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Grevesmühlen Wenn „Fischköppe“ die Piste erobern
Mecklenburg Grevesmühlen Wenn „Fischköppe“ die Piste erobern
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17:30 28.02.2019
Gern gesehene Gäste in Johanngeorgenstadt: die Teilnehmer der Ferienfreizeit aus Grevesmühlen. In diesem Jahr waren wieder 22 Kinder im Alter von elf bis 15 Jahren auf der Skipiste. Quelle: PRIVAT
Grevesmühlen/Johanngeorgenstadt

„Fischköppe“ im Schnee: Nein, als Beschimpfung sieht Reinhard Galda die Bezeichnung absolut nicht, wenn die Grevesmühlener jedes Jahr für eine Woche in Johanngeorgenstadt anreisen, um die Skipiste im Erzgebirge unsicher zu machen. Vielmehr liebevoll sei das von den Einheimischen gemeint, wenn es heißt „Unsere Fischköppe sind wieder da!“, sagt er. Seit 1984 organisiert der 67-jährige ehemalige Lehrer aus Neu Degtow die Fahrten für Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren. Neben dem begeisterten Skifahrer und ausgebildeten Skilehrer sind Jörg Paap und Stefan Wittmoser als Betreuer mit an Bord.

Unsportlich sind die jungen Teilnehmer aus Grevesmühlen und Umgebung sowie dem Amt Klützer Winkel nicht, wenn auch nicht alle Skierfahrungen haben. Werden sie doch von den Betreuern für die Reise vorab ausgewählt – Hand-, Volley- und Fußballer sowie Leichtathleten und Badmintonspieler, die sich sportlich in irgendeiner Weise hervorgetan haben, bekommen die Chance eines sechstägigen Wintertrainings. Reisten die Grevesmühlener anfangs noch mit Trainingsgruppen aus Wismar und Potsdam an, sind sie seit 1991 alleine vor Ort. „Wir finden dort gute Bedingungen vor“, schwärmt Reinhard Galda. Und das nicht nur auf perfekten Pisten für die Abfahrt und den Langlauf, wie er sagt, sondern auch in der Sport- und Schwimmhalle vor Ort. Von morgens bis abends haben die Kinder und Jugendlichen volles Programm, also keine Zeit für Heimweh, erzählt Reinhard Galda schmunzelnd. Skier werden vor Ort ausgeliehen. Und noch eines müssen die Teilnehmer nicht mitbringen: Erfahrungen. Nur Helm und Handschuhe seien Pflicht.

Reinhard Galda bezeichnet sich und seine beiden Begleiter Jörg Paap und Stefan Wittmoser als „verrückte Enthusiasten“, die die Kindern und Jugendlichen mit der Skifreizeit etwas bieten wollen. „Ich hätte als Kind auch gern so etwas gehabt“, sagt der 67-Jährige, der mit zwölf Jahren von seinem Cousin seine ersten, gebrauchten Ski bekam. Die Liebe zu den Brettern war damit entdeckt. Im eher schneearmen Mecklenburg-Vorpommern würden die teilnehmenden Sportler aus Grevesmühlen und Umgebung sowie dem Klützer Winkel diese Liebe wohl kaum entdecken und teilen. „Die, die mit waren, kommen meist ein zweites oder drittes Mal mit“, freut sich Reinhard Galda. Zu denen gehört auch Fia Schmidt. Das dritte Mal reiste die 13-Jährige mit. „Es ist zwar anstrengend, aber es macht viel Spaß“, begründet die Gymnasiastin. Vor drei Jahren hatte sie keinerlei Erfahrungen auf Skiern, lernte von Tag zu Tag dazu. Und ja, man verlerne das Skifahren genauso wenig wie das Schwimmen und Radfahren. Für Fia steht fest: Im kommenden Jahr ist sie wieder mit dabei.

Respekt vor dem Skisport empfiehlt er jedem Teilnehmer, sagt Reinhard Galda. „Wer keinen Respekt hat, wird leichtfertig“, begründet er. Was ist das Schönste an der Reise? „Zu sehen, mit wie viel Freude die Kinder dabei sind. Und am letzten Tag die Skipolonaise die Piste herunter“, zählt er auf. Na dann, bis zum nächsten Mal, wenn die Fischköppe wieder die Piste erobern.

Die Ski-Polonaise am letzten Tag hat Tradition bei den Teilnehmern der Skifreizeit in Johanngeorgenstadt. Quelle: PRIVAT

Jana Franke

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