Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Gemeinden im Klützer Winkel planen smarte Projekte
Mecklenburg Grevesmühlen Gemeinden im Klützer Winkel planen smarte Projekte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:02 14.11.2019
Bushaltestellen in Hohenkirchen und anderen Orten könnten digitale Infopoints bekommen. Quelle: Jan van Leeuwen
Anzeige
Hohenkirchen/Klütz

Ein „smarter Ort“ in Mecklenburg-Vorpommern könnte der Klützer Winkel als Region werden, wenn es nach dem Landeswettbewerb für Digitales Landleben in Mecklenburg-Vorpommern geht. Statt der altbekannten Mitteilungskästen für Aushänge der Gemeinde könnten bald Monitore in Bushaltestellen oder an Strandzugängen über Sitzungen, Veranstaltungen oder Fahrtzeiten der Busse informieren.

„Smart tau hus“

Das Modellvorhaben Digitales Landleben M-V „Smart tau Hus“ wurde am 24. September 2019 durch Minister Till Backhaus – Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit dem Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen. Es soll ländlichen Gemeinden bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Lösungen in ihrer Region unterstützen.

100 000 Euro für eine Modellregion

Unter dem Titel „Smart tau hus“ können sich Gemeinden mit Projekten zur Digitalisierung bewerben. Bis zu 100 000 Euro kann es in den nächsten drei Jahren als Förderung vom Land geben.

Anzeige

Der Ideenwettbewerb wird derzeit den Gemeinden vorgestellt, da es die Möglichkeit gibt, sich mit anderen Gemeinden gemeinsam zu bewerben. In der Sitzung des Bauausschusses in Boltenhagen hat Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne) den Landeswettbewerb vorgestellt. Das Ostseebad hat die Möglichkeit, sich einem Vorschlag der Gemeinde Hohenkirchen anzuschließen.

Anzeigetafeln in Bushaltestellen

Dort gibt es großes Interesse, an dem Landeswettbewerb teilzunehmen. Das hatte Hohenkirchens Bürgermeister und Amtsvorsteher Jan van Leeuwen (CDU) bereits im Amtsausschuss erklärt. „Ich hatte die Idee, digitale Anzeigetafeln zum Beispiel für Bushaltestellen anzuschaffen, die Bekanntmachungen der Gemeinde, Veranstaltungstermine und die Abfahrtszeiten der Busse anzeigen“, hatte van Leeuwen gesagt und um Beteiligung der anderen Gemeinden geworben.

Digitale Dorfplätze

Konkret geht es um einen „Digitalen Dorfplatz“. Digitale Anzeigen, die auch an Strandzugängen angebracht werden können, sollen die althergebrachten Info-Kästen der Gemeinden ersetzen. In jedem Ortsteil der beteiligten Gemeinden soll mindestens ein Info-Screen mit Touch-Funktion montiert werden.

Auf dem Info-Screen sollen dann zum Beispiel Informationen aus dem Amtsblatt, amtliche Bekanntmachungen, ein Ferienwohnungsportal, Formulare und Anträge des Amtes Klützer Winkel, Veranstaltungshinweise, Gewerbe und Betriebe der Region, Informationen von Vereinen, Chat zur Verwaltung, Rad- und Wanderkarten und Fahrpläne vom ÖPNV zugänglich sein. Es könnten aber auch An- und Verkäufe wie in einem Flohmarkt inseriert werden. Das System bietet viele Möglichkeiten.

Bislang neun Vorschläge

Boltenhagen hat sich an das Projekt von Hohenkirchen angehängt“, erklärte Raphael Wardecki im Bauausschuss. „Bislang wurden für den Ideenwettbewerb neun Projekte vorgeschlagen.“ Die Chancen für das Projekt im Klützer Winkel sind also nicht aussichtslos.

Voraussichtlich beteiligen sich die Gemeinden Damshagen, Boltenhagen, Zierow, Gägelow und Roggenstorf sowie die Stadt Klütz an dem gemeinsamen Antrag. Eingereicht werden müssen die Bewerbungen bis zum 27. November. Im Dezember will Landwirtschaftsminister Till Backhaus dann bekanntgeben, welche Modellregion für eine Förderung ausgewählt wurde.

Fraunhofer-Institut ist beteiligt

Beteiligt an dem Projekt „Smart tau hus“ ist das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering. Es stellt digitale Lösungen und Konzepte zum Beispiel auf einer Internetseite für „digitale Dörfer“ zusammen.

Von Malte Behnk