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Grevesmühlen Dünenpromenade in Boltenhagen: Ab März wird gebaut
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Dünenpromenade in Boltenhagen: Ab März wird gebaut

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18:00 24.01.2020
So soll die rund zwei Kilometer lange Dünenpromenade in Boltenhagen am Ende des Jahres aussehen. Quelle: Kurverwaltung Boltenhagen
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Boltenhagen

Acht Jahre dauerte die Planung für die Dünenpromenade in Boltenhagen. Nun ist es so weit: „Sie wird realisiert“, sagt Planer Bernd Opfermann. Er informierte bei einer Einwohnerversammlung über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen. Die beginnen im März und sollen Mitte Dezember abgeschlossen werden.

Das Interesse der Boltenhagener war groß. Knapp 150 Menschen kamen in den Festsaal der Gemeinde und stellten letzte Fragen. Doch bevor es zu diesen kam, stellte Bernd Opfermann den konkreten Zeitplan für das kommende Jahr vor. Bis Ende Februar sollen zunächst die Bauvorbereitungen für die neue Promenade abgeschlossen werden. Danach geht es Schlag auf Schlag: Bis Ende April sollen 288 Pfähle in den Boden gerammt werden. Zehn pro Tag.

Fertigstellung bis Mitte Dezember

„Das Ziel ist es, bevor die Saison beginnt, mit den größten Lärmarbeiten durch zu sein“, erklärte Bernd Opfermann den Einwohnern. Bis Ende August sollen schließlich die Stahlbaufelder und die Zuwegungen montiert werden. Danach folgen der Holzbau, die elektrische Versorgung und die Anbindungen ans Gelände. Am 14. Dezember 2020 soll die Baustelle geräumt werden.

Die Kurverwaltung im Ostseebad Boltenhagen hatte im Juli vergangenen Jahres an einigen Strandzugängen Informationsschilder zum Bau der Dünenpromenade aufgestellt. Quelle: Malte Behnk

Während es zuvor immer wieder teils harsche Kritik an dem Bauvorhaben aus der Bevölkerung gab, war in der Einwohnerversammlung am Donnerstag davon nicht mehr viel zu spüren. Vielleicht lag es an den Worten von Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne).

Dieser hatte sich zuvor eine konstruktive Fragerunde gewünscht: „Es geht hier nicht mehr darum, ob die Dünenpromenade kommt oder nicht. Wir müssen nun schauen, wie wir diese bestmöglich gestalten können“, sagte er.

Übergänge jeweils eine Woche gesperrt

Das Angebot nahmen die Einwohner dankend wahr und informierten sich rege. Eine Frage, die die Boltenhagener vor allem bewegte war, welche Einschränkungen sie und die Urlauber durch die Bauarbeiten zu befürchten haben.

So wurde unter anderem gefragt, inwiefern die Strandzugänge während der Zeit nicht begehbar sein werden. „Wir nehmen uns einen Übergang nach dem anderen vor und peilen für jeden ungefähr eine Woche an“, informierte Planer Bernd Opfermann. Auch er sei bestrebt, möglichst schnell fertig zu werden.

Anderen Einwohnern war während Opfermanns Präsentation aufgefallen, dass sich die Pläne bezüglich der Häuser für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verändert haben. „Sollten diese nicht erst auf der Seeseite der Promenade stehen?“, hakte einer nach. „Das stimmt. Das war anders geplant“, erklärte Bernd Opfermann.

DLRG-Häuser entstehen an Landseite

Der Grund für die Änderung: Unstimmigkeiten mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (Stalu). „Um weiter voranzukommen, mussten wir uns schließlich auf einen Kompromiss einigen“, argumentierte Bernd Opfermann. Künftig werden die sechs DLRG-Häuser daher auf der Landseite der Promenade stehen.

Die neue Dünenpromenade in Zahlen

2190 Meter wird die neue Dünenpromenade lang sein. Sie reicht vom Deich im Westen bis zur Albin-Köbis-Siedlung im Osten. Die Promenade wird auf 288 Pfählen errichtet, die bis Ende April in den Boden gerammt werden sollen.

16 fußläufige Übergänge und drei Überfahrten sind auf der Promenade geplant. Neben Treppen wird es barrierefreie Rampen geben.

Sechs Häuser werden für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und 17 Hütten für die Strandkorbvermietung gebaut.

6,1 Millionen soll die Dünenpromenade kosten. Der Bau wird vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit Mitteln der EU zu 90 Prozent finanziell gefördert. Die restlichen Kosten finanziert die Kurverwaltung aus ihrem Haushalt.

Auch ihre Optik hat sich zu den ersten Planungen verändert. „Eigentlich wollten wir die Treppe für die zweigeschossigen Gebäude außen anbringen“, berichtete der Planer. Doch aus Schutz vor Vandalismus habe man darauf lieber verzichtet. Eine Trinkwasserversorgung werde es in den Häusern nicht geben. „Wir dürfen keine Rohre in die Dünen verlegen und würden die Rohre unter dem Holz entlanglaufen, könnten in ihnen Keime entstehen.“

Lange Lebensdauer dank Bongossiholz

Im Hinblick auf die aktuell empfohlene Sanierung des Steges der Marina Weiße Wiek waren die Boltenhagener auch daran interessiert, wie lange die Lebensdauer der Dünenpromenade sein werde. „Nicht, dass diese auch schon nach einem Jahrzehnt marode ist“, kommentierte ein Anwohner.

Bernd Opfermann aber versicherte, dass bei der Dünenpromenade auf Bongossiholz gesetzt werde, äußerst langlebig sei – nach Angaben der Hersteller bis zu 30 Jahren. „Ich garantiere Ihnen aber, es hält noch länger“, sagte der Planer.

Frage nach Nachhaltigkeit

Bei einem Einwohner sorgte die Wahl des Tropenholzes aufgrund der Zerstörung des Regenwaldes für Unmut: „Ist das wirklich nachhaltig?“ Bernd Opfermann informierte bereits zuvor darüber, dass das georderte Bongossiholz zu hundert Prozent FSC-zertifiziert sei.

Damit werde sichergestellt, dass Prinzipien einer verantwortungsvolleren, nachhaltigeren Waldwirtschaft eingehalten werden. „Und jetzt können wir es sowieso nicht mehr ändern. Das Holz ist bereits bestellt“, beendete Raphael Wardecki die Fragerunde.

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Über die Autorin

Von Pauline Rabe

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