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Grevesmühlen Dassow: Landwirt fordert Respekt und Sachverstand
Mecklenburg Grevesmühlen Dassow: Landwirt fordert Respekt und Sachverstand
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10:21 04.12.2019
Landwirt Jürgen Scherrer stand Frauen und Männern in der öffentlichen Frühstücksrunde in Dassow Rede und Antwort. Quelle: Dirk Hoffmann
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Dassow

„Im Moment hat es unser Berufsstand nicht so einfach“, sagte der Dassower Landwirt Jürgen Scherrer als Gast der jüngsten Frühstücksrunde in der Familienbegegnungsstätte. Ob verseuchte Böden, Klimawandel oder Artenrückgang: Die die Bauern werden, so der 56-Jährige, für vieles verantwortlich gemacht.

Besonders stören Scherrer die Pauschalurteile. Die Landwirtschaft sei ein Handwerk, in das auch die Wissenschaft mit einfließt, wie er den knapp 20 Anwesenden erklärte. Viel würde sich gegenseitig bedingen. Nur in zwei Sätzen könne man das nicht beurteilen. Hier fehle es an der nötigen Fachkompetenz, so Scherrer. Das gelte auch für den Ausspruch, dass die Landwirte Raubbau mit ihren Äckern betreiben. Zwar würden die Felder intensiv bearbeitet, weil es nicht nur um die regionale Versorgung mit Lebensmitteln geht. „Es ist doch aber unser ureigenstes Interesse, die Böden fruchtbar und ertragreich zu erhalten“, sagt Scherrer, der mit seinem Betrieb über 1000 Hektar bewirtschaftet.

Wasservorräte haben sich noch nicht erholt

Angebaut werden dort Weizen, Raps, Gerste, Roggen, Sommergerste, Mais und Zuckerrüben. Diese Vielfalt an Ackerfrüchten sei notwendig, um besser aufgestellt zu sein, erklärt der Landwirt. Läuft eine Frucht mal nicht so gut, kann das durch eine andere Frucht ausgeglichen werden. Dass diese Risikoverteilung Sinn macht, hätten die letzten drei Jahre mit ihren Wetterschwankungen gezeigt. Dem trockenen Jahr 2016 folgten 2017 ein nasses und 2018 ein Jahr mit extremer Trockenheit. „Die Wasservorräte haben sich davon noch nicht erholt. Der Boden ist noch lange nicht gesättigt“, berichtet der Landwirt.

Frauen und Männer beteiligten sich an der öffentlichen Gesprächsrunde im Alten Rathaus in Dassow. Quelle: Dirk Hoffmann

Trotz dieser extremen Wetterschwankungen habe es, so Scherrer, keine Engpässe in der Versorgung gegeben. Das wäre so nicht möglich, wenn man die Landwirte in ihren Mitteln und Möglichkeiten weiter beschränkt. Ohne Maschinen und moderner Technik ließen sich die Erträge, die heute zur Versorgung benötigt würden, nach Aussage von Scherrer nicht mehr realisieren.

Landwirte wollen ein Umdenken in der Bevölkerung

„Wir fordern ein Umdenken in der Bevölkerung und Respekt gegenüber der Arbeit der Landwirte. Vor allem aber fordern wir mehr Sachverstand“, sagt der Landwirt aus Dassow. Wie andere Bauern aus der ganzen Republik war er Ende November mit einem Traktor bis nach Berlin gefahren, um dort vor der Bundesregierung auf die Situation der Landwirte hinzuweisen und gegen das beschlossene Agrarpaket zu demonstrieren. Verbunden damit sind nach Darstellung von Scherrer massive Produktionsbeschränkungen.

Schon ab dem Frühjahr 2020 wird der Landwirt auf Flächen südlich der Bundesstraße 105 damit zu kämpfen haben. Dort darf er dann nur noch 20 Prozent unterhalb des eigentlichen Nährstoffbedarfs düngen. So lassen sich die Produkte aber nicht mehr verkaufen, sagt Scherrer. Er sagte in der Frühstücksrunde: Letztlich entscheidet der Verbraucher, wohin die Reise geht. Will er Bio-Produkte, dann müsse er dafür auch mehr zahlen. Dazu seien derzeit aber nur wenige Verbraucher bereit.

Von Dirk Hoffmann

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