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Grevesmühlen Schulcampus 2030: Jetzt beginnen die Planungen in Grevesmühlen
Mecklenburg Grevesmühlen Schulcampus 2030: Jetzt beginnen die Planungen in Grevesmühlen
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12:12 11.09.2019
Blick von oben auf den Schulkomplex im Osten von Grevesmühlen mit der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ (rechts) und der Grundschule am Ploggensee. Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Seit mittlerweile vier Jahren läuft die Ideenfindung zum Schulcampus 2030 in Grevesmühlen, jetzt geht es in die konkrete Planungsphase. Das Architekturbüro Schneekloth aus Schwerin hat den Zuschlag für die Planung des mehrere Millionen Euro umfassenden Projektes erhalten.

Nach Angaben der Stadtverwaltung waren die Schweriner die einzigen Bewerber, die im Rahmen der Ausschreibung ein konkretes Konzept eingereicht haben, im Vorfeld hatten sich vier Unternehmen für den Wettbewerb gemeldet, jedoch keine Vorschläge eingereicht.

Neun Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt

Wie Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler mitteilt, sei das im Zuge der Ausschreibung eingereichte Konzept nur eine von vielen Ideen. „Wir gehen davon aus, dass das Architekturbüro bis Ende des Jahres mit konkreten Vorschlagen aufwarten wird.“ Die gehen dann in die Ausschüsse. Bis es wirklich um ein fertiges Projekt gehen wird, dürften noch einige weitere Monate vergehen. Fest steht, dass die Stadt Grevesmühlen im ersten Abschnitt rund neun Millionen Euro investieren kann und auch wird. Eine Fördermittelzusage in Höhe von 6,7 Millionen Euro liegt bereits vor.

Laut Lars Prahler gehe es im ersten Bauabschnitt darum, zusätzliche Räume an der Grundschule am Ploggensee sowie an der Regionalen Schule zu schaffen. Erst in den nächsten Abschnitten geht es dann um ein gemeinsames großes Gebäude.

Zusätzliche Sporthalle für den Campus?

Ob das auf der Bürgermeisterwiese, der großen Grünfläche zwischen der Regionalen Schule, der Grundschule und der Mosaikschule, stehen wird, ist allerdings noch unklar. Denn im Rahmen der Konzeptentwicklung sind mittlerweile auch wieder die Flächen hinter der Grundschule im Gespräch, dort liegt unter anderem der ehemalige Sportplatz der Schule brach. „Auch eine neue Sporthalle ist mit im Topf“, so Lars Prahler.

„Es geht dabei um eine zusätzliche Kleinfeldhalle. Aber wie gesagt, im Moment liegt der Ball beim Architekturbüro, wenn die ersten Vorschläge vorliegen, dann sehen wir weiter.“ Auf jeden Fall nutzen die Experten die Ideen, Vorschläge und Anforderungen, die in den eigens für den Schulcampus gegründeten Arbeitsgruppen entwickelt wurden. „Das sind die Grundlagen, mit denen die Planer jetzt arbeiten.“

Die heutigen Ploggenseeschule wurde am 30. August 1969 mit einem großen Volksfest eingeweiht. Quelle: GVM

Der Schulcampus ist das Ergebnis einer langjährigen Debatte um fehlende Räume und unzureichende Logistik an den Schulen in diesem Bereich der Stadt. Dabei geht es sowohl um die Regionale Schule am Wasserturm, die Grundschule am Ploggensee als auch um die Mosaikschule, wo Jungen und Mädchen mit Handicap unterrichtet werden. Ziel des Schulcampus ist es, die unterschiedlichen Schultypen zwar separat zu belassen, den Schülern aber dennoch die Möglichkeit zu geben, miteinander in Kontakt zu kommen und Synergieeffekte zu nutzen.

Weder Aula noch Aufenthaltsräume vorhanden

In der Regionalschule gibt es weder eine Aula noch eigens dafür ausgelegt Essens- und Aufenthaltsräume, die in den 1970er-Jahren errichteten Gebäude waren für damalige Verhältnisse durchaus modern und zweckmäßig, entsprechen jedoch heute nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Schulalltag.

Die Aufnahme stammt aus den 1970er-Jahren und zeigt die heutige Grundschule (vorn) und die Regionale Schule Quelle: Michael Prochnow

Nachdem im Vorfeld der Planungen Arbeitsgruppen gegründet wurden, in denen Pädagogen, Stadtvertreter und Einwohner ihre Ideen und Vorschläge für den Campus diskutierten, hatte die SPD-Fraktion vor wenigen Wochen den Antrag gestellt, einen zeitweiligen Ausschuss für den Schulcampus zu gründen, der die Planung und die Umsetzung begleiten solle.

Der Antrag wurde von der Stadtvertretung mehrheitlich abgelehnt. Begründung: Es gebe bereits genügend Fachausschüsse in der Stadt, die sich mit dem Sachverhalt beschäftigen und die Arbeiten begleiten würden. Zudem fehle auch Personal, um einen weiteren Ausschuss zu besetzen.

Areal der Förderschule ist nicht enthalten

Nicht enthalten in der Planung für den Schulcampus 2030 ist übrigens das Areal der Förderschule, die sich südwestlich der Bürgermeisterwiese befindet. Dort gibt es zwar eine Aula, allerdings sei das Gebäude für einen Umbau nicht geeignet, stellten die Gutachter fest. Zu aufwendig seien die Arbeiten, die notwendig sind, um Brandschutz und Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Die Schülerzahlen

Laut dem Statistischen Bundesamt in MV gibt es mit Beginn des aktuellen Schuljahres 150 302 Schülerinnen und Schüler im Land. Für die Zukunft prognostiziert das Land einen erneuten leichten Anstieg dieser Zahlen auf 151 600. Die Schüler besuchen landesweit 503 öffentliche und 106 private Schulen. Dieser positive Trend wirkt sich in Grevesmühlen bereits seit einigen Jahren aus. Das hat unter anderem zur Folge, dass die Zahl der Hortplätze in der Stadt, betreut werden die Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse, nicht ausreicht. In diesem Schuljahr konnte zwar jedes Kind, das rechtzeitig angemeldet war, mit einem Hortplatz versorgt werden, das gelang allerdings nur, weil beispielsweise die Einrichtung am Lustgarten inzwischen mehr Kinder aufgenommen hat, als eigentlich dort vorgesehen waren.

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Von Michael Prochnow

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