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Grevesmühlen Ökoinfluencerin legt den Finger in die Wunde
Mecklenburg Grevesmühlen Ökoinfluencerin legt den Finger in die Wunde
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13:29 17.02.2019
Franzi Schädel Stellshagen Quelle: Michael Prochnow
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Stellshagen

Während sich die Politik derzeit den Kopf darüber zerbricht, wie viele Windkraft- und Biogasanlagen die Region noch verträgt, hat Franzi Schädel die Lösung bereits parat. „Der Umweltschutz beginnt im Kopf, das Bewusstsein der Menschen, das muss sich ändern“, sagt die junge Frau, die mit ihrem Lächeln den ganzen Raum einnimmt. „Ich habe mein Leben geändert, und ich spreche offen darüber, und zwar möglichst viel und möglichst laut.“ Das hat sie in dieser Woche im Gutshaus Stellshagen getan. Und dabei vor allem Beispiele genannt, wie sie mit kleinen Schritten ihr Leben verändert hat. „Ich kaufe soweit es geht nur noch Sachen, die nicht verpackt sind. Und von denen ich weiß, dass sie nachhaltig sind.“ Seitdem habe sich nicht nur ihr Einkaufsverhalten verändert („Ich kaufe bewusster und dadurch auch weniger ein.“), sondern auch ihr Blick auf Konsum und Lebensmittel. „Viele Kleidungsstücke enthalten oder bestehen aus Kunststoff, der bei jedem Waschgang im Abwasser landet. Die Frage ist doch, ob ich nicht lieber in ein gutes Kleidungsstück Geld investieren und es lange nutze, oder ob ich die fünfte Jacke im Schrank haben muss.“

Es müsse nicht jeder Mensch Vegetarier oder Veganer werden, betont Franzi Schädel, die auf einem Dorf in der Nähe von Ratzeburg lebt und neben den Vorträgen von Fotoaufträgen lebt. Allerdings hat sie auch beruflich ihre Ansprüche verändert. „Ich nehme nur noch Aufträge an, für die ich nicht ins Flugzeug steigen muss. Zu den Terminen fahre ich, wenn es möglich ist, mit der Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmittel.“ Ein Auto besitzt die Ökoinfluencerein, die sie sich selbst bezeichnet, weil auf dem Land ansonsten die Mobilität nicht mehr gegeben werde. „Aber das nutze ich nur, wenn es nicht anders geht.“ Sie ist sich durchaus bewusst, dass man sich einen umweltbewussten Lebensstil leisten können muss. Und das nicht jede Familie ihr Leben so auf den Kopf stellen kann wie die junge Frau. „Aber wichtig ist, dass man mit Kleinigkeiten beginnt. Und dass wir darüber reden.“ Wenn Franzi Schädel spazieren geht, dann hat sie einen Beutel dabei, um Müll aufzusammeln. „Jedesmal finde ich etwas, wenn das viele Leute machen, dann sieht es in der Natur schon ganz anders aus.“

Dass es sich durchaus lohnt, sich mit diesem Thema eingehender zu beschäftigen, zeigen die Preise, die in Grevesmühlen ausgelobt sind. Denn sowohl der Rotary-Club als auch der Verein „Stadt ohne Watt“ rufen in diesem Jahr zu Wettbewerben auf, bei denen es um das Thema Umweltschutz geht. Dabei gibt es keine Grenzen, was die Ideen betrifft. Ob eine Schulklasse sich vornimmt, für eine Woche so zu leben, dass möglichst kein Abfall produziert wird, oder ein Unternehmen oder ein Verein eine Aktion startet, ist den Protagonisten überlassen.

Michael Prochnow

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