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Grevesmühlen Rotary und Kiwanis spenden für „Das Eck“
Mecklenburg Grevesmühlen Rotary und Kiwanis spenden für „Das Eck“
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10:29 16.02.2019
Renate Schürmeyer in der Begegnungsstätte "Das Eck" in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Die Wände hängen voller selbstgemalter Bilder, Skulpturen stehen in den Ecken, Malzeug liegt auf den Tischen, an denen Kinder und Erwachsene aus aller Herren Länder sitzen. Dazwischen Renate Schürmeyer, die 2017 mit ihrem Mann ein Projekt auf die Beine stellte, dem damals viele nur ein paar Wochen gaben. Wenn überhaupt. Doch „Das Eck“ gibt es immer noch. Und mehr noch. Es funktioniert. Jeden Mittwoch kommen bis zu 30 Leute in die ehemalige Kneipe am Busbahnhof. Aus Mauretanien, Eritrea, Syrien und aus Grevesmühlen. „Es ist kein Projekt für Flüchtlinge“, betont Renate Schürmeyer, auch wenn die Flüchtlingskrise, die 2015 begann, damals der Auslöser für die Idee war. „Hier kann jeder herkommen, und jeder bekommt Hilfe, ein offenes Ohr oder was immer er oder sie braucht.“ Punkt, aus.

Über die Kunst versucht das Ehepaar aus Schönberg, dem die Stadt Grevesmühlen das Gebäude am Bahnhof zur Verfügung stellt, Brücken zu bauen. Das klappt nicht in jedem Fall, aber es ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Integration. Hilfreich dabei ist unter anderem, dass die Zahl der Flüchtlinge in Grevesmühlen und Umgebung überschaubar ist. Etwa 90 Personen sind es nach Schätzungen von Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler, der froh ist über das Engagement der beiden Künstler. „Das Geld ist hier gut angelegt, denn ansonsten wäre das Gebäude hier toter Raum. Und das hier wirkliches Leben stattfindet, kann man regelmäßig beobachten.“

Die Stadt greift dem Ehepaar auch bei der Suche nach Fördertöpfen unter die Arme. Apropos Hilfe: Die gab es jetzt von den Rotariern und Mitglieder von Kiwanis. Jeweils 200 Euro, die aus den Erlösen des Adventsmarktes stammen, spendeten die beiden Klubs für das Projekt von Renate Schürmeyer. Die kann das Geld gut gebrauchen. „Der tägliche Betrieb geht nunmal nicht ohne Geld.“ Die zusätzlichen Veranstaltungen brauchen ebenfalls eine Finanzierung.

Als nächstes planen die Initiatoren der Aktion ein Nachbarschaftsfest. „Wir wollen zeigen, dass wir ein offenes Haus sind“, betont die Künstlerin, die bereits zahlreiche Institutionen angesprochen und eingeladen hat. Wer sich an der Vorbereitung und Durchführung des Festes beteiligen möchte, der kann am 7. März zum Vorbereitungstreffen vorbeischauen, um 13 Uhr geht es los. Dann sollen Ideen und Vorschläge für das Fest gesammelt werden, das am 24. Mai stattfinden soll.

Kiwanis und Rotary übergeben Spenden an Renate Schürmeyer in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow

Seit Beginn der Flüchtlingskrise lebt die Integration vor allem von und durch das ehrenamtliche Engagement von Menschen wie Renate und Johannes Schürmeyer, die Künstlerin, die versucht, den Besuchern der Begegnungsstätte über ihre Leidenschaft einen Weg in die Zukunft zu zeigen, ist allerdings auch realistisch genug, um zu erkennen, dass die Hilfsbereitschaft abgenommen hat. „Wir würden uns freuen, wenn wieder mehr Menschen sich dafür engagieren würden“, sagt sie offen. Die Stadt Schwerin hatte vor wenigen Tagen ebenfalls offen dazu aufgerufen, das sich ehrenamtliche Integrationshelfer melden mögen – es gibt schlichtweg zu wenige. Auch deshalb versteht sich „Das Eck“ nicht als reiner Treffpunkt für Flüchtlinge, sondern für jeden, der Lust hat, vorbeizuschauen. Und auch deshalb soll das Nachbarschaftsfest zeigen, dass das Leben in der einstigen Kneipe bunt und offen ist. „Ich hoffe, dass viele Menschen kommen am 24. Mai“, sagt Renate Schürmeyer.

Michael Prochnow

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