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Grevesmühlen Gemeinde lehnt Bau von Windenergieanlagen ab
Mecklenburg Grevesmühlen Gemeinde lehnt Bau von Windenergieanlagen ab
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06:30 28.05.2015
Windräder drehen sich in Mecklenburg-Vorpommern bereits vielerorts – wie hier in Nordwestmecklenburg zwischen Schönberg und Rottensdorf.
Windräder drehen sich in Mecklenburg-Vorpommern bereits vielerorts – wie hier in Nordwestmecklenburg zwischen Schönberg und Rottensdorf.
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Lüdersdorf

Die Gemeinde Lüdersdorf (Nordwestmecklenburg) lehnt den Bau von Windenergieanlagen auf ihrem Territorium ab. Anlass für das Nein ist ein 153 Hektar großer „Potenzialsuchraum für Windenergieanlagen“, der laut einer Karte des Regionalen Planungsverbands Westmecklenburg für den Bau von Windrädern infrage kommt und die Gemeinden Selmsdorf, Lüdersdorf und Lockwisch betrifft.

In einer am Dienstagabend von der Gemeindevertretung beschlossenen Stellungnahme heißt es dagegen: „Die Gemeinde Lüdersdorf wird durch die mögliche Bebauung des Potenzialsuchraumes nordöstlich des Gemeindegebietes insbesondere dadurch berührt, dass nun zusätzlich zu der Teilung des Gemeindegebietes durch den Verlauf der A 20 und dem zwischen Autobahn und Lüdersdorf liegenden Industriegebiet im Süden eine weitere Fläche baulich genutzt wird und so das Landschaftsbild auch im Norden und Nordosten eine irreparable Beeinträchtigung erfährt.“

Die Gemeindevertreter erklärten sich am Dienstagabend zu einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Gemeinde Selmsdorf einverstanden, deren politische Vertreter sich in der vorigen Woche gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Kommune ausgesprochen haben. Der Lüdersdorfer Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) erläuterte am Dienstagabend: „Es gibt einige Punkte, die auch die Gemeinde Selmsdorf und darüber hinaus die Region betreffen.“ In der gemeinsamen Stellungnahme, die der Regionale Planungsverband Westmecklenburg in Kürze erhalten wird, argumentieren die beiden Nachbarkommunen, die Region trage bereits heute überproportional hohe Lasten für die Allgemeinheit und die Energiewende. In der Stellungnahme heißt es: „Durch die Existenz der Sondermülldeponie, von Altflächen für die Windkraftnutzung, der Autobahn 20 und das Gewerbegebiet zwischen Lüdersdorf und A 20 werden so große Vorbelastungen erzeugt, dass eine weitere großflächige Inanspruchnahme des Landschaftsraumes eine drastische Verringerung der Lebens- und Wohnqualität nach sich zieht.“ Als Ergebnis sehen die Gemeindevertreter von Selmsdorf und Lüdersdorf die Gefahr, dass die hohen Investionen in die Infrastruktur der Kommunen ihre Zwecke nicht mehr erfüllen können.



Jürgen Lenz