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Grevesmühlen Gesang und Goethe im Gutspark
Mecklenburg Grevesmühlen Gesang und Goethe im Gutspark
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06:40 24.08.2015
Um Farben und Bewegung sowie Luft und Liebe drehte sich am Sonnabend alles beim Musiktheater im Park von Gut Dönkendorf (Nordwestmecklenburg). Quelle: Steffen Oldörp
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Dönkendorf

Ausnahmezustand am Sonnabend im nordwestmecklenburgischen Dönkendorf. Entlang der schmalen Dorfstraße durch den Ort parkten rechts und links zahlreiche Autos mit Nummernschildern aus ganz Norddeutschland. Mehrere hunderte Besucher zog es gegen 18 Uhr in den Park des Gutshauses Dönkendorf. Sie wollten sich das diesjährige Musiktheater nicht entgehen lassen.

Einige Zuschauer kamen mit Körben, um im rund sieben Hektar großen Park zu picknicken. Andere ließen lange vor Beginn der Aufführung Seele und Beine auf den Stegen des Teiches baumeln. Seit 15 Jahren wird der Park von Dönkendorf im Sommer zur Kulisse für ein Musiktheater. Bei herrlichem Wetter erlebten die Besucher am Sonnabend die Inszenierung „Zwischen Himmel und Erde – Elements of Love“. Dabei ging es um Licht, Farben, Goethe, platonische Körper und Liebe. „Ich freue mich sehr, dass so viele von ihnen gekommen sind“, sagte Monika von Westernhagen, die Leiterin des Musiktheaters, bei der Begrüßung. Mehr als zwei Stunden lang sahen die Gäste ein farbenfrohes Musiktheater mit Gesang, Schauspiel, Musik ihres verstorbenen Ehemanns Thilo von Westernhagen, Tanz, Natur und Lichteffekten.

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Musikalisch begleitet haben das Spektakel im Park Bariton Jan Westendorff, Mezzosopranin Monika von Westernhagen, Warnfried Altmann am Saxophon, Ilya Pril am Klavier und Hermann Naehring am Schlagzeug sowie der Chor aus Dönkendorf und der Hochschulchor aus Wismar. Die Rolle des Erzählers übernahm Alexander Bandilla. Friederike und Luise von Westernhagen sowie Leonora und Iris Braun trugen Dreiecke, Vier- und Fünfecke hin und her, bauten damit platonische Körper wie Würfel, Pyramiden und Tetraeder. Sie sollen die Schönheit der Elemente in ihrer größtmöglichen Symmetrie darstellen. Für Tim Maertens, der das Bühnenbild inszenierte, sind der Tetraeder und die Pyramide aus Dreiecken nichts anderes als das Kohlenstoffatom: der Baustein allen organischen Lebens und Liebens. Das Fließen der Liebe und der ständige Wandel der Natur spiegelten sich auch in den verschiedenen Szenen und im dynamischen Bühnenbild des Lübecker Bildhauers wieder.



Jürgen Lenz