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Grevesmühlen Damshagen: Schaubrennerei und Regionalmarkt in ehemaliger Schule
Mecklenburg Grevesmühlen

Damshagen: Schaubrennerei und Regionalmarkt in ehemaliger Schule

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12:03 06.10.2020
Die Mosterei Tropfenkontor in Damshagen ist Ende September mitten in der Saftsaison und baut weiter an ehemaliger Schule. Quelle: Malte Behnk
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Damshagen

Äpfel, Birnen und anderes Obst wird in der Mosterei Tropfenkontor in Damshagen zu fruchtigem Saft. Um die 2000 Liter pressen die Mitarbeiter derzeit pro Tag aus den Früchten, die seit dem 1. September Gartenbesitzer bei ihnen anliefern. „Der größte Teil der Kunden will dann auch den Saft aus den eigenen Früchten“, sagt Mostereibetreiber Martin Nehls.

Die Mosterei Tropfenkontor hat etwa 4000 eigene Apfelbäume. Zusätzlich wird Obst aus der Region gekauft und Gartenbesitzer bringen Früchte zum Lohnmosten. Quelle: Malte Behnk

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Weniger Obst zum Lohnmosten

„Allerdings ist die Menge beim Lohnmosten in diesem Jahr etwa 30 Prozent unter dem Durchschnitt“, sagt der Inhaber des Tropfenkontor. „Das kann daran liegen, dass der frühe Insektenflug in diesem Jahr ausgeblieben ist, weil es in der Zeit noch recht kalt war“, sagt Nehls. „Dann kommen noch Hitze und Trockenheit im Sommer dazu. Dadurch sind es meist weniger und kleinere Früchte.“

Zum Teil aufwendige Handarbeit

In mehreren Schichten wird die Birnenmaische in Tücher gepackt und dann gepresst. Quelle: Malte Behnk

Die Trockenheit macht sich jetzt auch beim Pressen bemerkbar. Gerade wird eine Fuhre Birnen bearbeitet, aber die automatische Saftpresse kommt mit den etwas faserigeren Früchten nicht klar. „Deswegen benutzen wir dafür jetzt wieder eine Packpresse. Die arbeitet noch ganz traditionell“, sagt Martin Nehls, während ein Mitarbeiter gehäckselte Birnen auf ein Tuch in einen viereckigen Rahmen legt, das Tuch umschlägt, eine Metallplatte drauflegt und von vorne beginnt, bis acht Schichten Maische übereinander liegen. Ein Motor drückt die Platten dann langsam zusammen und den Saft heraus.

Saft, Schnäpse und Cider

Das wäre bei zu reifen und weichen Birnen nicht möglich, sagt Nehls. „Dann können wir aber noch Schnaps draus machen“, sagt er. Das Brennen von Geisten und Bränden ist nämlich ein weiteres Standbein der Mosterei. Außerdem wird aus Äpfeln Cider, ein Schaumwein, gegoren. Die Marke „Loggstoff“ soll sich nach und nach etablieren.

Birnen werden über ein kleines Förderband in die Mosterei transportiert, wo sie gehäckselt und gepresst werden. Quelle: Malte Behnk

Schaubrennerei und Regionalmarkt entstehen

Damit die vielen unterschiedlichen Produkte – 18 verschiedene Säfte, acht Liköre, neun Brände und Geiste sowie jetzt drei Sorten Gin und Cider aus Fass- und Flaschengärung – künftig ansprechend präsentiert und verkauft werden können, baut Martin Nehls die ehemalige Damshagener Schule um. „Es entsteht eine Schaubrennerei, in der eine große und eine kleinere Destille stehen werden. Sie ist durch ein Panoramafenster von außen und auch durch ein großes Fenster innen zu sehen. Auch ein Fasslager mit Holzfässern wird durch ein großes Fenster zu sehen sein“, sagt Nehls.

Büros und Abfüllung im Obergeschoss

Der Bereich der künftigen Schaubrennerei war früher ein Freibereich des sogenannten H-Gebäudes der Schule. „Mit der Firma Smylla Bau haben wir hier Wände und eine Decke eingezogen“, sagt Nehls. Fenster und Türen des Gebäudes wurden alle erneuert. Die Elektrik ist installiert und die Fassade bietet mit gewellten Blechelementen einen völlig neuen Anblick der früheren Schule. Sie wird im Obergeschoss auch Büros und einen Raum mit Abfüllanlage für Schnäpse und Liköre bekommen. Die Mosterei mit der Abfüllung der Säfte bleibt weiter im bisherigen Gebäude. Unter anderem durch die Corona-Pandemie haben sich einige Bauarbeiten verzögert. Eine eigentlich in diesem Jahr geplante Eröffnung wird daher nicht mehr klappen.

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Mit der neuen Fassadenverkleidung aus gewelltem Blech bietet die ehemalige Schule in Damshagen ein ganz neues Bild. Für die Mosterei Tropfenkontor wird das Gebäude umgebaut. Quelle: Malte Behnk

Partner mit Lebensmitteln aus der Region

Martin Nehls möchte, dass die neu gestalteten Räume von Licht durchflutet werden. In der rechten Seite des ehemaligen Schulgebäudes soll ein Regionalmarkt entstehen. „Während wir die alkoholischen Getränke im Laden der Schaubrennerei anbieten, wird es hier die Säfte geben. Außerdem wollen wir Lebensmittel wie Gemüse, Honig oder auch Fleisch aus der Region anbieten“, sagt Nehls. „Dafür suchen wir auch noch Partner.“ Ein Kundenparkplatz wird direkt vor dem künftigen Eingang gebaut und vor dem Gebäude wird ein Holzhaus mit einem Automaten stehen. „In dem Regiomaten soll man einige unserer Produkte bekommen“, sagt Martin Nehls.

Von Malte Behnk