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Grevesmühlen So bauen die Spezialisten ein Feldkrankenhaus auf
Mecklenburg Grevesmühlen So bauen die Spezialisten ein Feldkrankenhaus auf
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09:01 02.09.2019
Steffen Kuse am Gerätewagen des Sanitätsdienstes. Ausgestattet ist dieser unter anderem mit mehreren Krankentragen, einem Schnelleinsatzzelt, einer Heizung und einem Notstromaggregat. Quelle: Dirk Hoffmann
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Warin/Grevesmühlen

Sie kommen zum Einsatz, wenn die lokalen Rettungskräfte an ihre Grenzen stoßen. Die Medical Task Force, kurz MTF, ist in der Lage, innerhalb kürzester Zeit ein mobiles Krankenhaus aufzubauen. Wie sie das schaffen, das zeigen die Männer und Frauen der MTF 13, die für Westmecklenburg zuständig sind, am 11. September um 16.30 Uhr bei einem Tag der offenen Tür nach Grevesmühlen einladen. Dort werden sie unter anderem berichten, wie sie beim Großeinsatz gegen den Waldbrand bei Lübtheen im Einsatz waren.

Steffen Kuse (43), Bereitschaftsführer der Behandlungsbereitschaft und MTF-Koordinator am DRK-Krankenhaus in Grevesmühlen. Quelle: Dirk Hoffmann

„Auf dem Gelände des DRK-Krankenhauses wollen wir dann ein kleines Feldkrankenhaus aufbauen“, erklärt Steffen Kuse, Bereitschaftsführer der Behandlungsbereitschaft und MTF-Koordinator in Grevesmühlen. Darin wird es mehrere Behandlungsplätze geben. So erhalten Besucher einen Einblick in den Ablauf und sehen, wie Verletzte versorgt werden. Mit welchem Aufwand all das verbunden ist und welche Technik dabei zum Einsatz kommt, erfahren sie ebenfalls. So ist zum Beispiel der große Gerätewagen des Sanitätsdienstes mit einem Zelt, mehreren Krankentragen, einer Heizung und einem Notstromaggregat ausgestattet. „Hier fährt auch immer ein Arzt mit“, so Kuse. Außerdem wird Dr. Dirk Killermann einen Vortrag halten und damit weitere Informationen zur MTF geben.

Es werden immer noch Freiwillige für die MTF gesucht

Die Besucher möchte man aber nicht nur informieren, sondern bei dem einen oder anderen auch das Interesse an einer Mitarbeit wecken. Denn ehrenamtliche Kräfte werden nach Darstellung von Kuse immer gesucht. So benötigt man zum Beispiel allein am Standort in Grevesmühlen 48 Helfer in

Medical Task Force Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow

der Einfachbesetzung, angestrebt ist eine Doppelbesetzung mit 96 Helfern. Gesucht wird nicht nur medizinisches Personal. Auch Kraftfahrer sowie Helfer in der Logistik und anderen Bereichen können sich melden und mitmachen. Insofern ist dieser Tag der offenen Tür auch ein Stück Werbung in eigener Sache, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Auch Helfer lernen, sich selbst zu schützen

Neben Engagement und Einsatzwillen sind auch Kenntnisse in der Versorgung und dem Umgang mit verletzten Personen notwendig. Vermittelt wird das durch regelmäßige Schulungen sowie einem Ausbildungs- und Sommercamp, das nach der Premiere vor zwei Jahren in Plate jetzt zum zweiten Mal nacheinander in Warin mit ehrenamtlichen Kräften aus Westmecklenburg stattfand. Sie kamen von den DRK-Kreisverbänden Nordwestmecklenburg, Ludwigslust, Parchim, Schwerin und Bad Doberan. „Man muss sich vor allem auch selbst schützen“, erklärte zum Beispiel Ralf Goede vom Aubdildungsinstitut aus Rostock-Lichtenhagen den Teilnehmern des Camps. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Manuel Bär zeigte er ihnen sehr anschaulich, wie sie mit außergewöhnlichen und für sie teilweise gefährlichen Situationen umgehen und reagieren können. Denn auch Patienten oder deren Angehörige können in Stresssituationen wie nach einem Unfall mitunter aggressiv gegenüber den Hilfskräften auftreten. Um den Widerstand zu brechen, müsse manchmal auch Kraft aufgewendet werden, wie Goede und Bär in ihrem Training über Sicherheits- und Gewaltprävention deutlich machten.

Manuel Bär (l.) und Ralf Goede simulieren die Szene eines gewalttätigen Patienten. Diese Rolle übernimmt hier der ehrenamtliche Helfer Steffen Behrendt. Quelle: Dirk Hoffmann

Doch wie gehen die Helfer damit um, wenn sie Schwerverletzte behandeln oder Verletzte sogar sterben sehen? Wie verarbeiten sie diese Erlebnisse und wo können sie Hilfe bekommen? Antworten auf diese und weitere Fragen gab Heiko Fischer von der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung.

Doch es waren nicht allein diese Schwerpunktthemen, die das Camp für die Teilnehmer so interessant machte. Auch eine Sommercamp-Olympiade mit kniffligen Aufgaben, die Teilnahme an einem Drachenbootrennen mit dem ortsansässigen Verein und ein Lagerfeuer gehörten dazu. „Für das Teambuilding ist das wichtig“, so Kuse. Dass am dritten Camp 50 ehrenamtliche Helfer teilnahmen, freute ihn besonders. Beim ersten Camp waren es nur 25 Helfer.

„Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und bin jetzt seit 2017 dabei“, meinte zum Beispiel der 43-jährige Kai Lundt aus Schwerin, der bei der MTF die Aufgaben als Zugführer in der Eingangssichtung übernommen hat. Zum besseren Kennenlernen und um die Qualität weiter zu steigern, hält er Camps wie diese in Warin für sehr wichtig. Ähnlich sehen es der 40-jährige Björn Jüngling aus Wismar und der ebenfalls in Nordwestmecklenburg lebende Fredo Schmidt. Der 58-Jährige engagiert sich seit fünf Jahren in der MTF, wo er als Sanitäter und auch als Kraftfahrer tätig ist. Wie Kuse gehörte er auch zu den Leuten, die beim Waldbrand in Lübtheen als Medical-Task-Force-Gruppe bei der medizinischen Absicherung der Einsatzkräfte half.

Von Dirk Hoffmann

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