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Grevesmühlen Geteilte Meinung über neue Ferienhäuser
Mecklenburg Grevesmühlen Geteilte Meinung über neue Ferienhäuser
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02:25 13.05.2014
Besitzer der Reetdachäuser Am Park möchten nicht, dass das angrenzende Feld (Vordergrund) mit einer Ferienhaussiedlung bebaut wird. Quelle: Malte Behnk
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Groß Schwansee

Die Gemeinde Kalkhorst plant seit Monaten eine Siedlung für Ferien- und Wochenendhäuser an der östlichen Grenze von Groß Schwansee. Schon Ende vergangenen Jahres haben künftige Nachbarn der Siedlung Kritik an der Planung von 80 bis 90 Grundstücken geäußert. Dr. Sebastian Retzlaff und seine Frau Siegrun aus Schwerin besitzen in der Straße Am Park ein kleines Reetdachhaus. Nach den Plänen der Gemeinde soll das hinter ihrem Grundstück liegende Feld bebaut werden. Dagegen wollte sich Retzlaff wehren, hat im Zuge der Bauleitplanung der Gemeinde Einwände verfasst. Doch die sieht er vonseiten der Gemeinde nicht berücksichtigt. In einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt, beschreibt er, dass Einwände der Anwohner von den Kommunalpolitikern „abgeschmettert werden und die Gemeinde mit großer Zielstrebigkeit und Energie an der Umsetzung ihrer größenwahnsinnigen Pläne arbeitet“.

Dem widerspricht Dietrich Neick, Bürgermeister der Gemeinde Kalkhorst. „Es gab gegen den Bebauungsplan acht Einwände“, sagt er. In vieren ging es darum, dass der Plan für die Ferienhaussiedlung gar nicht oder viel kleiner umgesetzt wird. Vier andere Einwände wollten genau das Gegenteil, dass die Siedlung größer oder näher an der bestehenden Bebauung realisiert wird.

Den vier Einwänden, zu denen auch der von Sebastian Retzlaff zählen könnte, ist die Gemeinde in der weiteren Planung entgegengekommen. „Das Gebiet wurde weiter von der Straße Am Park abgerückt und es wurden in dem Bereich Baufelder reduziert“, sagt Neick. Er merkt an: „Als Am Park gebaut wurde, gab es zunächst auch Einwände, weil Leuten die freie Sicht aufs Feld genommen wurde.“ Auch aus der Erfahrung heraus habe man die jetzt neue Bauplanung nicht „direkt an den Bestand geklatscht“. So ist eine große Grünfläche zwischen dem neuen Gebiet, das sich wie ein „S“ über die alte Allee des Ortes legt, und der Bebauung an der Lindenallee vorgesehen.

Hinzu kommt, dass zu Beginn der Planung für das neue Ferienhausgebiet noch vorgesehen war, in die Siedlung über die Straße Am Park einzufahren. Das wurde schon in den ersten Diskussionen zugunsten der dortigen Anwohner verändert.

Allerdings stehen auch Am Park rund um das Haus von Sebastian Retzlaff, das er mit seiner Frau als Zweitwohnsitz nutzt, hauptsächlich Ferienhäuser. Fast jedes der reetgedeckten Häuser hat ein Schild an der Pforte oder im Garten, das für eine Vermietung wirbt. Unter anderem findet sich dort auch ein im TV als „bestes Ferienhaus in Deutschland“ beworbenes Objekt. Ein Blick in die Baupläne für Groß

Schwansee zeigt aber: Als Nutzung ist „allgemeines Wohnen“ vorgesehen, also keine Ferienwohnungen und auch keine Wochenendhäuser.

Die sollen nämlich ausdrücklich im jetzt geplanten Gebiet entstehen. Eine ähnliche etwas kleinere Siedlung gibt es bereits am westlichen Ortsrand. „Das Gebiet ist sehr gut angenommen worden“, sagt Dietrich Neick. „So ähnlich vielfältig soll auch das neue Gebiet werden. Wir wollen keine Einheitssiedlung“, sagt der Bürgermeister. Angebote dafür hätte es auch gegeben.

Dennoch wirft Sebastian Retzlaff der Gemeinde vor, nur auf einen schnellen Gewinn aus zu sein. Hintergrund: Die Gemeinde hat das Areal an die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LGE) verkauft. Dietrich Neick sagt, damit habe sich die Gemeinde auch langfristig Einnahmen gesichert. „Wir haben natürlich jetzt direkt etwas von dem Verkauf. Davon profitieren letztlich aber alle Ortsteile“, erklärt Neick. „Nach der Realisierung werden Steuern für Zweitwohnsitze fließen und Gäste lassen Geld in der Gemeinde. Dank solcher Projekte hat die Gemeinde Kalkhorst keine Schulden.“

Nicht allzu euphorisch, aber auch nicht völlig ablehnend stehen Bewohner von Groß Schwansee den Plänen gegenüber. „Ich wohne schon mein ganzes Leben hier, das ist mein Elternhaus“, sagt Gisela Bialowons (62). „Eigentlich reicht es mit den Ferienhäusern. Aber man muss als Ort an der Ostsee auch mit anderen mithalten“, sagt sie. Birgit Fritzsch (49) betreibt einen kleinen Laden und verkauft morgens Brötchen. „Schlecht finde ich das nicht, wenn weitere Ferienhäuser gebaut werden. Ich profitiere ja auch davon, wenn Urlauber Brötchen holen oder bei mir Eis essen“, sagt sie. Etwas kritischer sieht es Manuela Hirschfelder (54): „Ich bin der Meinung, es reicht mit der Bebauung. Dabei geht viel Natur verloren, wegen der wir ja hier leben. Außerdem ist die Versorgung nicht für so viele Urlauber ausgelegt. Das fängt schon bei der schlechten Leistung vom Internet an.“

Die Kommunalpolitiker von Kalkhorst wollen am 21. Mai in der letzten Gemeindevertretersitzung vor der Wahl abschließend über den Bebauungsplan beschließen. Danach könnten die Bauarbeiten für die neue Ferienhaussiedlung eingeleitet werden.



Malte Behnk

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