Boltenhagen - Feldahorn auf dem Boltenhagener Wappen – OZ - Ostsee-Zeitung
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Grevesmühlen Feldahorn auf dem Boltenhagener Wappen
Mecklenburg Grevesmühlen Feldahorn auf dem Boltenhagener Wappen
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00:00 09.07.2013
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Boltenhagen

ist seinem Gemeindewappen ein Stückchen näher gekommen. An der Abstimmung über die drei Varianten, die der Grafik-Designer und Heraldiker Michael Zapfe entwickelt hatte, beteiligten sich 159 Bürger ab 14 Jahren. 72 von ihnen sprachen sich für das Steuerrad unter den Rodehacken aus: das Steuerrad als Symbol für Fischfang und Tourismus; die Rodehacken, die einst als Werkzeug bei der Rodung von Sträuchern und Bäumen dienten. Die Hacken bildeten die Grundlage, dass sich aus dem Rodungsdorf landwirtschaftliche Strukturen entwickelten. Das Ganze wird in Zapfes Vorschlag beidseitig durch je ein Eichenblatt garniert — was im Landeshauptarchiv in Schwerin Bedenken hervorrief. Eichenblätter seien „in der Mecklenburgischen Wappenlandschaft schon überstrapaziert und sollten möglichst nur noch Gemeinden vorbehalten bleiben, bei denen Eichen ganz besonders prägend sind“, teilte Dr. Antje Koolmann aus dem Landeshauptarchiv Zapfe per Mail mit.

Daraufhin fragte das Amt Klützer Winkel im Auftrag des amtierenden Bürgermeisters Christian Schmiedeberg beim Wappenentwurfs-Gestalter per Mail an, „ob anstelle der Eichenblätter auch Sanddorn verwendet werden darf“.

Kein Problem, so die Antwort, „wenn wir dessen Bedeutung für Boltenhagen hinreichend nachweisen“. Aus grafischer Sicht bereite die Kleinteiligkeit des Sanddorns allerdings Probleme, hier müsse recht stark abstrahiert werden. „Vielleicht gibt es ja auch einen anderen typischen Baum, dessen Blatt heraldisch gut umsetzbar ist“, regte Zapfe in seiner Antwortmail an das Amt an.

Der Hauptausschuss kam dem Designer zu Hilfe und bescherte dem Sanddorn das Aus. Michael Steigmann (Die Linke) lenkte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung den Blick nunmehr gen Feldahorn — und fand einhellige Zustimmung.

Nun kann das Genehmigungsverfahren für das neue Wappen beginnen. Erst ist das Innenministerium am Zug, dann folgt die Eintragung in die „Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern“. Und nach der Änderung ihrer Hauptsatzung darf die Gemeinde das Wappen dann auch im Dienstsiegel führen und Flaggen anfertigen lassen. Zum Schutz des Urheberrechts kann die Gemeinde eine Entgeltordnung erlassen, die die Nutzungsbefugnisse und die Höhe von Nutzungsgebühren regelt. Das wird dann beispielsweise Gewerbetreibende betreffen, die das Wappen als Werbeaufdruck verwenden wollen.

Ulrike Oehlers

09.07.2013
09.07.2013