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Grevesmühlen Angst vor zu viel Verkehr: Bürger fordern Baustopp in Rosenhagen
Mecklenburg Grevesmühlen Angst vor zu viel Verkehr: Bürger fordern Baustopp in Rosenhagen
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13:39 17.05.2019
Nur 3,50 Meter breit ist die Zufahrtsstraße nach Rosenhagen, wo der gesamte Verkehr durchfließt. Quelle: Dirk Hoffmann
Rosenhagen/Pötenitz

Gefährlich ist die Verkehrssituation im an der Ostsee gelegenen Rosenhagen mit einer gerade einmal 3,50 Meter breiten Zufahrtsstraße (Straße des Friedens) ohne Geh- und Radweg vor allem im Sommer schon jetzt. Die geplanten Baugebiete 17, 24 und 26 könnten diese Situation deutlich verschärfen.

Deshalb sind am Donnerstagabend viele Rosenhägener in das Bürgerhaus nach Pötenitz gekommen, wo sie innerhalb der Sitzung des Ausschusses für Bau, Ordnung und Verkehr beim Punkt Einwohnerversammlung zu Wort kommen.

Viele Anwohner aus Rosenhagen waren zur Einwohnerversammlung in das Bürgerhaus nach Pötenitz gekommen. Quelle: Dirk Hoffmann

Volker Schuhr, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales im Amt Schönberger Land, zeigt Verständnis für die Bedenken der Anwohner. Man sollte in der Diskussion zunächst einmal die geplanten Baugebiete von den Tagesgästen trennen, wenn es um die Verkehrssituation in Rosenhagen geht. Da muss in den Augen von Schuhr einiges geändert werden.

Volker Schuhr, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales im Amt Schönberger Land. Quelle: Dirk Hoffmann

Neue Halteverbotsschilder an der Zufahrtsstraße

So könne es nicht sein, dass zum einen die einzige Zufahrtsstraße beidseitig beparkt wird, weil vor allem der kostenpflichtige Parkplatz mit Schranke kaum angenommen wird. Bis zum Saisonbeginn sollen deshalb Halteverbotsschilder an der Zufahrtsstraße aufgestellt werden. Außerdem wird der Außendienst des Ordnungsamtes, so Schuhr, derzeit aufgerüstet und verstärkt Kontrollen durchführen. Und wer im Halteverbot parkt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Euro rechnen. Ob das die Tagesgäste vom Parken in diesem Bereich abhält, vermag aber auch Schuhr nicht zu sagen.

Doch mögliche Halteverbotsschilder reichen vielen Rosenhägenern nicht. Das wird an diesem Abend ebenfalls sehr deutlich. „Die Straße des Friedens kann den gesamten Verkehr der neuen Baugebiete nicht aufnehmen“, so Anwohner Peter Nicolai. Seine Forderung: Entweder wird abgespeckt und der B-Plan Nr. 17 mit insgesamt 15 Gebäuden und laut Satzung mit insgesamt maximal möglichen 175 Betten für Feriengäste verkleinert oder der Verkehrsfluss geändert.

Verkehrskonzept für Rosenhagen in Auftrag gegeben

Ähnliche Einwände, Bedenken und Anregungen bis hin zu einer geforderten Umgehungsstraße für Rosenhagen hatten weitere Einwohner bereits in ihren Stellungnahmen eingebracht, wie der Ausschussvorsitzende Maik Oldenburg in der Sitzung erklärt. Diese Eingaben haben mit dazu geführt, dass die Stadtvertretung auf ihrer Sitzung am 14. Mai beschloss, ein Verkehrskonzept für Rosenhagen in Auftrag zu geben.

„Ich bin überrascht, dass ein solches Konzept erst jetzt erstellt wird. Das hätte geschehen müssen, bevor die Baufahrzeuge rollen“, so Stephan Bamberger. Seit sechs Jahren hat der Hamburger seinen Zweitwohnsitz in Rosenhagen und kann die Vorgehensweise nicht verstehen. Denn Arbeiten finden wirklich schon statt. Es handelt sich um die äußere Erschließung, die laut dem 2018 gefassten Abwägungsbeschluss der Stadtvertretung nach Aussage von Dassows amtierender Bürgermeisterin Annett Pahl rechtlich auch möglich ist.

Anwohner sind wurden angehört – doch zufrieden sind sie nichr

Nach zwei Stunden endet die Einwohnerversammlung. „Wir sind insoweit zufrieden, dass es diese Versammlung gegeben hat und wir unser Anliegen vortragen konnten“, so Karin Bestmann. Mehr aber auch nicht. Die Sprecherin der Bürgerinitiative Rosenhagen hatte sich insgesamt etwas mehr erhofft. Am liebsten wären ihr und einigen anderen Anwohnern ein sofortiger Baustopp gewesen. „Dazu sind wir nicht befugt. Das kann nur die Bauordnungsbehörde des Landkreises. Und auch nur dann, wenn dafür die rechtlichen Möglichkeiten bestehen“, so Volker Schuhr.

Überhaupt mit der Stadt erst einmal ins Gespräch gekommen zu sein, empfindet der in Rosenhagen aufgewachsene Gert Burde (68) als positiv. Doch ändern muss sich an der Gesamtsituation einiges. Denn kreuzgefährlich ist es nach Darstellung einer älteren Frau aus dem Publikum schon jetzt vor der Saison, ohne Radweg und mit Baufahrzeugen auf der engen Straße. Dabei denkt sie vor allem an die Radfahrer und an die Kinder.

Abzuwarten bleibt jetzt, wie das Verkehrskonzept ausfällt. Einfließen sollen darin nach Aussage von Annett Pahl auch alle Einwände der Anwohner. Das Ergebnis dessen kann auch sie nicht vorhersagen.

Klar ist: Um den 2017 nach der Auslegung beschlossenen B-Plan Nr. 17 umzusetzen, fehlt noch der Satzungsbeschluss. Ursprünglich sollte darüber auf der Stadtvertretung am 14. Mai 2019 befunden werden. Nach einer Abstimmung im Hauptausschuss war dieser Punkt aber von der Tagesordnung genommen worden, so dass darüber nun die neue Stadtvertretung entscheiden muss.

Dirk Hoffmann

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