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Grevesmühlen Fast 1000 Freiwillige wollen Sebastian helfen
Mecklenburg Grevesmühlen Fast 1000 Freiwillige wollen Sebastian helfen
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17:23 26.05.2019
Andre’ Klingenberg und Kai Piepjunge haben die Wattestäbchen im Mund, die ihnen Daniel Jefremow und Rico Zehr (v. l.) vom DRK-Rettungsdienst gereicht haben. Quelle: Dirk Hoffmann
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Schönberg

Immer mehr Menschen kamen, das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Schönberg platzte gestern fast aus allen Nähten. 980 Frauen und Männer hatten eines im Sinn: Sie wollten dem an Blutkrebs erkrankten Sebastian helfen, indem sie bei der Registrierungsaktion unter dem Motto „Familienvater sucht Lebensretter“ der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) mitmachten.

Selbstverständliche Hilfe aus Lübeck

„Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. Zweimal hatte ich so etwas schon verpasst. Ohne allzu großen Aufwand kann ich hier möglicherweise jemandem helfen, der in höchster Not ist“, erklärte zum Beispiel der 49-jährige Lübecker Kai Piepjunge. Als seine Frau, die vor einigen Jahren selbst an Krebs erkrankte, morgens im Internet davon erfahren hatte, fuhr er sofort los. Ihm gegenüber saß jetzt in Schönberg Rico Zehr, der ihm den Ablauf erklärte und die Wattestäbchen für einen Abstrich der Wangenschleimhaut reichte. Mit seinem Kollegen Daniel Jefremow (41) war er vom Rettungsdienst des DRK aus Wismar erschienen, wobei dieser gerade einen 24-Stunden-Dienst hinter sich hatte. Jefremow gab da Andre´ Klingenberg (29) die Unterlagen und die Wattestäbchen. Er spielt in der 2. Männermannschaft des FC Schönberg 95, kennt Sebastian persönlich und musste schon deshalb keinen Moment überlegen, vielleicht sein Retter sein zu können.

Feuerwehr richtete Gerätehaus her

Ähnlich sahen es auch die in einer großen Zahl erschienenen Feuerwehrleute. Sebastian ist ein seit vielen Jahren sehr engagierter Kamerad aus ihren Reihen, der schon in der Jugendfeuerwehr dabei war. Als die Kameraden von seiner Erkrankung erfuhren, stand für sie deshalb sofort fest: Er bekommt von uns die volle Unterstützung. Sie richteten das Feuerwehrgerätehaus für die Stammzellspende her, halfen bei der Registrierung und wurden selbst zu Spendern. Außerdem reichten die Frauen der Wehr wie Kerstin Arndt aus der Gulaschkanone die von ihnen selbst zubereitete Kartoffelsuppe. Sie schmeckte lecker. Ebenso wie der von den Frauen der Schönberger Kita und der von der Line-Dance-Gruppe aus Selmsdorf gebackene Kuchen gebacken, den sie hier nun für eine Spende für Sebastian anboten. „Und hätte das Gerätehaus für die Aktion nicht ausgereicht, dann wären wir in Absprache mit dem Bürgermeister in die Palmberghalle umgezogen“, so Schönbergs stellvertretender Wehrleiter Karsten Slotta.

Auffallend: Nicht nur Schönberger Feuerwehrleute machten bei der Typisierungsaktion mit. Auch Kameraden von anderen Wehren aus Nordwestmecklenburg sowie Schleswig-Holstein und sogar aus dem Müritzkreis kamen nach Schönberg. Zu verdanken war das zu großen Teilen Patricia Bunke. Die Landesfeuerwehrärztin des Landesfeuerwehrverbandes Mecklenburg-Vorpommern hatte mit einem Aufruf um Unterstützung gebeten. „Es ist top gelaufen. Von der Resonanz bin ich begeistert“, so Bunke, die selbst viele Leute kennt, die Blutkrebs haben und auf den passenden Spender warten.

Radio-Moderator legte Wunsch-Hits auf

Auch Alex Stuth eilte nach Schönberg. Vor fünf Jahren hatte sich der bekannte Moderator von Ostseewelle Hit-Radio Mecklenburg-Vorpommern, der seit acht Jahren auch Mitglied in der Feuerwehr in Kritzmow ist, registrieren lassen. Gegen eine Spende für Sebastian legte er für das Publikum Wunsch-Hits auf. Und damit die Kinder toben konnten, stellte der Lübecker Sandro Hartmann seine Hüpfburg auf.

„Ich bin absolut überwältigt. Das hätte ich so nicht erwartet und danke allen, die mitgeholfen haben“, so Sebastians Schwester Saskia. Sie hatte den Aufruf gestartet und eine Initiativgruppe gegründet, die sich an die DKMS wandte. „So eine Gruppe ist immer notwendig, damit wir tätig werden können“, so Kathrin Grothe, die zusammen mit ihrer Kollegin Marina Miller vom DKMS-Büro aus Berlin bereits einen Tag vorher anreiste. Am Sonntag stieß dann noch Kader Benli aus Hamburg dazu. „Es lief super“, so Miller, was in ihren Augen auch den vielen fleißigen Helfern – darunter befanden sich auch einige First Responder-Gruppen des Landkreises – zu verdanken war. Mit 980 Spendern hatte kaum jemand gerechnet. Zusätzlich zu den Typisierungen wurden in Schönberg auch Spenden gesammelt. Dabei kamen 10 861,99 Euro zusammen.

Die Proben werden nun ins Dresdner Labor (Life Science Lab) geschickt und dort analysiert. In Ulm, dem Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland, laufen alle Daten zusammen, wie Miller erklärt. Hier werden die Gewebemerkmale der Patienten mit denen der Spender verglichen. Konkret bedeutet das: Für Sebastian kann Hilfe von den Spendern von der Aktion in Schönberg oder von anderen Spendern kommen.

Dirk Hoffmann

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