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Grevesmühlen Der Weizen sollte vor dem Raps gedroschen werden
Mecklenburg Grevesmühlen Der Weizen sollte vor dem Raps gedroschen werden
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14:31 31.05.2019
Die Landwirte in einem Gerstefeld nahe Parin. Kim Sebastian Mummert und Vincent Voß (v. l.) von der Betriebsleitung des Gutes Groß Walmstorf informieren über den Anbau. Quelle: Dirk Hoffmann
Groß Walmstorf

Mehr als ein Dutzend Landwirte von Betrieben aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg sind es, die sich in dieser Woche auf dem Betriebshof des Gutes in Groß Walmstorf treffen. Sie sind der Einladung des Gutes und des Kreisbauernverbandes gefolgt, wollen gemeinsam bei einer Feldbesichtigung sehen, welche Kulturen angebaut werden und wie ihr derzeitiger Stand ist.

Sensor ermittelt Bedarf an Stickstoff

Zuerst ist es ein Schlag Weizen, zu dem hingefahren wird. Kim Sebastian Mummert und Vincent Voß von der Betriebsleitung des Gutes Groß Walmstorf berichten, dass hier im vergangenen Jahr noch Raps angebaut wurde. Mit der Düngung habe man hier erst sehr spät, nämlich am 22. März, begonnen, wie sie erfahren. „Das Aufbringen von Stickstoff erfolgt dabei sehr gezielt“, sagt Kim Sebastian Mummert. So wird mit einem Sensor Parzelle für Parzelle vor diesem Arbeitsgang zunächst der Bedarf ermittelt. „Ein aufwendiges, aber sehr effektives Verfahren“, ergänzt er. Zudem würde den Fahrern, die dann den Stickstoff aufs Feld bringen, diese Vorgabe die Arbeit erleichtern.

Mais leidet unter der Kälte

Nicht nur bei diesen Ausführungen hören die Landwirte ganz genau hin. Als sie anschließend auf einem Mais­feld stehen, wollen sie von Mummert zum Beispiel wissen, welche Technik dort zum Drillen eingesetzt und wie dabei vorgegangen wurde. Drei bis vier Zentimeter tief wurde die Saat beim Drillen am 14. April in den Boden gebracht, wie ihnen der Mann von der Betriebsleitung des Gutes Groß Walmstorf erklärt. „Zu leiden hat der Mais, aktuell vor allem unter der noch herrschenden Kälte“, weiß Kim Sebastian Mummert.

Wenig Niederschlag schadet der Zuckerrübe

Auch die Zuckerrübe ist nach Darstellung von Mummert im Wachstum noch nicht soweit, wie man sich das wünscht. Die lang anhaltende Trockenheit machte der Pflanze, die am 7. April gedrillt wurde, zu schaffen. „Bis auf wenige Ausnahmen hatte es im vierten Monat des Jahres kaum Niederschlag gegeben. Mickrige drei Millimeter waren hier am 25. April und acht Millimeter am 27. April gemessen worden. An einem Anteil von Frühjahrskulturen wolle man aber dennoch festhalten“, resümiert Mummert.

Kim Sebastian Mummert von der Betriebsleitung des Gutes Groß Walmstorf. Quelle: Dirk Hoffmann

Zuletzt war es ein Rapsfeld, das gemeinsam besichtigt wurde. Welche Menge hier einmal geerntet werden könnte, das vermochte die Betriebsleitung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zuletzt waren es 22 bis 31 Doppelzentner je Hektar. „Der Weizen sollte immer vor dem Raps gedroschen werden“, wirft dann Heinrich Röttger vom Landwirtschaftsbetrieb aus Lauen nahe Selmsdorf ein, als die Dreschfolge der einzelnen Kulturen diskutiert wird.

Zu Ende ging eine zweistündige Feldbesichtigung auf Teilen des Gutes Groß Walmstorf, das auf einer Fläche von insgesamt 2700 Hektar unter anderem 950 Hektar Weizen, 775 Hektar Raps, 300 Hektar Zuckerrüben, 242 Hektar Mais und 290 Hektar Gerste anbaut. Röttger nimmt immer wieder gerne an solchen Feldbesichtigungen teil. Sie sind für ihn ganz wichtig, um sich mit Berufskollegen auszutauschen und auch zu sehen, wie sie arbeiten.

Ähnlich denkt Johannes Brennenstuhl. Auch der stellvertretende Betriebsleiter des Gutes Brook/Christinenfeld hält den Austausch mit Kollegen für wichtig und bereute es nicht, bei dieser Feldbesichtigung dabei gewesen zu sein.

Netzwerkarbeit wird ausgebaut

„Die Resonanz war gut, ich bin zufrieden“, meinte Petra Böttcher. Die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg zog ein positives Resümee der Feldbesichtigung. Diese sind in ihren Augen wichtig für den weiteren Ausbau der Netzwerkarbeit und stellen eine gute Möglichkeit der gegenseitigen Information dar. An vier Tagen hatte der Kreisbauernverband zu insgesamt sechs Feldbesichtigungen eingeladen. Zuerst am 20. Mai auf dem Landgut Lischow, am 27. Mai in den Landwirtschaftsbetrieben von Jörg Hünemörder in Stofferstorf und von Jörg Burmeister in Kleinfeld, ehe am 28. Mai der Hof Hay in Bülow und das Gut Groß Walmstorf sowie zum Abschluss am 29. Mai die Schünemann/Taube GbR in Lübow Ort einer solchen Besichtigung waren.

Johannes Brennenstuhl, stellvertretender Betriebsleiter des Gutes Brook/Christinenfeld: "Den Austausch mit Kollegen finde ich wichtig." Quelle: Dirk Hoffmann

Betriebe laden zu Hofführungen ein

Seit 2016 lädt der Kreisbauernverband gemeinsam mit den gastgebenden Betrieben Einheimische und Urlauber von Juni bis August zu Hofführungen ein. Sie können die heutige Landwirtschaft hautnah erleben, um die Belange besser zu verstehen.

Die Betriebsgemeinschaft Zierow mit Ackerbau, Viehhaltung und Biogasanlage erwartet die Besucher am 19. Juni und am 21. August jeweils von 10 bis 12 Uhr.

Der Erdbeerhof Glantz lädt Interessierte am 6. Juli von 11 bis 13 Uhr ein. Treffpunkt ist am Selbstpflückfeld in Gramkow.

Familie Mann in Steinbeck führt am 12. Juni, am 17. Juni und am 14. August jeweils in der Zeit von 10 bis 12 Uhr über ihren Hof. Sie betreibt Ackerbau und Viehhaltung sowie einen Hofladen und ein Café.

Auf den Gütern Brook und Christinenfeld wird ökologisch gewirtschaftet. Besichtigungen sind am 10. Juli und am 7. August von 10 bis 12 Uhr möglich.

Das Gut Grambow bei Schwerin ist ein land- und ein forstwirtschaftlicher Betrieb. Er erwartet Besucher am 15. Juni von 11 bis 13 Uhr.

Dirk Hoffmann

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