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Grevesmühlen Cap Arcona Denkmal wird im Mai eingeweiht
Mecklenburg Grevesmühlen Cap Arcona Denkmal wird im Mai eingeweiht
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10:16 24.01.2019
Das Cap Arcona Denkmal auf dem Tannenberg in Grevesmühlen wird derzeit saniert Quelle: Karl-Ernst Schmidt
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Grevesmühlen

 Eine Cap-Arcona-Gedenktour in Erinnerung an die Schiffskatastrophe in der Ostsee vom 3. Mai 1945 mit etwa 7000 toten KZ-Häftlingen wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Stattfinden soll sie in ihrer 13. Auflage am 4. Mai. Die Radtour wird in diesem Jahr gleichzeitig der Startschuss für die Eröffnung der Gedenkstätte am Tannenberg sein. Wie die Stadtverwaltung in Grevesmühlen mitteilte, sollen die Sanierungsarbeiten dann abgeschlossen sein. Für mehr als 200 000 Euro werden die Gedenkstätte sowie die Zuwegungen neu gestaltet. Und es werden entlang des neuen Weges, der von der Kita in Richtung des Denkmals führt, Stelen errichtet, auf denen die Hintergründe der Katastrophe von damals erklärt werden. Die Erarbeitung der Texte hat einige Wochen in Anspruch genommen, daran mitgewirkt hat unter anderem Sven Schiffner. Der Stadtvertreter ist Historiker aus Leidenschaft und ein Experte was den Untergang der Cap Arcona betrifft. In der kommenden Woche hält er erneut einen Vortrag vor Schülern des Grevesmühlener Gymnasiums zu dem Thema. Und die beginnt er regelmäßig mit einem Satz, der seine Motivation umschreibt: „Das Schlimmste, was wir den Opfern antun können, ist, sie zu vergessen.“

Sven Schiffner bei einem Vortrag vor Schülern im Vereinshaus. Quelle: Michael Prochnow

Auch deshalb gibt es seit vielen Jahren die Cap-Arcona-Gedenktour von Grevesmühlen nach Groß Schwansee, wo damals etliche Leichen angespült worden waren. Die Planung für diese Tour hat bereits im Herbst begonnen, in dieser Woche ging es nun um die Details der Veranstaltung Anfang Mai. Die Arbreitsgruppe traf sich im Museum der Stadt Grevesmühlen. Dabei wurde schnell klar, dass man am Ablauf gegenüber den Vorjahren nichts ändern wollte. Die Erfahrung hatte gezeigt, dass es für Teilnehmer und Organisatoren in der bisherigen Form immer sehr gut gelaufen ist. Also warum sollte man daran dann etwas ändern, so die Meinung der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Sven Schiffner mit Vertretern der Stadt, des Landkreises, des Kreissportbundes, der Mecklenburger Anstiftung und des ehemaligen Radclubs’ 99 aus Grevesmühlen.

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Die im vergangenen Jahr aufgrund von Baumaßnahmen etwas anders gewählte Streckenführung wird ebenfalls beibehalten. „Das waren auch nur fünf Kilometer mehr und hat allen sehr gut gefallen“, so Gerhard Wilken, Präsident des einstigen Radclubs aus Grevesmühlen und einer von 134 Teilnehmern der Gedenktour von 2018. Erstmals führte die Fahrt von Grevesmühlen über Gostorf und Damshagen da nämlich auch an Schloss Bothmer in Klütz vorbei. Weiter ging es dann über Arpshagen, Grundshagen, Elmenhorst, Brook und Kalkhorst nach Groß Schwansee. Dort angekommen, legen die Akteure auf zwei Rädern wieder einen kurzen Zwischenstopp am 2006 neu eingerichteten Gedenkort ein. Sie schreiben sich in das Ehrenbuch ein, fahren danach noch einige hundert Meter weiter, wo sie nahe des Schlossgutes eine Suppe und ein Getränk zu sich nehmen. Die letzten Absprachen dazu sollen mit dem Schlossgut, das die Verpflegung spendierte, noch erfolgen. Gleiches gilt für die Freiwillige Feuerwehr, deren Kameraden immer die Suppe ausschenkten und die Gemeinde Kalkhorst mit Bürgermeister Dietrich Neick, der diese Gedenktour seit vielen Jahren unterstützt und auch selbst mitfährt.

Cap Arcona-Gedenktour Quelle: Dirk Hoffmann

Der offizielle Teil der Gedenktour endet nach etwa 30 Kilometern in Groß Schwansee. Den Teilnehmern der Tour ist es dann freigestellt, ob sie für die Rückfahrt in einen der Busse von Nahbus einsteigen oder mit dem Fahrrad nach Grevesmühlen fahren.

Ablauf der Gedenktour:

– ab 8.30 Uhr: Einschreiben der Teilnehmer in der Sporthalle des Gymnasiums „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen

– 10.30 Uhr: Beginn der Gedenkveranstaltung, danach Fahrt durch die Stadt bis zur Malzfabrik und von da weiter nach Groß Schwansee

Dirk Hoffmann und Michael Prochnow