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Grevesmühlen Freitag, der 13. – So gehen die Mecklenburger mit diesem Datum um
Mecklenburg Grevesmühlen Freitag, der 13. – So gehen die Mecklenburger mit diesem Datum um
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10:54 13.09.2019
Freitag, der 13. – was hat es mit dem Tag auf sich? Quelle: dpa
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Grevesmühlen

Es ist der erste in diesem Jahr, ein weiterer folgt im Dezember. Auch 2020 stehen uns zwei bevor, maximal gibt es drei im Jahr – das nächste Mal übrigens 2026. Die Rede ist von Freitagen, die eine 13 als Datum tragen. Heute ist es wieder so weit.

Die einen sehen Freitag, den 13., als schlechtes Omen; als einen Tag, an dem nur alles schieflaufen kann. Da ist die Lieblingstasse, die zerbricht, die Lieblingsbluse, die der Türklinke nicht standhält, und der Pfeiler, der beim Ausparken irgendwie im Weg war und die hintere Stoßstange knutscht. Andere dagegen halten die Aufregung um dieses Datum für völligen Blödsinn und nehmen diesen Tag als einen Tag wie jeden anderen.

Das sagt die Statistik

Statistisch gesehen gibt es laut Experten keine Beweise dafür, dass sich an einem Freitag, der die 13 trägt, wesentlich mehr Unglücke ereignen. „Wie unsere Auswertung der Unfallzahlen von Januar 2004 bis 2016 zeigt, gab es an den Tagen, die auf einen Freitag, den 13., fielen, nur geringfügig mehr Unfälle mit Personenschäden als an anderen Freitagen“, erklärt Christian Hieff, Pressesprecher des Vereins ADAC Hanse e. V., der für Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zuständig ist. So hätten sich an allen Freitagen in diesem Zeitraum durchschnittlich 991 Unfälle mit Personenschäden ereignet. „An den 23 Freitagen, die während dieser Zeit auf einen 13. fielen, kam es durchschnittlich zu 995 Unfällen“, erläutert Christian Hieff.

Unfallträchtiger Tag

Allerdings: „Im Durchschnitt ist der Freitag allgemein der unfallträchtigste Tag der Woche. Insgesamt waren es 49 494 Unfälle im gesamten Jahr 2018“, bemerkt er. Zum Vergleich: An allen Sonntagen waren es 28 234 Unfälle, an allen Montagen 46 808. „Der Grund ist einfach das höhere Verkehrsaufkommen an Freitagen. Pendler machen sich auf den Heimweg, Ausflügler und Urlauber sind verstärkt unterwegs“, zählt Hieff auf und beruhigt alle Abergläubischen.

Unglücke am Freitag, dem 13.

In der Medizin wird die Angst vor Freitag, dem 13., übrigens Paraskavedekatriaphobie genannt. Der griechische Begriff ist abgeleitet von „paraskeue“, für ‚Freitag‘, und „dekatria“, für ‚dreizehn‘, sowie von „phobos“, das ‚Angst‘ bedeutet. Betroffene mögen nun sagen: Es ist doch nachzuweisen, dass es schwere Unglücke an einem solchen Tag gab. In der Tat ist das so: Zum Beispiel gab es am 13. November 2015, ein Freitag, 130 Tote und 683 Verletzte, als Terroristen an acht verschiedenen Orten in Paris Terroranschläge verübten. Ebenso ist das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ am 13. Januar 2012, ebenfalls ein Freitag, verunglückt. Die Havarie vor der Insel Giglio im Mittelmeer kostete 32 Menschen das Leben.

Nicht auch zuletzt damit hält sich hartnäckig der Glaube, dass dieser Tag Pech bringt. Mit Zahlen ist das allerdings nicht zu belegen. „Wir haben in der Vergangenheit nicht die Erfahrung gemacht, dass an einem Freitag, den 13., mehr Versicherungsschäden gemeldet werden“, verdeutlicht auch Anett Schnaak vom Axa-Versicherungsbüro von Guido Putzer in Grevesmühlen.

