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Grevesmühlen Wohin steuert das Gesundheitsmobil?
Mecklenburg Grevesmühlen Wohin steuert das Gesundheitsmobil?
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15:28 21.12.2018
Gesundheitsmobil des Landkreises Nordwestmecklenburg in Pötenitz Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Schluss, aus und vorbei. Zumindest vorerst. Das Gesundheitsmobil des Landkreises rollt nicht mehr. Im Dezember wurden die letzten Fahrten offiziell aufgrund eines technischen Defekts abgesagt, und für die Zukunft ist im Doppelhaushalt 2019/20 kein Geld mehr vorgesehen, um das 2011 in Dienst gestellte Fahrzeug weiter fahren zu lassen. Die SPD-Fraktion hatte ursprünglich auf dem letzten Kreistag einen Antrag eingebracht, der die weitere Finanzierung des Gesundheitsmobils und eine entsprechende Änderung des Haushaltes vorsah. Doch die Sozialdemokraten zogen den Antrag unmittelbar nach Beginn der Sitzung zurück mit der Begründung, dass dafür in der aktuellen Sitzung keine Mehrheit zu gewinnen sei. Der Dezember-Kreistag war aufgrund der zahlreichen Tagesordnungspunkte ohnehin bereits auf zwei Sitzungstage ausgeweitet worden.

Ad acta legen will die SPD-Fraktion das Thema allerdings nicht. „Nach wie vor fordert die SPD nicht nur den Erhalt, sondern auch den Ausbau des Gesundheitsmobils für die medizinische und soziale Versorgung der Bevölkerung unseres Landkreises insbesondere in den abgelegenen und kleinen Dörfern“, teilt Sven Schiffner, Sprecher des Kreisverbandes mit. „Die Rücknahme des Antrages auf der Kreistagssitzung erfolgte, um den Kreishaushalt nicht scheitern zu lassen. Ein nicht genehmigter Kreishaushalt hätte schwerwiegende Folgen für die freiwilligen Leistungen des Landkreises gehabt.“ Nun allerdings wird es erheblich schwieriger, eine künftige Finanzierung für das Gesundheitsmobil über den Kreishaushalt auf die Beine zu stellen. Denn dafür wäre ein Nachtragshaushalt notwendig.

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Wie die Sozialdemokraten mitteilen, werde derzeit ein Konzept für ein „Gesundheitsmobil 2.0“ entwickelt, das neben der bisherigen Versorgung zusätzliche Angebote für die Einwohner des Landes bereithalten soll. „Gerade ältere Menschen in den Dörfern unseres Landkreises, aber auch junge Familien brauchen eine sehr gute medizinische Versorgung. Das Gesundheitsmobil ist ein wichtiger Baustein dieser Gesundheitsversorgung: Es entlastet unsere Ärzte und Arzthelferinnen. Es hilft vor Ort im Dorf. Beratung und Vorsorge sind kostenlos. Für uns Sozialdemokraten ist daher klar, dass wir im nächsten Jahr nicht weniger, sondern mehr medizinische Vorsorge in den Dörfern anbieten wollen“, sagt Andreas Walus, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes.

Das Gesundheitsmobil, das seit 2011, damals hatte die Christiansen-Stiftung das Fahrzeug zur Verfügung gestellt, unterwegs war, hatte auf seinen Stationen sowohl Beratungen zu medizinischen Themen und auch zur Pflege angeboten. Doch die Resonanz in den Dörfern und den kleinen Städten war überschaubar. Bei einer Stippvisite durch die Redaktion vor wenigen Wochen in Pötenitz gab es durchaus Zulauf und auch Lob für den Service. Allerdings ist die Zahl der Nutzer an den meisten Stationen überschaubar.

Michael Prochnow

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