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Grevesmühlen Warum Busfahrer in Grevesmühlen Nerven aus Stahl brauchen
Mecklenburg Grevesmühlen Warum Busfahrer in Grevesmühlen Nerven aus Stahl brauchen
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18:00 05.12.2019
Verkehr in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Dei Busse hat Unternehmer Thomas Krohn, der in Grevesmühlen eine Fahrschule und ein Reiseunternehmen betreibt, allein im Schülerverkehr im Einsatz. Im Interview berichtet er von zugeparkten Bustaschen und warum auch Busfahrer nur Menschen sind. Vor allem im Schülerverkehr.

Was nervt Busfahrer in Grevesmühlen besonders?

Die Unvernunft der Autofahrer, wenn sie morgens vor den Schulen die Straßen verstopfen und wenn sie sich permanent in die Bustaschen stellen. Das betrifft neben der Zeit, bevor der Unterricht beginnt und die Kinder von den Eltern zur Schule gefahren werden, auch die Abendstunden und das Wochenende.

Am Abend gibt es noch Busse, die die Bustaschen an den Schule nutzen?

Ja, wir nutzen zum Beispiel die Wendeschleife am Gymnasium, wenn wir Fahrgäste abholen oder zurückbringen. Leider stehen dort immer wieder Fahrzeuge, die dort nichts zu suchen haben. Am Lustgarten passiert das auch.

Bildergalerie: Der neue Bus von Thomas Krohn

Und so sieht es im Mercedes-Reisebus von innen aus, plus die Fotos von der Abholung im Werk.

Ist denn grundsätzlich verboten, Fahrzeuge in Bustaschen abzustellen?

Das Halten ist erlaubt, das Parken nicht. Am Tannenberg-Gymnasium allerdings ist auch das Halten nicht erlaubt. Das entsprechende Verkehrsschild steht dort.

Was würden Sie in Grevesmühlen sofort ändern, wenn Sie etwas zu entscheiden hätten?

Die lichte Höhe der Bäume. In der Mühlenstraße und Santower Straße zum Beispiel reichen die Baumkronen bis auf die Fahrbahn, Autos passen da locker durch, Busse und Lastwagen leider nicht. Ich weiß, dass sich das ändern soll, aber bislang ist noch nichts passiert.

Sie sind Busfahrer und gleichzeitig Fahrlehrer, was bringen Sie den Fahrschülern, die einen Pkw-Führerschein machen, im Hinblick auf die großen Fahrzeuge bei?

Wir bilden sie so aus, dass sie besonderes Augenmerk auf Busse und Lastwagen haben. Weil wir natürlich wissen, wie die Fahrzeuge sich verhalten, welchen Wendekreis sie haben und wie Autofahrer entsprechend Rücksicht nehmen können. Das hilft dann allen Seiten.

Apropos alle Seiten, drei Busse sind allein im Schülerverkehr unterwegs. Wie anstrengend ist das für die Busfahrer?

Es gibt Tage, da läuft alles, die Schüler verhalten sich vernünftig. Und es gibt Tage, da sind die wie aufgedreht. Das kostet schon Nerven.

Erst vor wenigen Wochen wurde ein Busfahrer suspendiert, weil er eine Vollbremsung hingelegt hatte, nachdem ein Schüler Klimmzüge im Bus gemacht hatte. Der Fall sorgte für heftige Debatten sowohl um das Verhalten des Busfahrers als auch das der Schüler. Wie denken Sie darüber?

Es gibt inzwischen einen weiteren Fall, das spricht sich schnell rum bei den Busfahrern. Neben der Geschichte mit dem Klimmzug, die groß durch die Presse ging, gab es in der Region Rostock noch so einen Fall mit einer ähnlichen Situation. Auch dort haben die Kinder im Bus wilde Sau gespielt, der Fahrer musste bremsen.

Haben Sie Verständnis für das Verhalten der Fahrer?

Zu 100 Prozent. Ich kann das voll verstehen. Die Schüler verhalten sich im Schulbus leider nicht so, wie sie es vielleicht bei Mutti und Vati im Auto tun, das ist Fakt. Insofern verstehe ich auch nicht, dass man die Busfahrer so an die Wand stellt. Wenn man das aufnehmen und den Eltern vorspielen würde, gebe es manche Diskussion nicht.

Aber es gibt keine Kameras in den Bussen?

Nein, es gab mal einen Testlauf in Wismar, aber daraus ist vermutlich aus Datenschutzgründen nichts geworden. Aber ich bin überzeugt, dass das helfen würde.

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Von Michael Prochnow

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