13. Oktober 1307 erstmals als ein schwarzer Freitag bezeichnet

In historischen Aufzeichnungen ist der 13. Oktober 1307 erstmals als ein schwarzer Freitag in Verbindung mit einem Unglück gebracht worden. Es heißt, der König von Frankreich hatte damals die Verhaftung der Tempelritter in ganz Europa angeordnet. Diese wurden wegen Ketzerei angeklagt, in den Kerker gesperrt und hingerichtet, da es der König auf ihre Reichtümer abgesehen haben soll.

13 – doch eine Glückszahl

An dieser Stelle muss zwingend erwähnt werden, dass die erste Kugel bei der ersten Ziehung der Lottozahlen in Deutschland am 9. Oktober 1955 eine 13 trug. Und nachweislich steigt auch der Umsatz der Lottogesellschaften an einem Freitag, dem 13., weil eben viele diesen Tag als Glückstag ansehen.

Gabriele Wulff, Geschäftsinhaberin von “jolis cadeaux – Schöne Geschenke“ in Grevesmühlen. Quelle: Michael Prochnow

Kleeblätter als Glückbringer

Quasi Expertin, wenn es um Glück geht, ist Gabriele Wulff. Die Inhaberin des Geschäfts „jolis cadeux – Schöne Geschenke“ in der Wismarschen Straße in Grevesmühlen schwört auf Glücksbringer wie vierblättrige Kleeblätter. Und weil die in der Natur äußerst schwer zu finden sind, greift die immer gut gelaunte junge Frau zu einem Trick. „Ich trockne die Blätter vom Glücksklee, den es immer zu Silvester gibt.“ Ansonsten gibt es Kleeblätter natürlich auch in Keramik in ihrem Geschäft. „Schokolade ist auch ein Glücksbringer und sehr beliebt. Schön verpackt sorgen das Geschenk und später auch der Inhalt für gute Laune, auch das ist Glück“, meint sie.

Eis und Schokolade machen glücklich

Brita Buttkewitz betreibt seit 2018 „Janny’s Eis“ in der Grevesmühlener August-Bebel-Straße – und der Laden läuft. Quelle: ANNETT MEINKE

Auch Brita Buttkewitz verkauft sozusagen das Glück – in Form einer Leckerei. Sie betreibt seit zwei Jahren „Janny’s Eis“ in der August-Bebel-Straße in Grevesmühlen und sagt: „Eis macht definitiv glücklich. Das sehe ich an den Menschen, die unser Eis kaufen. Selbst wenn mal jemand mit einem griesgrämigen Gesicht hier hereinkommt, geht er mit einem Lächeln wieder hinaus.“ Sie selbst macht ein Eis besonders glücklich, wenn „sehr viel Sahne oben drauf ist“, verrät sie. Und noch etwas anderes macht sie glücklich: „Dass ich vor zwei Jahren die Entscheidung traf, mich selbstständig zu machen.“ Vorher arbeitete sie im öffentlichen Dienst. Das, so sagt sie, habe sie unglücklich und krank gemacht. Es ist also nicht nur das Eis an sich, sondern auch der Umgang mit ihren Kunden, der Brita Buttkewitz glücklich macht. „Wenn ich höre, wie gerne die Menschen kommen, wie schön der Laden ist, dann ist das noch ein Glücksbonus oben drauf.“

Kleine Glücksmomente im Alltag

Sigrid Susanne Awe Quelle: Jürgen Lenz

Sigrid Susanne Awe aus Herrnburg fragt: „Liegt Glück in der Geborgenheit, im Lieben und Geliebtwerden, in der Familie, im Reichsein (an was auch immer)?“ Die Gemeindepädagogin berichtet: „In meinem Leben gibt es viele glückliche Momente – am Tisch mit meiner Familie, die Blume am Wegrand, das Radieschen, ein Lächeln, eine Überraschung ...“ Das tiefste Glück jedoch finde sie im Glauben an Gott, denn: „Damit erschließt sich mir der Sinn der Dinge und Geschehnisse des Lebens.“

