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Grevesmühlen Ein Weihnachtswunder auf vier Pfoten
Mecklenburg Grevesmühlen Ein Weihnachtswunder auf vier Pfoten
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01:21 22.12.2014
In Lias Zimmer erholt sich „Tiger“ nun von ihrer neunmonatigen Reise. Ein bisschen verängstigt ist die kranke Katze noch, aber Lia kümmert sich liebevoll um die getigerte Katze: „Ich freue mich riesig, dass sie endlich wieder da ist.“ Quelle: Neelsen, Lintschnig
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St. Lorenz Nord

Sie hätten es nicht mehr für möglich gehalten. Neun Monate war „Tiger“ weg. Die schwarz-grau getigerte Katze ist einfach weggelaufen. Dabei hatte sie bei Familie Kaspereit in Palingen ein traumhaftes Katzenleben. „Sie war die Stallkatze bei unseren Pferden“, sagt Vater Frank Kaspereit. „Dort hat sie am Tag drei bis vier Ratten erlegt. Sie war ein hervorragender Jäger.“ Trotzdem hat sich „Tiger“ im März dieses Jahres dazu entschieden, Palingen und die Familie Kaspereit zu verlassen. „Ich war richtig traurig. Am Anfang haben wir noch nach ihr im Dorf gesucht“, sagt die zehnjährige Lia. „Aber irgendwann haben wir aufgegeben. Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, dass sie noch lebt.“ Denn seitdem „Tiger“ einen Schlaganfall hatte, kann sie nicht mehr jagen. Der sechsjährigen Katze fehlt der Orientierungssinn, außerdem ist sie taub. „Ich dachte, dass sich ,Tiger‘ einen Platz zum Sterben sucht und langsam und alleine in den Tod gleitet“, sagt Frank Kaspereit.

Doch es kam anders. Eines Tages im Dezember erhielt Frank Kaspereit einen Anruf. Es handele sich um seine Katze, sagte ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation „Tasso“. Sie sei gefunden worden.

„Ich wusste erst gar nicht, von welcher Katze die Rede ist“, sagt der 46-Jährige. „Ich hatte sie schon vollkommen abgeschrieben.“ Und auch Lia konnte es nicht glauben: „Ich dachte, dass mich mein Vater an der Nase herumführen wollte.“ Doch „Tiger“ wurde tatsächlich gefunden.

Und das schon lange, bevor der Anruf des Tasso-Mitarbeiters Frank Kaspereit erreichte. „Es war ungefähr Anfang April, als mir eine Katze aufgefallen ist, die an meinem Balkon herumgestreunert ist“, sagt Natalie Pierkos, die in St. Lorenz Nord wohnt — rund zehn Kilometer von „Tigers“ Heimat entfernt. „Sie ist so komisch gegangen und hat immer mit dem Kopf gewackelt. Ich dachte erst, dass sie irgendwo Alkohol aufgeschlabbert hat und betrunken ist.“ Denn die 25-Jährige wusste natürlich nicht, dass „Tiger“ an den Folgen eines Schlaganfalls leidet. Aber als die Hauskatze am nächsten Tag schon wieder an ihrem Balkon war und sich genauso verhalten hat, wurde Natalie Pierkos stutzig. „Sie muss irgendwie krank sein. Das tat mir schrecklich leid.“

Deswegen stellte Natalie Pierkos täglich etwas Milch und Trockenfutter auf ihren Balkon. Die kleine Pforte, die zu ihrem Balkon im Hochparterre führt, hat sie für „Tiger“ offen gelassen. „Sie kam jeden Tag und hat gegessen. Aber streicheln konnte ich sie nicht — sie ist sofort weggelaufen, wenn ich mich ihr genähert habe. Sie wirkte ziemlich verstört.“ Doch nachdem Natalie Pierkos ein kleines Körbchen mit Decken ausgekleidet hat und in einer Ecke auf ihren Balkon stellte, wurde „Tiger“ zutraulicher. „Als ich eines Tages von der Arbeit kam, saß sie in dem Körbchen — und wollte nicht wieder raus.“ Wochenlang hat sich „Tiger“ auf dem Balkon zuhause gefühlt. Und irgendwann kam sie sogar in die Wohnung. Dass „Tiger“ wieder zu ihrer Familie nach Palingen kam, war purer Zufall. Natalie Pierkos konnte sich das Verhalten der kranken Katze nicht erklären — und ging zum Tierarzt. „Der Tierarzt fragte mich, ob die Katze gechipt sei. Das wusste ich natürlich nicht.“ Aber „Tiger“ hat einen Chip, sie ist registriert bei Tasso, Europas größtem Haustier-Registrierer. So wurde die Familie Kaspereit ausfindig gemacht.

Am dritten Advent ist Natalie Pierkos mit „Tiger“ nach Palingen gefahren. „Sie ist sofort in mein Zimmer gelaufen und hat es sich in meinem Bett gemütlich gemacht“, sagt Lia mit strahlendem Gesicht.

Und dort lebt sie heute. In den Pferdestall geht sie nicht mehr. Dort ist jetzt „Erna“ der Rattenjäger, „Tigers“ Tochter. „,Erna‘ jagt genauso gut wie ihre Mutter“, sagt Frank Kaspereit. „Das muss an den Genen liegen.“ „Tiger“ hingegen bevorzugt Lias warmes Zimmer. Sie schläft viel und döst gerne. Schließlich muss sich „Tiger“ erstmal von ihrer langen Reise erholen. „Es ist wirklich ein Wunder, wie sie das überlebt hat“, sagt Frank Kaspereit. Wie „Tiger“ den langen Weg bis zu Natalie Pierkos hinter sich gebracht hat, bleibt ein Katzengeheimnis. „Mir ist das egal, wie sie das gemacht hat“, sagt Lia. „Die Hauptsache ist, dass ,Tiger‘ endlich wieder da ist!“



Hannes Lintschnig

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