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Grevesmühlen „Wer einen Menschen rettet, rettet die Welt“
Mecklenburg Grevesmühlen „Wer einen Menschen rettet, rettet die Welt“
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12:00 26.08.2019
Silvio Tretow (30) war zehn Jahre lang Rettungsassistent. Jetzt bildet er Menschen in Erster Hilfe aus. Auch neue Mitglieder der First Responder bei der Feuerwehr in Boltenhagen wurden durch ihn geschult. Quelle: privat
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Boltenhagen/Wismar

Etwas mehr als zehn Jahre hat Silvio Tretow (30) als Rettungsassistent gearbeitet, etwa 5000 Notfalleinsätze hat er in der Zeit miterlebt. Vor einem Jahr hat er sich selbstständig gemacht, um jetzt Feuerwehrleute, Kitaerzieher oder Eltern in Erster Hilfe auszubilden. Dabei ist er nicht nur in Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg, sondern landesweit gefragt. Sein Motto: „Wer einen Menschen rettet, rettet die Welt.“

Mit praxisnahen Übungen werden die Feuerwehrleute auf den Ernstfall vorbereitet. Quelle: Silvio Tretow

„Die Arbeit im Rettungsdienst ist auf Dauer körperlich und auch psychisch belastend“, sagt Silvio Tretow mit Blick auf seine vorherige Berufslaufbahn, die er trotzdem nicht missen möchte. „Ich habe aber die Chance gesehen, dass ich nicht mehr jede Nacht zu einem Einsatz fahren muss“, sagt er. So hat er vor fast genau einem Jahr in Wismar seine Firma „Erste-Hilfe-Ausbildung M-V“ ins Leben gerufen.

First Responder in Boltenhagen ausgebildet

Seitdem ist er landesweit unterwegs, um im besten Fall Lebensretter auszubilden. So hat er im April für sechs neue Mitglieder der First-Responder-Einheit bei der Freiwilligen Feuerwehr Boltenhagen einen Lehrgang durchgeführt, bei dem sie wichtige Techniken erlernten, die Leben retten, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Nach der First-Responder-Ausbildung in Boltenhagen: Sebastian Hacker (Wehrführer in Boltenhagen), Dr. Patricia Bunke (Landesfeuerwehrärztin M-V), Silvio Tretow (Ausbilder), Stefan Jeske, Raoul Alkewitz, Robert Schmidt, Mathias Hacker (Leiter First Responder) Von links sitzend: Janne Heering, Mirko Schrank (FF Wismar Friedenshof), Marcel Dartsch, Ronny Eifler (stellv. Leiter First Responder). Quelle: Freiwillige Feuerwehr Boltenhagen

Angst nehmen

Doch fast genauso wie mit den Feuerwehrleuten arbeitet Silvio Tretow auch mit Kursteilnehmern, die den Führerschein machen wollen, mit Erziehern im Kindergarten oder frisch gebackenen Eltern. „Mein Antrieb ist, den Kursteilnehmern die Angst zu nehmen, sie könnten irgendetwas falsch machen und dafür schlimmstenfalls bestraft werden“, sagt Tretow. „Das einzige was man nicht darf, wenn man einer Notfallsituation begegnet, ist nicht zu helfen“, sagt er. Zumindest ein Notruf müsse von jedem abgesetzt werden, um Hilfe zu holen.

„Mach was!“ ist die Devise

„Ich habe als Rettungsassistent oft Ersthelfer erlebt, die starr am Unfallort standen und sich nichts zugetraut haben“, sagt Tretow. Um solchen Situationen vorzubeugen sagt er seinen Kursteilnehmern: „Mach was! Dann hat der Verletzte auch eine Chance.“ In der Ersthelferschulung erklärt er, dass man sich nicht von zu vielen Details beeinflussen lassen soll. „Überlegt genau, was ihr bewirken wollt“, sagt er den Teilnehmern. „Wenn eine Wunde blutet, drückt drauf. Dabei ist es nicht wichtig, ob eure Hände sauber sind. Es geht darum die Blutung zu stoppen.“ An den eigenen Schutz sollte man dennoch denken und bei verletzten Fremden Handschuhe benutzen.

Praktisches Training

In seiner Ausbildung will Tretow vor allem Erfolgserlebnisse vermitteln. „Deswegen mache ich auch möglichst viel Praxistraining. Bei Feuerwehren sind dann auch Rauch und geschminkte Verletzungen dabei. Zu Kursen in Hebammenpraxen bringen Eltern oft ihre Babys mit“, sagt er. Viele Techniken würden an Puppen gelernt, bestimmte Handgriffe könnten die Eltern aber gut am eigenen Kind üben. In so einem Kindernotfallkurs geht es um Themen wie die Reanimation, Verletzungen oder Verbrühungen und Verbrennungen. Den Eltern wird beigebracht, was sie tun sollen, wenn das Kind nicht mehr atmet oder wenn es sich verschluckt.

Silvio Tretow versucht nicht nur bei Feuerwehren möglichst praxisnah mit Übungen Erste Hilfe zu vermitteln. Quelle: Silvio Tretow

Um die Lehrgänge anbieten zu können, hat sich Silvio Tretow zu seiner beruflichen Ausbildung weitergebildet. „2015 habe ich mich zum Erste-Hilfe-Ausbilder und zum Ausbilder für Erste Hilfe am Kind qualifiziert und ich bin Fachdozent“, berichtet er. Zu seiner Erfahrung im Rettungsdienst kommt die aus der freiwilligen Feuerwehr. „Ich bin fast 20 Jahre Feuerwehrmann“, sagt Tretow, der in Grevesmühlen geboren wurde. „2000 bin ich in die Freiwillige Feuerwehr Warnow eingetreten, inzwischen bin ich aber bei der Feuerwehr Friedenshof in Wismar“, sagt der 30-Jährige der auch in der Hansestadt lebt.

Ersthelferkurse

Kursein Erster Hilfe werden von verschiedenen Organisationen für unterschiedliche Zielgruppen angeboten.

Für den Führerschein benötigt man den Kursus „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“.

Etwas weitergehend ist der „Erste-Hilfe-Lehrgang“ bei dem es zu einem großen Teil um Notfälle bezüglich Atmung und Kreislauf geht. Aber auch Vergiftungen, bestimmte Verletzungsmuster und vor allem die Sicherstellung der Rettungskette gehören zum Programm.

Speziell sind Kursezum Beispiel für freiwillige Feuerwehren, bei denen besonders aufwendig die Ausbildung der First Responder ist.

Infoszu Silvio Tretows Angeboten: www.erste-hilfe-mv.de

Von Malte Behnk

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