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Grevesmühlen Ein Schutzraum für Erinnerungen
Mecklenburg Grevesmühlen Ein Schutzraum für Erinnerungen
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06:15 17.06.2015
Im „Schutzraum Erinnern“ in Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg) schreibt Irmgard Sinner ihre Gedanken nieder. Die 87-Jährige stammt aus Rostock und wohnt in Lübeck.
Im „Schutzraum Erinnern“ in Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg) schreibt Irmgard Sinner ihre Gedanken nieder. Die 87-Jährige stammt aus Rostock und wohnt in Lübeck.
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Schlagsdorf

Ein Kunstraum in Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg) will Erinnerungen der jüngeren deutschen Geschichte aufzeigen: Was wird erinnert, was gelöscht, was korrigiert oder einem langsamen Verfall preisgegeben? Antworten auf diese Fragen ist der „Schutzraum Erinnern“ gewidmet, der gestern in Nachbarschaft des Grenzhus in Schlagsdorf eröffnet hat. Im 25. Jahr der deutschen Einheit soll er Menschen Raum geben, ihre Gedanken und Erinnerungen niederzuschreiben. Die Künstlerin Renate U. Schürmeyer sagte über das pavillonähnliche Gebäude, das sie gestaltet hat: „Es soll auch ein Freiraum zum Denken sein.“

Zettel, die im „Schutzraum Erinnern“ ausliegen, lassen neben Erläuterungen zum Projekt viel Raum, um eigene Gedanken niederzuschreiben. Irmgard Sinner machte das gestern. Sie stammt aus Rostock und wohnt in Lübeck. In ihrer Lebensgeschichte spiegelt sich die Historie Deutschlands in den vergangenen acht Jahrzehnten wider.

So wie die 87-Jährige, ist nun jeder eingeladen, im „Kunstraum Erinnern“ in Schlagsdorf zu beschreiben: Wie habe ich die Zeit erlebt? Wo war ich, als die Grenze geöffnet wurde? Was für ein Gefühl hatte ich? Was war mir damals wichtig? Andreas Wagner, Leiter des „Grenzhus“ genannten Informationszentrums zur innerdeutschen Grenze, sagte gestern: „Ich habe hier gemerkt, wie groß der Gesprächsbedarf ist. Viele Menschen würden einen inneren Drang verspüren, über ihre Gedanken und Erfahrungen zu reden.



Jürgen Lenz