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Grevesmühlen Die wichtigsten Fakten zur Gelben Tonne
Mecklenburg Grevesmühlen Die wichtigsten Fakten zur Gelben Tonne
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14:29 27.06.2018
Die Entsorgung der Gelben Tonne erfolgt einmal pro Monat wie hier in Grevesmühlen. Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Was darf seit dem 1. Januar nicht mehr in die Gelbe Tonne? Seit der Bekanntgabe der Satzungsänderung am 6. März 2018 dürfen sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen nicht mehr in die ehemalige Wertstofftonne – jetzt Gelbe Tonne – geworfen werden. Das sind zum Beispiel Kunststoffschüsseln, Kunststoffspielzeug, Pfannen, Töpfe etc.

Was passiert, wenn dennoch Dinge in der Tonne landen, die seit dem 1. Januar dort nicht hineingehören? Sollte Abfall in die Gelbe Tonne geworfen werden, der kein vom Dualen System erfasster Verpackungsmüll ist, könnte die entsprechende Entsorgungsfirma eine Leerung der jeweiligen Tonne verweigern. Bislang sind solche Fälle aber nicht bekannt geworden.

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Wer kontrolliert, was in den Tonnen landet?Entsprechende Kontrollen könnte nur die vom Betreiber des Dualen Systems beauftragte Entsorgungsfirma veranlassen oder durchführen. Gegenwärtig ist dies die Firma Alba Nord GmbH mit Sitz in Schwerin. Über in diesem Zusammenhang durchgeführte Kontrollen ist hier jedoch nichts bekannt.

Zahlt der Landkreis zusätzliche Gebühren an den Entsorger für die Sachen, die „unrechtmäßig“ in der Tonne landen?Gegenwärtig zahlt der Landkreis keine Gebühren oder Entgelte an den Betreiber des Dualen Systems. Die Entsorgung von sogenannten Fehlwürfen ist Sache des Betreibers des jeweiligen Sammlungssystems. Lehnt der Betreiber eine Annahme nicht ab, muss er die von ihm eingesammelten Abfälle auch auf eigene Kosten entsorgen, ohne hierfür einem anderen Sammlungsbetreiber etwas weiter berechnen zu können. Anders lief es nur während der Zeit, für die der Landkreis mit dem Betreiber des Dualen Systems eine Mitbenutzung der Gelben Tonne als Wertstofftonne vereinbart hatte. Hier wurden die Kosten für die Sammlung und Entsorgung anfänglich nach einer festen Quote und dann nach dem in einer Sortieranalyse ermitteltem Verhältnis aufgeteilt.

Wie wirkt sich die Situation auf den Endverbraucher aus, beziehungsweise wie werden die Kunden auf die Situation hingewiesen? Nach dem Beschluss des Kreistages zur Änderung der Abfallsatzung wurde dieser auf der Internetseite des Landkreises bekannt gegeben. Zeitgleich wurde die Internetseite des Landkreises und des Abfallwirtschaftsbetriebes entsprechend angepasst. Ein Artikel im Nordwestblick vom 14. März 2018 befasste sich mit der Umstellung der Wertstofftonne zur Verpackungstonne. Das Thema war auch Gegenstand der Berichterstattung in den freien Medien, so zum Beispiel in der OSTSEE-ZEITUNG am 14. Februar und in anderen Tageszeitungen.

Darüber hinaus ist der Systembetreiber für die Gelbe Tonne dafür verantwortlich, seine Kunden darauf hinzuweisen, welche Abfälle in die allein von ihm durchgeführte Sammlung gehören. Hier wird im Übrigen davon ausgegangen, dass sich die Quote von fehlerhaft in die Gelbe Tonne geworfenen Abfällen derzeit nicht höher darstellt als vor der Einführung der Wertstofftonne im Jahr 2015. Auch zu diesem Zeitpunkt wurden zum Teil stoffgleiche Nichtverpackungen sowie Restabfall in den damals benutzten Gelben Säcken entsorgt. Gleichzeitig waren und sind auch heute noch im Restabfall Verpackungen etc. zu finden, für deren Entsorgung der Betreiber des Dualen Systems verantwortlich wäre.

Prochnow Michael