anschließender Kontrolle einführen.

Was wollen Sie tun, um das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in der Stadt zu fördern?

Ich möchte ein positives Image der Stadt herausstellen. Zeigen, was in uns steckt, und das Gefühl vermitteln, zu Hause zu sein. Unsere Partnerstadt Ratzeburg macht es uns leicht und zeigt jährlich eindrucksvoll, was ein Bürgerverein zu leisten vermag. Ich bin sicher, dass wir hier einiges adaptieren können. Es gibt bereits die Planung für eine Begegnungsstätte inklusive Bibliothek und Jugendclub, diese wartet auf ihre Umsetzung. Ebenfalls laufen bereits Gespräche für ein Ehrenamtszentrum.

Jürgen Lenz

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