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Grevesmühlen Nach dem schweren Unwetter vom 15. Juni: So sieht es einen Monat später aus
Mecklenburg Grevesmühlen Nach dem schweren Unwetter vom 15. Juni: So sieht es einen Monat später aus
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15:53 18.07.2019
In der Gebhartstraße in Grevesmühlen versanken mehrere Fahrzeuge. Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Knapp einen Monat ist es her, dass ein schweres Unwetter über die Region zog. Teilweise fielen innerhalb weniger Stunden 100 Liter Regen pro Quadratmeter, dazu kamen starke Gewitter. Der Festumzug in Grevesmühlen musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, die Feuerwehren pumpten etliche Keller leer. Allein die Grevesmühlener Wehr fuhr in zehn Stunden 62 Einsätze an jenem Tag. Ein Blitz schlug in einen Pavillon auf dem Steg des Freibades am Ploggensee in Grevesmühlen ein, die Brandspuren sind heute noch zu sehen. Etliche Keller liefen voll, die Gebhartstraße in Höhe Aldi und Markant stand so weit unter Wasser, dass die Fahrzeuge bis zur Frontscheibe versanken. In Warnow sorgte das Regenwasser, das von den Feldern in den Ort lief, für schlimme Verwüstungen. In der Wohnung von Norbert Plath stand die Brühe bis zu 70 Zentimeter hoch, der Schaden übersteigt 70 000 Euro. Die Nachbarn halfen und riefen zu Spenden auf. Die Aktion läuft immer noch. Bislang sind 5945 Euro auf dem Spendenkonto, dass der DRK-Kreisverband führt, eingegangen.

Helfer in der Not vom KCV

300 Euro haben die Geschäftsführer Ingo Slomski (3. von rechts) und Thomas Köhler (2. von links) an den KCV übergeben. Quelle: Michael Prochnow

Als Helfer in der Not entpuppten sich am 15. Juni, an dem Tag sollte der große Umzug zum Stadtfest um 11 Uhr starten, die Mitglieder des Kreihnsdörper Carnevalvereins (KCV). Sie warteten mit ihrem fertig geschmückten Umzugswagen in der Halle von Benny Andersson im Gewerbegebiet Langer Steinschlag auf das Ende des Sturzregens. Aus dem Tor der Halle sahen sie, wie im Betrieb nebenan die Mitarbeiter versuchten, die Wassermassen aus der Produktionshalle zu schöpfen. Dort sind die Firmen Greve und Hengelhaupt angesiedelt, die hochwertige Möbel und Inneneinrichtungen für Kunden weltweit herstellen. „Das Wasser konnte über die Regenentwässerung nicht mehr ablaufen“, so Ingo Slomski, einer der beiden Geschäftsführer. Fünf Zentimeter hoch stand das Wasser in der Halle. „Dank der Hilfe gab es keine größeren Schäden“, sagt Geschäftspartner Thomas Köhler. Als Dank gab es jetzt 300 Euro für den KCV, jeweils 150 Euro von Hengelhaupt und Greve. „Wir hatten noch Glück, andere Firmen im Gewerbegebiet hat es deutlich schlimmer erwischt“, erklärt Ingo Slomski. Kurzzeitig gab es die Forderung, den ausgefallenen Stadtfestumzug zu wiederholen, doch inzwischen steht fest: Das wird nicht passieren, der Aufwand, so heißt es aus der Stadtverwaltung, sei schlichtweg zu groß. Denn der Umzug müsste auch an eine Veranstaltung in der Stadt gekoppelt werden.

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Grevesmühlens Bauhof muss noch einmal ran

Hier ist Vorsicht angesagt für die Radfahrer. Quelle: Moritz Kötzing

Frust herrscht derweil im Bauhof Grevesmühlen. Das Team um Leiterin Manuela Harder hatte in den vergangenen Wochen richtig Gas gegeben, um die ausgespülten Wege und Gehsteige wieder herzurichten. „Wir waren richtig gut im Zeitplan, aber der Regen am vergangenen Freitag hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.“ Zwar war der Regen bei Weitem nicht so heftig wie am 15. Juni. „Aber er hat gereicht, um einige der frisch reparierten Wege wieder so zu beschädigen, dass die Jungs wieder anrücken müssen“, berichtet die Leiterin. „Am Tannenberg sind erneut Wege ausgespült worden, am Kapellenberg müssen wir auch wieder ran, in Wotenitz ist einiges zu tun und am Ploggensee gibt es auch wieder Arbeit.“

Die Aufnahmen zeigen Grevesmühlen am Tag des Unwetters Mitte Juni und einige Spuren, die der Regen vor wenigen Tagen in Grevesmühlen hinterlassen hat

In Klütz und den Ortsteilen hatte es am 15. Juni im Vergleich zu Grevesmühlen wenig Schäden durch das Unwetter gegeben. Einige Keller und der Ladebereich eines Supermarktes waren voll Wasser gelaufen und der Bauhof hatte in den folgenden Tagen damit zu tun, Sand und Schotter zu entfernen, der auf Straßen gespült worden war.

Auch in Boltenhagen hatte der Bauhof einen „normalen Sturmeinsatz“ wie Bauhofleiter Wilfried Nix sagt. „Die Feuerwehr hat ein paar Keller ausgepumpt und einige Gulli sind übergelaufen, aber die Deckel haben gehalten“, so Nix. Heute sieht man von diesem Unwetter gar nichts mehr. „Im Gegenteil, wir haben einen wunderschönen Strand, an den im Moment auch kein Seegras gespült wird“, wirbt er für das Ostseebad.

In Kalkhorst hatte der starke Regen zwar kurzfristig für abenteuerliche Zustände gesorgt, die Hauptstraße hatte sich in einen kleinen Fluss verwandelt und die Baustelle des Minimare-Freizeitparks stand unter Wasser. „Aber am Montag war eigentlich alles wieder in Ordnung“, sagt Marion Grunenberg, die den Bauhof der Gemeinde koordiniert.

Hier der Bericht über die Folgen des Unwetters in Warnow. Sowie der Artikel über den 15. Juni. Kurios: Der Ploggensee hatte nach dem Unwetter einen 15 Zentimeter höheren Wasserspiegel.

Michael Prochnow

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