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Grevesmühlen Als Fußball missbraucht: Jugendliche quälen hilflosen Igel in Dorf Mecklenburg
Mecklenburg Grevesmühlen

Dorf Mecklenburg: Jugendliche quälen hilflosen Igel und wollen ihn anzünden

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10:43 22.12.2021
Igeldame „Maja“ lebt sicher auf dem Lottihof. Kinder in Dorf Mecklenburg haben sie als Fußball missbraucht und wollten sie anzünden.
Igeldame „Maja“ lebt sicher auf dem Lottihof. Kinder in Dorf Mecklenburg haben sie als Fußball missbraucht und wollten sie anzünden. Quelle: Christine Geburtig
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Dorf Mecklenburg/Seefeld

Kurz vor Weihnachten sind die Mitarbeiter und Tierfreunde vom „Aktion Tier“-Lottihof in Seefeld schockiert über das, was Kinder der Igeldame „Maja“ in Dorf Mecklenburg (Landkreis Nordwestmecklenburg) angetan haben.

Zwei Jungen und ein Mädchen im Alter von etwa 13 bis 14 Jahren hatten das Tier wie einen Fußball hin und her getreten und versuchten sogar, den Igel mit einem Feuerzeug in Brand zu stecken.

Frau beobachtet Quälerei und hilft

„Glücklicherweise hat das eine Frau von ihrem Balkon aus beobachtet und sie dabei gestört. Die Jugendlichen sind dann weggelaufen“, sagt Christine Geburtig, die Leiterin des „Aktion Tier“-Lottihofs.

So überlebte der Igel, der von der Zeugin danach auch zu der Tierschutzeinrichtung nach Seefeld gebracht wurde, wo ihm dann geholfen werden konnte. Hier erhielt das Tier auch den Namen „Maja“.

Bleibt für „Maja“ nur die sichere Gefangenschaft?

Die Igeldame wurde von Tierärztin Katrin Ringelmann untersucht. „Sie hat festgestellt, dass Maja eine Verletzung an der Hüfte hat. Das kann verheilen. Es kann aber auch sein, dass es für sie lebensgefährlich wird, trächtig zu sein. Dann wird sie nicht wieder ausgewildert“, sagt Christine Geburtig, die dem Igel lieber ein Leben in Freiheit wünschen würde. „Ein Leben bei uns kann immer nur die zweite Wahl sein“, fügt sie hinzu.

Igeldame „Maja“ wird nach der Quälerei durch Kinder in Dorf Mecklenburg auf dem Lottihof gepflegt. Quelle: Christine Geburtig

Spenden für Tierarztkosten sind willkommen

Mit 538 Gramm ist „Maja“ nicht schlecht genährt und glücklicherweise frisst sie auch jetzt noch ganz gut. Die Untersuchung zeigte aber, dass sie nicht nur eine Verletzung an der Hüfte hat, sondern auch die Lunge nicht in Ordnung ist.

Hier können Sie für „Maja“ und andere Tiere auf dem Lottihof spenden

Auf der Internetseite des Lottihofs in Seefeld www.aktiontier-lottihof.de gibt es nicht nur Informationen über das Tierschutzprojekt sondern auch Möglichkeiten, für die Tiere dort zu spenden.

Dort gibt es einen Weihnachtswunschzettel als Link, über den notwendige Dinge bestellt werden können.

Der Lottihof hat auch ein eigenes Spendenkonto:

Lottihof für Kinder und Tiere e.V.

Sparkasse Mecklenburg- Nordwest

IBAN: DE37 1405 1000 1006 0049 43

BIC: NOLADE21WIS

Verwendungszweck: SPENDE

So wird die Igeldame mindestens bis zum Frühjahr auf dem Lottihof bleiben. Daher freuen sich Christine Geburtig und ihr Team, wenn ein paar zusätzliche Spenden für die Tierarztkosten eingehen oder Katzennassfutter für den Igel abgegeben wird.

Auch quälende Kinder brauchen Hilfe

„Man muss das bei Kindern und Jugendlichen ernst nehmen, wenn wiederholt Grausamkeiten an Tieren verübt werden“, sagt Christine Geburtig. Dann seien auch die Kinder oft in einer Situation, in der sie Hilfe benötigen.

„Für Psychologen ist die kindliche Gewalt gegen Tiere immer ein Anzeichen für eine psychische Störung, die sich, wenn sie nicht entsprechend ernst genommen und behandelt wird, bis zum Erwachsenenalter fortsetzen und sogar extrem verstärken kann.“

Tat in Dorf Mecklenburg ist angezeigt

Auch auf dem Lottihof hätten bereits Jugendliche Sozialstunden abgeleistet, die vorher Tiere gequält und misshandelt hatten. Gerade Heranwachsenden müsse klar gemacht werden, dass Gewalt gegen Tiere ebenso wenig toleriert wird wie Gewalt gegen Menschen. Den richtigen und einfühlsamen Umgang mit Tieren können Jugendliche unter anderem auf dem Lottihof lernen.

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Gegen die in Dorf Mecklenburg beobachteten Jugendlichen wurde bei der Polizei Anzeige erstattet, auch wenn sie geflüchtet sind. Ein 19-jähriger Rostocker wurde im November 2020 zu 80 Sozialstunden verurteilt, weil er mit anderen ein Jahr zuvor einen Igel als Fußball missbraucht hatte. Das Tier war an den Qualen und Verletzungen gestorben.

Von Malte Behnk