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Grevesmühlen Cap Arcona-Gedenkstätte in Klütz wird umgestaltet
Mecklenburg Grevesmühlen Cap Arcona-Gedenkstätte in Klütz wird umgestaltet
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17:44 16.05.2019
Die Stadt Klütz möchte die Cap-Arcona-Gedenkstätte aufwerten. Quelle: Malte Behnk
Klütz

Nach fünf Jahren Planung soll es jetzt doch ganz schnell gehen: Die Cap-Arcona-Gedenkstätte auf dem kirchlichen Friedhof in Klütz wird umgestaltet. 50 000 Euro Fördermittel hat die Stadt dafür bekommen und das Geld soll ausreichen, um den Platz am Gedenkstein attraktiv zu gestalten. Allerdings muss mit den Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden. Daher sollen die Klützer Stadtvertreter noch am Montag einen Beschluss fassen.

„Ich freue mich, dass es jetzt voran geht und wir den Ort herrichten, dass er dem Gedenken würdig ist“, sagt Ulrike Palm (UWG), Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt (WTU).

Eine Spende zur Erneuerung der Schrift auf dem Gedenkstein gab 2014 den Anstoß zur Umgestaltung des Platzes. Quelle: Malte Behnk

Den Anstoß zur Umgestaltung der 1970 erbauten Gedenkstätte hatte 2014 eine Spende gegeben. 250 Euro waren der Stadt übergeben worden, um die Schrift auf dem Gedenkstein zu erneuern. Die Klützer Politiker entschieden dann, dass ein Ausbessern der Farbe nicht ausrechend sei und haben die Planung der Umgestaltung angeschoben.

Jetzt hat das Schweriner Büro Rutsch&Rutsch die ersten Pläne für die Gedenkstätte überarbeitet und dem WTU-Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt präsentiert. So soll links des Gedenksteins ein von Hecken eingefasster Platz entstehen, auf dem über das Schicksal der Menschen auf der Cap Arcona und der Thielbek informiert wird.

Etwa 7000 KZ-Insassen, die von den Nationalsozialisten auf die Schiffe verfrachtet worden waren, sind 1945 ertrunken, als die Schiffe von englischen Bombern getroffen wurden. In Klütz wurden 16 Tote bestattet. Daher wird auch der Gedenkstein an seinem bisherigen Platz bleiben der künftig den Eingang zum neuen Gedenkort bilden soll.

Die Position der Schiffe in der Lübecker Bucht soll auf dem neu zu schaffenden Platz auf einer Tafel dargestellt werden, die einem Radarbild ähnelt. Dazu soll es Informationstafeln geben, die das tragische Ereignis am Ende des Zweiten Weltkriegs in der Geschichte einordnen.

Mit der Umgestaltung der Gedenkstätte hatten sich neben den Planern auch Schüler der Regionalen Schule Klütz beschäftigt. In der Jahrgangsstufe 7 thematisiert die Schule im Projekt „Weg gegen das Vergessen“ die „Cap Arcona“-Katastrophe. Sie hatten unter anderem vorgeschlagen, dass der Sammelplatz für Grünschnitt verlegt werden sollte, der sich direkt neben dem Gedenkstein befindet.

Die Kirchengemeinde in Klütz will den alten Friedhof umgestalten. Quelle: Malte Behnk

Die Verlegung des Sammelplatzes ist Teil der Umgestaltung des gesamten Friedhofs, in die die Kirchengemeinde 190 000 Euro investieren will. Unter anderem sollen dann die Wege neu gefüllt werden, da sie zum teil ausgefahren sind. „Dabei sollen sich unsere Planer mit der Kirchengemeinde absprechen, damit der Platz am Gedenkstein mit dem gleichen Material gebaut wird“, sagt Angelika Palm.

Gedenkort für 7000 Opfer

Am 3. Mai 1945 wurde die Cap Arcona neben weiteren Schiffen in der Lübecker Bucht von der britischen Luftwaffe bombardiert. Etwa 7000 KZ-Häftlinge kamen dabei um. An sie wird im Landkreis an Gedenkstätten in Groß Schwansee, in Grevesmühlen und in Klütz erinnert.

In den 1950er Jahren wurde in Klütz zunächst ein Gedenkstein der Familie von Plessen zum Gedenkstein für die Cap Arcona-Opfer umfunktioniert, wie Bürgermeister Guntram Jung (CDU) informiert. In den 1970er Jahren wurde dann der heutige Gedenkstein auf dem alten Friedhof im Klützer Stadtzentrum aufgestellt. Seine Schrift verwittert zusehends.

Malte Behnk

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