Glück muss man erkennen und annehmen

Christoph D. Minke, künstlerischer Leiter des Schönberger Musiksommers Quelle: Jürgen Lenz

Christoph D. Minke, künstlerischer Leiter des Schönberger Musiksommers, denkt ähnlich wie Sigrid Susanne Awe. „Glück liegt mehr, als man oft denkt, im Alltäglichen“, glaubt er. Sehr sinnig sei das Titelbild eines Buches von Eckhard von Hirschhausen über das Thema Glück. Zu sehen ist ein Kleeblatt – aber nicht, wie zunächst zu vermuten wäre, ein vierblättriges als Symbol des Glücks, sondern ein dreiblättriges. „Man muss nicht immer Kleeblätter mit vier Blättern finden“, erklärt der Schönberger. Glück sei häufig ein Geschenk. Manchmal müsse es aber auch erarbeitet werden. Ganz ohne eigenes Zutun sei es nicht möglich. Christoph D. Minke sagt: „Wenn es ein Geschenk ist, gehört auch etwas dazu: Die Fähigkeit, Geschenke annehmen zu können.“ Seine Einstellung zu Wundern sei ähnlich: „Ich habe in meinem Leben so viele Wunder erlebt, dass es völlig ignorant wäre, nicht an Wunder zu glauben.“

Viel Geld ist kein Glücksgarant

Sven Schiffner, Kundenberater bei der V+R Bank Grevesmühlen Quelle: ANNETT MEINKE

Sven Schiffner, Firmenkundenberater bei der Volks- und Raiffeisenbank in Grevesmühlen, muss ein wenig nachdenken, was das Thema Glück betrifft. Doch was der 47-Jährige dann sagt, klingt zumindest für einen Banker ungewöhnlich: „Geld macht in jedem Fall nicht glücklich. Obwohl ich bei einer Kreditvergabe schon in gewisser Weise mit darüber entscheide, wessen Traum Wahrheit wird und wessen eher vielleicht nicht.“ Doch Traumverwirklichung hin oder her, wichtiger als Geld finde er Gesundheit und vor allen Dingen Gelassenheit. Dann fügt er noch an, es seien die glücklichen Momente, die zählen und verrät einen Musiktipp: „Sekundenglück“ von Herbert Grönemeyer.

Die Zahl 13 im Sport

Aber zurück zur Zahl 13. Die bringt auch den beiden Nationalspielern im Fußball, Michael Ballack und Thomas Müller, die die 13 auf dem Rücken trugen beziehungsweise noch tragen, Glück. Anders im Rennsport, da scheint der Aberglaube weit verbreitet zu sein. Denn über viele Jahre startet in der Formel 1 kein Rennfahrer mit der 13. Im Jahr 2014 versuchte es der venezolanische Rennfahrer Pastor Maldonado Motta. Am Ende der Saison standen null Siege, nur zwei Punkte und Platz 16 auf seinem Konto. Oder war es doch fehlendes sportliches Talent?

Keine Angst: Sie schaffen das

Es gibt auch kuriose Feiertage, die auf einen 13. fallen, zum Beispiel der internationale Rauchmeldertag. Nun ja, wenn der auf einen Freitag fällt, dürfte ja eigentlich nichts anbrennen. Freitag, der 13. – ob er Pech oder Glück bringt, entscheidet letztlich jeder für sich selbst. Die OZ wünscht jedenfalls, dass Sie heute gut durch den Tag kommen – ohne zerbrochene Tasse, zerrissene Bluse und Beule an der Stoßstange.So viele Lottomillionäre gab es 2018 in Deutschland

Von Jana Franke, Annett Meinke, Michael Prochnow und Jürgen Lenz

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