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Grevesmühlen Gewaltlose Selbstverteidigung im Dojo Grevesmühlen
Mecklenburg Grevesmühlen Gewaltlose Selbstverteidigung im Dojo Grevesmühlen
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18:25 02.09.2019
Aikido-Übungsleiterin Mandy Krüger (l.) mit Schülerin Elisabeth Redweik-Voß im Dojo Grevesmühlen der Aikidoschule Nordwestmecklenburg Quelle: Annett Meinke
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Boltenhagen/Grevesmühlen

Es ist heiß an diesem Mittwochabend, so heiß, dass einem der Schweiß schon aus den Poren tritt, wenn man einfach nur so herumsteht. Doch das scheint Mandy Krüger und die Aikido-Schüler, die sich trotz der schon fast tropischen Temperaturen auch an diesem Mittwochabend im Gymnastikraum des Grevesmühlener Gymnasiums für eine zweistündige Trainingseinheit treffen, nicht wirklich zu stören.

Gelassen tragen sie die Matten rein, auf denen sie üben werden, legen sie zusammen und stellen sich dabei schon einmal vor. An diesem Abend ist es nur eine kleine Gemeinschaft, die sich im Dojo Grevesmühlen trifft. Es gehört zur Aikidoschule Nordwestmecklenburg, deren Hauptsitz sich in Wismar befindet.

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Einmal pro Woche Training

Da ist zum einen Ekkard Meyer, angestellter Apotheker aus Boltenhagen, der erst im Jahr 2013 an die Küste zog. Er kam aus Eisenach hierher. Seit 2014 ist er Mitglied der Aikidoschule. Elisabeth Redweik-Voß lebt in der Nähe von Gadebusch und arbeitet als Lehrerin in Mühlen Eichsen. Zum harten Kern der Truppe, der mindestens einmal pro Woche trainiert, gehört auch Carsten Schütt.

Bildergalerie: Eindrücke aus der Aikidoschule

Mandy Krüger leitet die Übungsgruppe Aikido Ü 40+, die an jedem Mittwochabend im Gymnastikraum der Sporthalle des Grevesmühlener Gymnasiums am Tannenberg stattfindet.

Der Krankenpfleger aus Grevesmühlen hat lange im Schichtdienst gearbeitet, jetzt ist er in die Tagesschicht einer Psychiatrischen Klinik in Schwerin gewechselt. Seit zweieinhalb Jahren trainiert er unter Anleitung von Mandy Krüger. „Meinem Sohn“, sagt Schütt lachend, „habe ich auch versucht, Aikido nahezubringen, doch der sagt immer: ‚Du und dein Chingchong‘. Vielleicht entdeckt er es später doch noch für sich.“

Defensive Form des Kampfsports

Die Übungsgruppenleiterin kommt ebenfalls auch Boltenhagen. Seit fünf Jahren lebt sie dort und arbeitet für einen Appartement-Service vor Ort. Immer wieder passiert ihr, dass man sie mit der Bürgermeisterin von Damshagen verwechselt, die den gleichen Namen trägt. Die Voraussetzungen, um Aikido zu erlernen, erklärt Mandy Krüger, sind nicht sehr hoch angesetzt. „Es handelt sich hier um eine Form des Kampfsports, die eher defensiv ausgerichtet ist.

Aikido-Kurse in Grevesmühlen

Im Dojo in der Sporthalle des Grevesmühlener Gymnasiums am Tannenberg trainieren Jugendliche und Erwachsene jeweils mittwochs von 19 bis 21 Uhr, freitags von 18.30 bis 20.30 Uhr. Der Kurs mittwochs ist besonders für Menschen ab 40 Jahren und darüber geeignet.

Kinder ab 8 Jahre trainieren am Freitag in der Zeit von 17.30 bis 18.30 Uhr.

Schnupper-Abo für einen Monat kostet 5 Euro. Die Mitgliedsbeiträge bei der Aikidoschule Nordwestmecklenburg sind gestaffelt: Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren zahlen 10 Euro im Monat. Jugendliche ab 15 Jahren zahlen monatlich 15 Euro. Erwachsene ab 18 Jahre zahlen monatlich 20 Euro.

Auch Menschen mit einer nicht so guten Kondition – auch noch im höheren Alter – können Aikido erlernen und so langsam ihre Kondition wieder steigern.“ Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden nach und nach trainiert. „Jeder ist hier willkommen. Niemand braucht sich zu schämen, wenn er irgendetwas nicht sofort kann. Es gibt keine Konkurrenz oder irgendeine Art von Ehrgeiz, besser zu sein als andere“, setzt sie noch hinterher.

Alles fängt mit Ruhe an

Das Training beginnt mit einer kleinen Sitzmeditation. Die Kursleiterin sitzt vor ihren Schülern, hinter ihr das Bild ihres Meisters. Alle halten die Augen geschlossen. Im Anschluss daran wärmen sich alle auf, dann erst beginnen die Schritte und Übungsabfolgen. Mit und ohne Waffen.

Später, in einer kleinen Trainingspause, für die Carsten Schütt mit einer Verbeugung vor seiner Lehrerin um Erlaubnis bittet, erklärt er: „Bei diesen Ritualen, dem Sitzen, Sich-Verbeugen, Um-Erlaubnis-Fragen, geht es im Grunde nur um Respekt.“ Etwas, das, wie der Krankenpfleger findet, der leise erzählt, um die anderen Schüler bei ihren Übungen nicht zu stören, überall in der Gesellschaft fehlt.

Osteopathische Effekte beim Training

Was ihm Aikido sonst noch so alles gibt, erklärt Schütt auch: auf der körperlichen Ebene das Dehnen, sich strecken, die langsamen Abfolgen der Handbewegungen und Schritte, der Fluss, in den alles im Körper kommt. „Das Training hat ganz klar einen osteopathischen Effekt bei mir“, sagt er. Am liebsten mag Carsten Schütt die Übungen mit den Waffen, dem Stock zum Beispiel.

Ob die Lehrerin ihre Kampfkunst für ihren Alltag in der Schule braucht, ist eine Frage, auf die Elisabeth Redweik-Voß mit einem Lachen reagiert. „Nein, nicht im Umgang mit den Schülern“, meint sie. „Es gibt mehr nette Schüler, als man glaubt.“ Doch wenn ihre körperliche und mentale Fitness stimmt, kommt das letztendlich auch ihrem beruflichen Alltag zugute. Weil sie dann ausgeglichener ist.

Reinschnuppern ins Training möglich

Im Dojo in Grevesmühlen in der Sporthalle des Gymnasiums trainieren auch Kinder, immer freitags von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Sieben bis acht Kinder, erzählt Mandy Krüger, nehmen am Training teil. Zu den drei Erwachsenen, die an diesem Abend da sind, kommen noch einmal einige Jugendliche. Insgesamt trainieren am Mittwoch von 19 bis 21 Uhr und am Freitag von 18.30 bis 20.30 Uhr derzeit 10 Jugendliche und Erwachsene.

Wer vorbeikommen möchte, um das Training in Grevesmühlen einmal auszuprobieren, ist herzlich eingeladen, sagt Mandy Krüger. Mit einem Schnupper-Abo, das für einen Monat gilt und fünf Euro kostet, gar kein Problem. Wer Mitglied in der Aikidoschule Nordwestmecklenburg ist, kann auch in Wismar oder Klütz zum Beispiel in den dortigen Dojos trainieren.

Anmelden geht vor Ort bei den Kursen im Dojo Grevesmühlen oder über die Webseite der Aikidoschule Nordwestmecklenburg.

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