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Grevesmühlen Großer Dank für Spenden nach verheerendem Brand
Mecklenburg Grevesmühlen Großer Dank für Spenden nach verheerendem Brand
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14:43 28.05.2019
Zeichen der Anteilnahme wenige Tage nach dem Brand in Klein Voigtshagen: Kerzen und Plüschtiere. Die Ruine ist mittlerweile abgerissen. Quelle: Jürgen Lenz
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Klein Voigtshagen

Sie haben sich getroffen, weil sie vielen Menschen etwas sagen möchten, das ihnen sehr am Herzen liegt. „Wir wollen uns im Namen der Familien Hannaleck und Kaminski bedanken“, sagt Mario Hannaleck. Zwei vertraute Menschen fehlen in der Runde, in der der 39-Jährige sitzt. Seine 35 Jahre alte Lebensgefährtin und sein zweijähriger Sohn starben am 19. Januar bei einem Hausbrand in Klein Voigtshagen. Seitdem schmerzt ihr plötzlicher Verlust. Und seitdem erfährt Mario Hannaleck viel Hilfe und Unterstützung.

Da sind die Familie und Freunde. „Ohne sie würde ich es nicht packen“, erklärt Mario Hannaleck. Dann sagt er: „Ich möchte mich bei meiner Familie bedanken – dafür, dass sie immer für mich da ist.“ Sie unterstützt den 39-Jährigen, hat ihn aufgenommen, nachdem das Feuer das Haus, die Einrichtung und alle Kleidungsstücke zerstört hatte. In dieser Lage sind die Familien Hannaleck und Kaminski  sehr dankbar für die Unterstützung von mehr als 200 Spendern, die insgesamt 11 914,61 Euro auf ein Konto des Deutschen Roten Kreuzes eingezahlt haben. Landrätin Kerstin Weiss, Bürgermeisterin Annett Pahl und der DRK-Geschäftsführer Ekkehard Giewald hatten zu der Hilfsaktion aufgerufen. Sie übergaben das Geld unlängst an die Hinterbliebenen.

Dankbar für Unterstützung von Kollegen

Spenden gesammelt hat auch Mario Hannalecks Freund Christian Wieduckel. Als der Malermeister das zehnjährige Bestehen seiner Firma feierte, machte er klar, dass er etwas anderes als Geschenke will. Er sagte: „Ich würde mich freuen, wenn stattdessen ein paar Spenden zusammenkommen, mit denen wir dem Hinterbliebenen des Brandes in Klein Voigtshagen helfen können.“

In der Not haben aber auch Vereine Geld gegeben. „Wir wollen uns bei allen Spendern bedanken“, erklärt Mario Hannaleck.

Zwei Menschen sind bei dem tragischen Unglück ums Leben gekommen

Sehr froh ist er über den Halt, den ihm seine Arbeitskollegen und sein Betrieb geben. Der 39-Jährige arbeitet wieder als Zimmermann für das Unternehmen Semrau-Bau. Über seine Chefs und Kollegen sagt er: „Sie stärken mir den Rücken und sind immer noch für mich da.“ Mario Hannaleck erlitt bei dem Brand eine schwere Rauchvergiftung. Er lag längere Zeit im Koma. Dass er noch lebt, hat er dem schnellen und gezielten Eingreifen der Einsatzkräfte zu verdanken. Das Haus brannte lichterloh und war verraucht. Eine Ärztin sagte der Familie später: „Wäre er Sekunden später aus dem Haus geholt worden, wäre er tot gewesen.“ Er war bewusstlos, als er gefunden wurde.

Dorfbewohner halfen in der Brandnacht

Unter den Feuerwehrleuten waren viele Freunde und Bekannte. Für sie war der Einsatz besonders belastend. Klar ist aber auch: Für jeden anderen Menschen in Not hätten sie ebenso gehandelt.

Auch Dorfbewohner halfen in der Unglücksnacht. Sie versorgten die herbeigeeilten Angehörigen mit Decken und heißen Getränken.

Ebenfalls Dank gilt den Notärzten und den Mitarbeitern der Uniklinik in Lübeck, die sich um den Schwerverletzten gekümmert haben. Körperlich ist Mario Hannaleck mittlerweile in Ordnung. Doch durch die Folgen des Feuers ist er seelisch schwer belastet. In der Runde, in der seine Lebensgefährtin und sein Kind so schmerzlich fehlen, macht er deutlich, dass noch einige Zeit vergehen wird, bis alle Geschehnisse bewältigt sind. Er sagt: „Der schwere Weg ist noch nicht zu Ende.“

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