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Grevesmühlen Alle Bewerber wollen Wohnraum in Boltenhagen schaffen
Mecklenburg Grevesmühlen Alle Bewerber wollen Wohnraum in Boltenhagen schaffen
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17:10 15.05.2019
Raphael Wardecki (l.), Christian Schmiedeberg (2. v.r.) und Kay Grollmisch (r.) wollen in Boltenhagen 2019 Bürgermeister werden. Olaf Claus (2.v.l.) moderierte die Podiumsdiskussion des Gewerbevereins. Quelle: Malte Behnk
Boltenhagen

Wie können Flächen für Gewerbe entwickelt werden? Wie kann sich das gastronomische Angebot verbessern? Wie können neue Unternehmen angesiedelt werden? Diese und weitere Fragen, die vor allem die Wirtschaft Boltenhagens betreffen, haben die drei Kandidaten für den Bürgermeisterposten im Ostseebad vor etwa hundert Gästen im Festsaal beantwortet.

Etwa 100 Einwohner kamen zur Podiumsdiskussion des Gewerbevereins. Quelle: Malte Behnk

Eingeladen hatte der Gewerbeverein zu der Podiumsdiskussion mit Amtsinhaber Christian Schmiedeberg, der als Einzelkandidat zur Bürgermeisterwahl antritt, mit Kay Grollmisch, der für die neuen Freien Unabhängigen Boltenhagener (FUB) kandidiert, und mit Raphael Wardecki, der neu nach Boltenhagen gezogen ist und für Bündnis 90/Die Grünen antritt.

Immer wieder kamen alle drei Kandidaten bei ihren Antworten auf das Thema Wohnungsbau. Nur mit der Schaffung von mehr Wohngebieten könne sich Boltenhagen weiter positiv entwickeln. Das sei sowohl für junge als auch für ältere Einwohner, aber auch für das Gewerbe wichtig.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Olaf Claus, der selber Bürgermeister in Boltenhagen war und noch bis zur Wahl Gemeindevertreter ist. Er fragte die drei Kandidaten zuerst, wie sie sich die Erschließung neuer Gewerbeflächen vorstellen, die von Betrieben aus dem Ort gewünscht sind.

Christian Schmiedeberg könnte sich die Integration eines kleinen Gewerbegebiets im geplanten Wohngebiet zwischen Wichmannsdorf und Kastanienallee vorstellen. „Wir haben nicht mehr viele eigene Flächen. Bislang war ein Gewerbegebiet auch kein Hauptthema, weil wir uns mehr als touristischen Ort gesehen haben.“ Inzwischen gibt es den Beschluss, dass im Bauausschuss nach Flächen für ein Gewerbegebiet gesucht werden soll.

Kay Grollmisch kritisierte, dass es „das Problem nicht erst seit heute“ gibt. „Es muss Gewerbe angesiedelt werden, damit die Gemeinde mehr Einnahmen hat“, sagte er. „Wir haben einen großen Rückstand, den wir nur mit den Einwohnern und Gewerbetreibenden zusammen aufholen können.“

„Ich bin für die Schaffung eines Gewerbegebiets, weil Betriebe nicht in den schönen Wohngebieten sein sollten“, sagte Raphael Wardecki. „Wir sollten aber nicht nur an die vorhandenen Betriebe, sondern auch an künftiges Gewerbe denken. Wir könnten Gründer hierherholen und zum Beispiel Gemeinschaftsbüros in einem Co-Working-Center schaffen.“ Steuerberater und auch Architekten könnten sich dann dort ansiedeln.

Wie sollen sich die Steuern für das Gewerbe künftig entwickeln, wollte Olaf Claus vor dem Hintergrund wissen, dass die Gemeinde in der Vergangenheit die Gewerbesteuer angehoben hatte. Raphael Wardecki findet den aktuellen Hebesatz von 310 Prozent in Ordnung. „Wichtig ist, dass Wohnraum für die Mitarbeiter des Gewerbes geschaffen wird. Das ist das drängendste Problem in den Betrieben.“

Christian Schmiedeberg möchte die Steuern in Boltenhagen auch nicht erhöhen, warnt aber auch vor zu schnellen Senkungen. „Wir wissen in manchen Bereichen nicht, was noch auf uns zukommt. So muss es irgendwie finanziert werden, dass die Kita für Eltern kostenlos sein wird.“ Es sei nicht klar, welche Kosten das Land an die Kommunen weitergebe. Das Gleiche gelte auch für Straßenausbaubeiträge. „Auch das könnte für uns teuer werden“, so Schmiedeberg.

Kay Grollmisch ist auch gegen eine Erhöhung der Steuern. „Wir sollten es aber schaffen, dass Betriebe ihr Personal ganzjährig beschäftigen können“, sagte er.

Wahl am 26. Mai

Kandidaten für das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 26. Mai in Boltenhagen sind:

Christian Schmiedeberg (58), Fischmeister, Einzelbewerber

Kay Grollmisch (53), Notfallsanitäter, Bewerber der Freien Unabhängigen Boltenhagener (FUB)

Raphael Wardecki (28), Bestatter, Bewerber für Bündnis90/ Die Grünen

Es gibt insgesamt 46 Bewerber für die Wahl in die Gemeindevertretung.

Wahllokale sind die Grundschule an der Klützer Straße und die ehemalige Ostseetherme an der Ostseeallee.

Der Festsaal war mit etwa 100 Einwohnern gut gefüllt. Viele der Bürger hatten sich vor der Diskussion offenbar schon für einen der Bürgermeisterkandidaten entschieden. Wer von ihnen der neue Bürgermeister werden wird, könnte sich allerdings erst in einer Stichwahl entscheiden.

Malte Behnk

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