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Grevesmühlen Deponie: Selmsdorfer Bürgermeister gegen Schließung 2035
Mecklenburg Grevesmühlen Deponie: Selmsdorfer Bürgermeister gegen Schließung 2035
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07:39 27.08.2019
Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) ist des Öfteren auf der Deponie Ihlenberg, um sich zu informieren und selbst ein Bild zu machen. Quelle: Jürgen Lenz
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Selmsdorf

Die Deponie Ihlenberg 2035 schließen? Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) hält diesen Plan für nicht sinnvoll und nicht umsetzbar. Kreft geht nicht konform mit einer gemeinsamen Ankündigung des Finanzministers Reinhard Meyer (SPD), des Umweltministers Till Backhaus (SPD) und des Wirtschaftsministers Harry Glawe (CDU), dass ab 2035 kein Müll mehr auf der landeseigenen Deponie angenommen werde.

Der Selmsdorfer Bürgermeister sagt über die Erklärung der drei Schweriner Minister: „Ich kann es sowohl ökonomisch als auch sozial nicht nachvollziehen.“ Er würde es gerne sehen, wenn die Deponie nicht in knapp 16 Jahren geschlossen werde. Kreft erklärt, er habe die Mitarbeiter im Blick. Er sagt: „Die Menschen leben hier mit ihren Familien. Da sehe ich eine Verantwortung.“

Kreft: Kontrollen sinnvoll

Eine Voraussetzung für den Weiterbetrieb auch über 2035 hinaus seien aus seiner Sicht extrem hohe Umweltstandards. Kreft erklärt: „Natürlich muss man wachsam sein, aber ich habe ein großes Vertrauen, dass der Deponiebetrieb ordnungsgemäß läuft.“ Dieses Vertrauen sei in den vergangenen Jahren durch Gespräche mit den Geschäftsführern der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft und deren Handeln gewachsen. Nichtsdestotrotz seien Kontrollmessungen und „ein gesundes Misstrauen“ sinnvoll.

Altteil der Deponie bereitet Sorgen

Der Selmsdorfer Bürgermeister erklärt, vielen Menschen in der Region mache der Altteil der Deponie Sorgen. „Wir wissen nicht, was dort liegt“, sagt Marcus Kreft. Dagegen sei alles, was auf der Deponie neu gemacht werde, nach den Standards möglich, die es heute gibt.

Der Bürgermeister sagt: „Ich sehe die Schließung 2035 nicht, weil in der Zeit kein alternativer Standort gefunden und entwickelt werden kann.“ Das sei derzeit auch nicht sinnvoll, denn: „Man müsste einen neuen Standort entwickeln, obwohl man hier am Standort noch Kapazitäten hätte.“

Gespräche mit Finanzministern

Unmittelbar nachdem die Erklärung der drei Schweriner Minister publik wurde, riefen Mitarbeiter des Deponiebetreibers IAG den Selmsdorfer Bürgermeister an. Kreft sagt: „Es sind viele überrascht worden.“ Der Bürgermeister setzte sich kurzfristig mit Finanzminister Reinhard Meyer in Verbindung. Im März hatte er bereits ein Gespräch mit dem damaligen Finanzminister Mathias Brotkorb (SPD) geführt. Heute sagt Marcus Kreft, er habe die Bitte an die Verantwortlichen in der Landesregierung, enger mit der Geschäftsführung der IAG in Selmsdorf zusammenzuarbeiten, die ihrerseits offen mit den Mitarbeitern umgehe und sie über wichtige Angelegenheiten informiere.

Grundlage für die gemeinsame Ankündigung der Minister: ein Sonderbericht zu Vorwürfen und zur Zukunft der Deponie. Laut Gutachter Tilmann Schweisfurth hat sie Bestandsschutz und es gibt keine Rechtsverstöße. Allerdings seien Mängel beim Risikomanagement und bei Mengenkon­trollen festgestellt worden. Jetzt solle die Sicherheit erhöht, die Abfallannahme besser kontrolliert und ab kommendem Jahr nur noch Müll aus norddeutschen Bundesländern angenommen werden. Das sei ein Vorschlag an das Schweriner Regierungskabinett. Till Backhaus kündigte an, die IAG müsse umgebaut werden. Die Belegschaft sei zu reduzieren.

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